Comedy
: Baumann und Clausen gastierten in Seelow

Das Radio-Kultduo sorgte mit dem neuen Bühnenprogramm „Tatort Büro“ im Kulturhaus für Breitseiten gegen die Bürokratie.
Von
Cornelia Link-Adam
Seelow
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  • Tatort Büro - ihr neues Bühnenprogramm präsentierte das aus dem Radio bekannte Kultduo Baumann und Clausen (alias Jens Lehrich und Frank Bremser) als humorige Verwaltungsmitarbeiter im gut gefüllten Seelower Kulturhaus.

    Tatort Büro - ihr neues Bühnenprogramm präsentierte das aus dem Radio bekannte Kultduo Baumann und Clausen (alias Jens Lehrich und Frank Bremser) als humorige Verwaltungsmitarbeiter im gut gefüllten Seelower Kulturhaus.

    Cornelia Link-Adam
  • Blick in den Saal: Jung und Alt waren ins Seelower Kulturhaus gekommen und wurden gut unterhalten.

    Blick in den Saal: Jung und Alt waren ins Seelower Kulturhaus gekommen und wurden gut unterhalten.

    Cornelia Link-Adam
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Die Radiomoderatoren Jens Lehrich und Frank Bremser haben vor knapp 30 Jahren die Kunstfiguren Baumann und Clausen, zwei unterschiedliche Verwaltungsmitarbeiter, geschaffen. Seither erzählen sie Geschichten über den Büroalltag – stets endend mit „Darauf ein Käffchen? - Bingo!“. Die Radiofolgen haben längst Kultstatus. Die Shows dazu füllen Säle. Am Samstagabend gastierten Baumann und Clausen nach Jahren mal wieder in Seelow - und präsentierten ihr neues Bühnenprogramm „Tatort Büro“

Das Publikum im Kulturhaus ist bunt gemischt. Jung und Alt wollen das Duo live zu sehen. Für etliche ist es das erste Mal. "Ich will über den Bauamtsleiter lachen“, sagt selbstironisch Neuhardenbergs Bauamtsleiter Tino Krebs. Aber auch Kommunalpolitiker aus Letschin und Zechin findet man im fast ausverkauften Saal wie auch „normale Leute“, gebeutelt von Behörden – davon gibt es ja viele in der Kreisstadt.

Gesang, Gags und Sketche

Mit stürmischen Applaus heißen alle Hans-Werner Baumann, den lieben Mitarbeiter aus dem Passamt, aber auch den arbeitsscheuen Oberamtsrat Alfred Clausen aus dem Bauamt willkommen. Das Credo der lustigsten Bürokraten: Wer lang im Büro sitzt, macht auch nur Fehler. Arbeit ist wie Salz in der Suppe - zu viel davon macht das Leben ungenießbar. In einer Behörde schlägt Hierarchie Wissen, Vitamin B jegliche Kompetenz – und Tatort Büro, das habe nichts mit Taten zu tun. „Büro gleicht oft einem Tatort, da gibt’s Mobbing, auch Leichen – Karteileichen“, sagt Clausen. Der Saal grölt. Als passend zum Thema ein Bild eines toten Mitarbeiters eingeblendet wird, wird klar, hier gibt es einen Comedy-Krimi, an deren Auflösung sie gewitzt arbeiten.

Baumann gibt aber auch noch einen Abriss der Entwicklung des Büro-Menschens. Und Clausen betonte, Beamte urlauben gerne in Mallorca. Passend dazu singen sie das Lied „Scheiß Lage, oho...“ an. Etliche Zuschauer sind textsicher. Für andere gibt’s es diesen auf Leinwand eingeblendet. Das Publikum singt mit. Auch bei anderen Songs. Gelacht wird auch beim Sketch mit Johann Meier, einer Handpuppe, die sich halbtot in der freien Wirtschaft arbeitet.

Bei der Umfrage, wer im Saal denn Beamter sei, in einer öffentlichen Verwaltung arbeite, meldet sich freiwillig keiner. Vorgespielt werden launig auch verschiedene Büro-Typen – der IT-Mann, der Dienstälteste und der Witzbold. „Kenn’ ich alle“, murmeln etliche Besucher. Im Zuge des zweistündigen Programms nehmen sie Geschlechterfragen und den „Chef“ gekonnt aufs Korn. Volle Breitseite gegen die Bürokratie. Und auch Zuschauer Tino Krebs vom Neuhardenberger Bauamt lacht viel.

Als Finale erstellt Ha-We Baumann aus zugerufenen Begriffen wie Biber und Kartoffelbrei eine neue Radiofolge. Während dessen darf Alfred Clausen das Handy von Besucher Harald Balke aus Lietzen-Nord nutzen, ruft dessen Kumpel in Gusow an und erzählt ihm die Begriffe in einer Geschichte. Der Saal tobt, auch bei der Auflösung. Viel Applaus erhält das Duo für seinen Auftritt am Ende – gern schreiben sie noch Autogramme und lassen sich mit glücklich strahlenden Besuchern fotografieren.