Brandschutz
: Quantensprung für Küstrin-Kietz

Die freiwillige Feuerwehr hatte den ersten Einsatz noch vor der Übergabe ihres neuen Löschautos.
Von
Ulf Grieger
Küstrin-Kietz
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Symbolische Schlüsselübergabe: Küstrin-Kietz’ Ortswehrführer Stefan Lehmann (l) übernimmt den Löschauto-Schlüssel von Amtsdirektor Lothar Ebert.

Ulf Grieger

Die Mitglieder der Feuerwehr Küstrin-Kietz hatten sich den Tag der Einweihung sicher anders vorgestellt. Aber der nächtliche Sturm hatte dafür gesorgt, dass die 15 Einsatzkräfte unter Leitung von Stefan Lehmann bereits am frühen Morgen alarmiert wurden. Im Weidenweg lag ein Baum auf der Straße, der zu beräumen war. Kein Problem für die Einsatzkräfte. Liegen doch auch die Ausrüstungsbestandteile wie die Kettensägen nun wohl geordnet im schmucken MAN TSF-W. Zur Einweihung dieses 90 000 Euro teuren Löschautos hatten die Blauröcke am Dienstagabend eigentlich mehr Zuspruch von Einwohnern erwartet.

Feuerwehr, Bürgermeister Werner Finger, die Gorgaster Ortsvorsteherin Gudrun Wurl und Amtsdirektor Lothar Ebert sowie der neue Ordnungsamtsmitarbeiter Robert Trenkel würdigten die technische Aufrüstung der 13 Einsatzkräfte mit einer Feierstunde.

Zunächst sorgte Maschinist Marcus May für den werbeträchtigen „Auftritt“ des Neuzugangs. Auf Kommando ließ er das MAN-Fahrzeug, Baujahr 2007, aus dem Depot rollen. Es gab Applaus und eine symbolische Schlüsselübergabe. Amtsdirektor Lothar Ebert würdigte die Neuanschaffung als „Quantensprung“ für die Feuerwehr im Westteil Küstrins. Das Fahrzeug hat einen komplett neuen Aufbau bekommen. Das Vorgängerauto, ein 25 Jahre alter Mercedes, wird vom Amt veräußert, so Ebert. Es war 1994 als Neuwagen dazugekommen.

Marcus May und Stefan Lehmann übernahmen es, das Auto vorzustellen. Es bietet sechs Leuten Platz, wobei die Atemschutzgeräteträger ihre Technik bereits im Sitz vorinstalliert finden. Damit werde wertvolle Zeit gespart, so die Brandschützer. Besonderes stolz sind sie auf die Pumpe „Fox S“, die als "Porsche unter den Pumpen“ gilt. Die 180 kg schwere Maschine von Rosenbauer kann sowohl vom Fahrzeug als auch als Tragkraftspritze von vier Kräften eingesetzt werden. 750 Liter Löschwasser für den Erstangriff hat das Auto immer an Bord. Hinzu kommen 20 Meter lange Schläuche der größen B, C und D. Das Löschauto hat einen Beleuchtungsmast mit LED, diverses Werkzeug und Zusatzhilfsmittel. „Fährt sich wie im Bus“, staunte Lothar Ebert nach einer Probefahrt.

Gute Hoffnung konnte Ebert auch den Einsatzkräften aus Bleyen machen. Diese Ortswehr arbeitet eng mit der Küstrin-Kietzer Wehr zusammen. Aus dem Gerätehäuschen Neubleyen war vor einem Jahr ein Kleintransporter gestohlen worden, der als Löschauto genutzt wurde. Das Amt habe sich nun um Ersatz bemüht, so Ebert. Allerdings werde es noch einige Monate dauern, ehe das Fahrzeug die entsprechenden Aufbauten hat. Denn auch dort werde ein TSF-W stehen. Das habe den Vorteil, dass die Einsatzkräfte dann Wasser mit an Bord haben, um im Erstangriff gleich löschen zu können.

Die Einsätze der Bleyener und Küstrin-Kietzer Wehren werden mit den im gesamten Amtsgebiet abgestimmt. Dort gab es im vorigen Jahr 25 Einsätze der technischen Hilfeleistung wie Beseitigung von Sturmschäden (6), Verkehrsunfälle (11), Ölspurbeseitigung und Gefahrenabwehr. 34 Mal mussten Brände gelöscht werden. Eine Zusammenarbeit mit der benachbarten Kostrzyner Wehr gibt es bislang nicht.