Buslinien
: Nahverkehr in MOL auf dem Prüfstand

Der Kreistag Märkisch-Oderland lässt den Nahverkehrsplan einer gründlichen Evaluierung unterziehen.
Von
Ulf Grieger
Gusow
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  • Pendler-Bahnhof Gusow: Eine bessere Busanbindung dorthin wünschen sich die Einwohner der Ortsteile von Letschin. Denn am Bahnhof Werbig sind die Umsteigemöglichkeiten von der RB60 unverändert schlecht.

    Pendler-Bahnhof Gusow: Eine bessere Busanbindung dorthin wünschen sich die Einwohner der Ortsteile von Letschin. Denn am Bahnhof Werbig sind die Umsteigemöglichkeiten von der RB60 unverändert schlecht.

    Ulf Grieger
  • Vom Auto in die Bahn: Die Parkplätze an den Ostbahn-Stationen sind stets stark frequentiert.

    Vom Auto in die Bahn: Die Parkplätze an den Ostbahn-Stationen sind stets stark frequentiert.

    Ulf Grieger
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Jörg Schleinitz vom Wirtschaftsamt hatte im Kreis-Fachausschuss die Eckpunkte benannt. Bei gleichbleibenden Landesmitteln bestehen Forderungen nach Taktverdichtung und mehr Elektromobilität. Insbesondere für die Pendler wird eine engere Verflechtung der Anschlüsse zwischen Bus und Bahn gewünscht. Zugleich ziehen sich Privatschulen aus der Beförderung zurück und es fehlen wegen der Pandemie Fahrtgeldeinnahmen.

Anpassung von Bus und Bahn

Bereits aus dem Plan selbst ergeben sich Prüfaufgaben, so der Nahverkehrsexperte. So die, ob mit einer Taktanpassung des Zubringerverkehrs per Bus auf das Angebot der RB 26/Ostbahn reagiert werden muss und kann. Zudem soll u.a. geprüft werden, ob die Einrichtung einer Plus-Bus-Linie Neuenhagen–Fredersdorf-Vogelsdorf-Erkner nötig ist. Im Ausschuss wurde deutlich, dass Kompromisse gesucht werden müssen zwischen der Anfahrt weiterer Haltestellen im Interesse der dortigen Anwohner oder Arbeitskräfte und Schüler und dem Interesse der Pendler, schnell von A nach B zu kommen. Zu prüfen ist eine Spätfahrt auf der Linie 939 als Anschluss an die RB 26 um 21.13 Uhr, die Einrichtung von Haltestellen in Strausberg (Fasanenpark, Hegermühlenstraße und Jenseits des Sees), die Einrichtung einer Haltestelle Neuenhagen Gruscheweg. Es geht um Schlussfolgerungen aus der Bebauung und der Einwohnerentwicklung in Hennickendorf Richtung Strandbad (Berliner Straße) sowie um die Frage, ob die Linie der Straßenbahn in Strausberg am Sonnabend von 10 bis 16 Uhr auf einen 20-Minuten-Takt verdichtet werden soll. Mit dem Kreis Oder-Spree soll es eine Abstimmung zur Einrichtung einer Linie Neuenhagen-Schöneiche geben. Zudem soll die Machbarkeit einer Anbindung des Gewerbe- und Industriegebietes Vogelsdorf-Ost geprüft werden.

Aus verschiedenen Hinweisen aus Gemeindevertretersitzungen und von Bürgermeistern hat Jörg Schleinitz zudem Prüfvorschläge der Kommunen herausgefiltert. Eine allgemeine Anfrage an die Verwaltung habe es nicht gegeben, erklärte Schleinitz auf Nachfrage von Frank Schütz (CDU). Aus Altlandsberg kommt die Frage, ob die Linie 935  über das Gewerbegebiet „An der Mühle“ geführt werden kann und und ob es eine zusätzliche Früh- und Spätfahrt geben könnte. Aus Strausberg kam der Wunsch nach einer Ausdehnung des Stadtverkehr räumlich und zeitlich. Die Strausberger wollen dafür ein Konzept vorlegen.

Aus Petershagen/Eggersdorf kommt der Wunsch, dass eine Umstellung der Linie 932 von Ein- auf Zweirichtungsverkehr geprüft werden sollte. Und aus Letschin kam der Wunsch einer Anbindung der Ortsteile zum Bahnhof Seelow-Gusow. Aus Bad Freienwalde wurde der Wunsch der Etablierung des Oderbusses als touristisches Saisonangebot laut und aus Falkenberg, Heckelberg-Brunow und Beiersdorf-Freudenberg der Wunsch einer festen Trasse der Linie 883 anstelle des Rufbusses in reguläre Linien nach Werneuchen. Aus Rüdersdorf kommt die Bitte, ob die Linie 950 einen Umsteigepunkt bekommt, um die stärkeren Bebauung in Hennickendorf einbeziehen zu können.

Entscheidung im Kreistag im April

In der Gemeindevertretersitzung von Bleyen-Genschmar hatte Frank Schütz nach weiteren Hinweisen gefragt. Dort gab es die Forderung nach einer besseren Anbindung an die Ostbahn-Stationen. Die Prüfergebnisse sollen im März vorliegen, die Beschlussfassung im Kreistag erfolgt im April.