Corona-Maßnahmen
: Kontrollgang durch Seelow

Polizisten und Mitarbeiter des Ordnungsamtes sind in Seelow angesichts des Coronavirus auch an Wochenenden auf Streife.
Von
Anett Zimmermann
Seelow
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  • Besprechung an der frischen Luft: Beatrice Ortmann, amtierende Leiterin des Polizeireviers Seelow, und Robert Nitz, Fachbereichsleiter Innere Verwaltung der Stadt Seelow, stimmen sich über weitere Kontrollen zur Eindämmung des Coronavirus ab. Im Hintergrund sind Falk Angrick und Simeon Apostolow (r.) aus dem Ordnungsamt zu sehen.

    Besprechung an der frischen Luft: Beatrice Ortmann, amtierende Leiterin des Polizeireviers Seelow, und Robert Nitz, Fachbereichsleiter Innere Verwaltung der Stadt Seelow, stimmen sich über weitere Kontrollen zur Eindämmung des Coronavirus ab. Im Hintergrund sind Falk Angrick und Simeon Apostolow (r.) aus dem Ordnungsamt zu sehen.

    Anett Zimmermann/MOZ
  • Auch zu Fuß unterwegs: die Polizisten Claudia Pirke und Peter Gnida am Mittwochnachmittag bei einer gemeinsamen Streife mit Falk Angrick und Simeon Apostolow, hier in der Breiten Straße.

    Auch zu Fuß unterwegs: die Polizisten Claudia Pirke und Peter Gnida am Mittwochnachmittag bei einer gemeinsamen Streife mit Falk Angrick und Simeon Apostolow, hier in der Breiten Straße.

    Anett Zimmermann
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Das sei nach der Verordnung des Landes Brandenburg über Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus vor anderthalb Wochen an die Kommunen gegangen.

Seither ist unter anderem das Betreten des öffentlichen Raums noch stärker als zuvor eingeschränkt. Und so gebe es nun zum Teil gemeinsame Streifen mit der Polizei. Auch am Wochenende und über die Osterfeiertage kündigt Robert Nitz „unregelmäßig regelmäßige Kontrollen“ an.

Erste Platzverweise erteilt

Oft würde bei Verstößen eine Ermahnung reichen, dennoch hätten bereits Platzverweise am Puschkinplatz erteilt werden müssen. Einen solchen sollten Betroffene nicht zu leicht nehmen, mahnt Beatrice Ortmann, amtierende Leiterin des Polizeireviers in Seelow. Schließlich handele es sich dabei um eine polizeiliche Maßnahme zur Gefahrenabwehr. Robert Nitz verweist auf zurzeit sechs Mitarbeiter im Ordnungsamt und hat den neuen Bußgeld-Katalog, auf den sich die Landesregierung verständigt hat, als Ausdruck dabei.

Beide appellieren nicht nur an die Seelower, die Ge- und Verbote der Eindämmungsverordnung zu beachten. „Auch wenn es mit Blick auf die Osterzeit und die wärmer werdenden Temperaturen schwerfällt“, sagt Robert Nitz.

„Wir dürfen nicht nachlässig werden, auch wenn die Zahlen der Erkrankten beginnen, zurückzugehen“, fügt er hinzu. Wichtig sei jetzt, erst einmal bis zum 19. April durchzuhalten. Und klar wird dabei auch, dass er sich wie viele andere längst Gedanken über den Tag hinaus macht. Denn selbst wenn es danach Lockerungen geben sollte, so könnten diese nur Schritt für Schritt umgesetzt werden.

Das sieht Beatrice Ortmann ähnlich. Sie erinnert zudem an die Ausflügler – darunter erfahrungsgemäß viele Berliner. „Wir haben Kontakt zu den Ordnungsämtern der umliegenden Gemeinden, wissen um Schwerpunkte zum Beispiel am Oderdeich und werden uns dort ebenfalls umsehen“, sagt die Revierleiterin. Gemeinsame Streifen wie in Seelow gebe es bisher allerdings nicht.

Zu einer solchen starten kurz darauf die Polizisten Claudia Pirke und Peter Gnida sowie Falk Angrick und Simeon Apostolow aus der Stadtverwaltung. Von der Wache in der Breiten Straße laufen sie zu Fuß zum Busbahnhof. Das Feierabendbier, noch dazu in der Gruppe, sei dort nicht erst seit der Corona-Krise untersagt, hatte Robert Nitz erklärt. An beiden Zufahrten sind darauf hinweisende Schilder angebracht. „Der Verzehr von alkoholischen Getränken ist auf dem gesamten Platz untersagt“, steht unter dem entsprechenden Piktogramm.

Nachtbeleuchtung gewünscht

„Der Stadtpark interessiert heute nicht?“, fragt Peter Gnida in der Hinterstraße. „Da waren wir schon“, erhält er zur Antwort und nimmt sich vor, dort am Abend noch einmal vorbeizuschauen. An einem Imbiss in der Straße der Jugend bleibt Gnida etwas abrupt stehen, geht ein paar Schritte zurück und grüßt. Am Fenster sitzt nur ein Mitarbeiter. Auch die Spielplätze im Wohngebiet sind verwaist. Fahrradfahrer, die unerlaubt auf Gehwegen unterwegs sind, fordert der Polizist auf, abzusteigen oder auf die Straße zu wechseln. Er spricht trotz der freundlichen Reaktionen von einem Dauerproblem.

Am Kulturhaus wünscht Gnida sich eine Nachtbeleuchtung. „Es gibt einfach Ecken, die schwer einsehbar sind“, sagt er. Claudia Pirke und die Mitarbeiter der Stadt sprechen unterdessen zwei Jugendliche an, die viel zu eng beieinander auf einer Treppe sitzen. Die beiden ziehen mit größerem Abstand von dannen.