Auch zu Weihnachten und um den Jahreswechsel herum sind Blutspenden wichtig. „Wenn mehrere Feiertage aufeinander folgen, ist die Patientenversorgung mit den teilweise nur wenige Tage haltbaren Blutpräparaten nur dann gesichert“, heißt es in einem Aufruf des DRK-Blutspendediensts Nord-Ost. Dessen Sprecherin Kerstin Schweiger betont: „Eine Blutspende zur Weihnachtszeit wird damit zu einem Geschenk der Nächstenliebe für die Mitmenschen, die zum Überleben auf Präparate aus Spenderblut angewiesen sind.“
Auf Hochtouren laufen derweil die Vorbereitungen für die mittlerweile 39. Blutspende-Aktion bei der Freiwilligen Feuerwehr in Seelow am Mittwoch, 28. Dezember. „Es ist bereits der fünfte Termin in der Wache in diesem Jahr“, erzählt Burkhard Scherzer. Von 14 bis 19 Uhr werden zwischen 100 und 120 Spendenwillige erwartet. Termine können online oder telefonisch unter 03346 843410 gebucht werden. Diese Neuerung, die wegen der Corona-Pandemie eingeführt wurde, „gefällt den Leuten viel besser“, meint Scherzer. Die langen Wartezeiten entfallen, Berufstätige können so sicherer planen.

Personalausweis und FFP2-Maske nicht vergessen

Als Spender sind alle gesunden Menschen von 18 bis 73 Jahren geeignet, Erstspender bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres. Zum Blutspendetermin muss der Personalausweis mitgebracht werden. Es besteht die Verpflichtung zum Tragen einer OP-Maske oder einer FFP2-Maske. Personen mit Erkältungssymptomen, Fieber und Durchfall werden nicht zur Blutspende zugelassen.
Im Viertelstunden-Takt können bis zu sechs Blutspenden entnommen werden. „Drei Schwestern mit je zwei Betten werden vor Ort sein“, so Scherzer. Der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost kündigt auf seiner Homepage auch die Anwesenheit von zwei Ärzten an. Nach dem Aderlass können sich die Spender bei einem kleinen Imbiss stärken. „Es gibt belegte Brötchen, Bockwurst, vielleicht auch Buletten“, informiert Scherzer. Er war es, der im 1999 die Idee hatte, in der Wache Blutspende-Aktionen durchzuführen. „Wir Feuerwehrleute wollen nicht nur Personen bergen, sondern den Menschen auch auf diese Art helfen.“
In der Wache der Feuerwehr Seelow in der Mühlenstraße 14 wird am 28. Dezember zum Blutspenden aufgerufen. Nicht die einzige Gelegenheit um den Jahreswechsel in MOL.
In der Wache der Feuerwehr Seelow in der Mühlenstraße 14 wird am 28. Dezember zum Blutspenden aufgerufen. Nicht die einzige Gelegenheit um den Jahreswechsel in MOL.
© Foto: Katja Gehring

Manche Präparate nur fünf Tage haltbar

Dass diese Termine wichtig sind, bestätigt Kerstin Schweiger, Sprecherin des DRK-Blutspendediensts Nord-Ost. Aus einer Blutspende werden bis zu drei verschiedene Präparate gewonnen. „Das heißt, Sie können drei Menschen das Leben retten“, so Schweiger gegenüber MOZ.de. Gäbe es die Sonderspendetermine zwischen Weihnachten und Silvester nicht, kämen die Kapazitäten vor allem von Thrombozytenpräparaten an ihre Grenzen. „Die sind nur maximal fünf Tage haltbar“, erklärt die Sprecherin.
„Aber auch die allgemeine Versorgungslage bewegt sich gerade auf einem niedrigen Niveau“, bedauert Kerstin Schweiger. Auf der Homepage des DRK-Blutspendediensts Nord-Ost informiert das Blutgruppenbarometer über den derzeitigen Stand unter anderem in den Bundesländern Berlin und Brandenburg. Demnach fehlt es derzeit vorrangig an Blut der Gruppen A negativ und 0 negativ. A positiv und B negativ sind auch schon auf einem kritischen Stand.

Viele Stammspender sind jetzt im Urlaub

Weil in Ferienzeiten viele Leute im Urlaub sind, fehle es gerade dann an Stammspendern, so Schweiger. Jetzt im Winter komme häufig noch dazu, dass viele Menschen mit Grippe oder Corona infiziert sind. „Dann dürfen sie nicht spenden.“ Und auch nach der Einnahme von Antibiotika müsse mindestens vier Wochen gewartet werden. „Gerade jetzt hilft uns Blutspende wirklich weiter“, betont Kerstin Schweiger. Der gemeinnützige DRK-Blutspendedienst deckt die Versorgung im Land Brandenburg zu 75 Prozent ab. Den Rest übernehmen private Anbieter.
Wie auch bei der Krankenhaus Märkisch-Oderland GmbH. „Unsere Konserven kommen von der Haema AG Berlin-Marzahn“, berichtet Sprecherin Katarina Fink auf Anfrage von MOZ.de. An den Standorten Strausberg, Wriezen und Seelow fehle es besonders an „Rhesusfaktor negativ-Konserven“, so Christel Kersten, Leiterin des Labors in Strausberg und Wriezen. „Besonders 0 negativ, da jeder dieses Blut empfangen kann.“ Die Expertin der Krankenhauses MOL GmbH sagt aber auch: „Eigentlich hat der Bedarf nichts mit der Jahreszeit zu tun. Im Krankenhaus wird immer Blut gebraucht.“ Aber die Urlaubszeit am Ende des Jahres spiele auch aus ihrer Sicht eine Rolle. Die Versorgungsprobleme seien während der Corona-Zeit größer geworden. Christel Kersten sagt: „Sicherlich sind am Beginn der Pandemie als Vorsichtsmaßnahme viele Blutspendetermine ausgefallen. Im Allgemeinen beobachten aber auch wir einen Rückgang der Bereitschaft, sich für das Allgemeinwesen zu engagieren.“
Antworten auf Fragen zu Blutspende und Corona-Virus gibt es hier. Themen rund um die DRK-Blutspende sind im hier zu finden.

Termine zum Blutspenden in MOL

Strausberg, Lebenshilfe, Am Biotop 24
■ Dienstag, 27. Dezember
15 bis 19 Uhr
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■ Dienstag, 3. Januar
15 bis 18.30 Uhr
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■ Dienstag, 17. Januar
15 bis 18.30 Uhr
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Seelow, Feuerwehrwache, Mühlenstraße 14
■ Mittwoch, 28. Dezember
14 bis 19 Uhr
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Rüdersdorf bei Berlin, Immanuel Klinikum – Konferenzraum, Seebad 82/83
■ Mittwoch, 28. Dezember
14.30 bis 19 Uhr
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Wriezen, Plauderstübchen Wriezen, Wilhelmstraße 28
■ Donnerstag, 19. Januar
15 bis 18.30 Uhr
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Müncheberg, Lebenshilfe, Am Gewerbering 14
■ Donnnerstag, 2. Februar
15 bis 19 Uhr
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