"Wir haben vor einer Woche im Team darüber diskutiert, wie wir öffnen werden und danach einen Elternbrief verfasst", berichtet Awo-Geschäftsführerin Christine Jagnytsch. Sie sieht die Seelower Kneipp-Kita "Max und Moritz" deshalb gut vorbereitet, auch wenn es am Mittwoch noch einmal Ergänzungen aus dem Bildungsministerium gegeben habe. "Wir hatten bereits im Vorfeld geschaut, was wir tun können", sagt Christine Jagnytsch und verweist auf abgebaute Überstunden und vorgezogenen Urlaub. So gehört ihr Dank nun vor allem auch den Mitarbeitern. Die Kita-Leiterinnen Ina Lerche und Antje Mittenzwei erinnern an die hohen Sicherheitsanforderungen. Gruppen dürften zum Beispiel nicht gemischt werden und Eltern nicht ins Haus.

Teils verkürzte Öffnungszeiten

"Da ist der Trennungsschmerz mitunter kurz", hat Ilka Brucke von der DRK-Kita "Märchenland" in der Kreisstadt festgestellt. 60 Kinder tummelten sich am Vormittag bereits in der Einrichtung, die über rund 100 Plätze verfügt. Ab Dienstag rechnet die Kita-Chefin mit deutlich mehr Kindern. Eltern, die aus welchen Gründen auch immer zu Hause sind, könnten ihren Nachwuchs von 8 bis 12 Uhr betreuen lassen. Andere Kitas würden verkürzt öffnen, weiß sie. Das entscheide jeder Träger selbst.
Das bestätigt Cathrin Puhlmann, stellvertretende Leiterin der Kita "Sonnenblume" in Podelzig. Die Einrichtung habe jetzt von 6 bis 16 Uhr geöffnet, sonst normalerweise bis 17 Uhr. Von den 80 Kindern seien am Montag noch nicht einmal die Hälfte da. "Wir haben aber auch sehr verständnisvolle Eltern", erklärt Cathrin Puhlmann und spricht von einer für alle nicht einfachen Situation. "Die psychische Belastung ist hoch. Es gibt so viel zu bedenken." Doch die Kinder, die lange zu Hause waren, würden sich vor allem auf ihre Altersgefährten freuen.
"Wir stehen vor einer großen Herausforderung", zieht Susanne Röllig-Silex, Leiterin der evangelischen Kita "Arche Noah" in Seelow, ein erstes Fazit und meint damit vor allem logistische Dinge. So müssten nach jeder Mahlzeit zum Beispiel Tische und Stühle desinfiziert werden und dürften maximal nur zehn Kinder pro Gruppe betreut werden, was wiederum Auswirkungen auf das Personal habe. Einige der Kinder kämen jetzt auch zum ersten Mal in das sanierte Haus mit seinen 65 Plätzen und das nicht nur zur Eingewöhnung. Jeden Tag gebe es neue E-Mails und Informationen. Da frage man sich mitunter schon: "Und was gilt heute?" Eltern müssten zudem täglich auf einem vorbereiteten Zettel bestätigen, dass es keinen Kontakt zu Covid-19-Infizierten gab.

Betreuung auch nur tageweise

Platzmäßig fast am Limit sehen Barbara Rother und Stefan Brandt die Kita "Windmühlenkids" in Neuhardenberg. "Wenn es mehr als 45 Kinder werden, müssen wir auf tageweisen Betrieb umstellen." Das führe zwar zu Unmut bei den Eltern, aber diesen sei schon bewusst, was auch die Erzieher in dieser Zeit leisten.
Ähnlich sieht es in der Neutrebbiner Kita "Lila Launebär" aus. "Wir müssen Eltern zum Teil vertrösten, damit es gerecht zugeht und Kinder wenigstens einen Tag in der Woche zu uns kommen können", erzählt Christina Pogodda. Doch auch hier würden Eltern sehr verständnisvoll reagieren. "Es gibt keine Schuldzuweisungen und wir versuchen unser Bestes. Es hilft, wenn alle mitziehen."