Corona-Pandemie: Eine siebte Klasse des Seelower Gymnasiums in Quarantäne

Ein Schüler des Seelower Gymnasiums ist an Covid-19 erkrankt. Für 35 Personen wurde die häusliche Isolation angeordnet. (Archivbild)
Ulf GriegerDie Infektionskette lasse sich klar auf die aktuellen Fälle nach Einschulungsfeiern in Frankfurt (Oder) zurückführen, erklärte Thomas Berendt auf Nachfrage. Drei Lehrer und vier weitere Schüler des Seelower Gymnasiums, die privaten Kontakt zu dem Siebtklässler hatten, hätten sich ebenfalls in häusliche Isolation begeben müssen.
„Die Eltern des Kindes haben uns heute früh angerufen und uns über das positive Testergebnis informiert“, bestätigte kurz darauf Peter von Campenhausen, Direktor des Seelower Gymnasiums. Die Eltern stünden wie nun auch die Bildungseinrichtung in Kontakt mit dem Gesundheitsamt des Landkreises. Angesichts der neuen Situation zeigte er sich beeindruckt von der unaufgeregten und effizienten Zusammenarbeit mit der Behörde und dankte auch den Eltern für die Kontaktaufnahme. „Das ist alles so gelaufen, wie es sein sollte.“
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Peter von Campenhausen und sein Kollegium überlegen nun, wie sie den Fernunterricht für die betroffenen Schüler organisieren. „Dank der Vorerfahrungen aus Zeiten des Lockdowns haben wir da schon konkrete Vorstellungen.“ Außerdem wollte er sich noch am Donnerstag mit einer kleinen Botschaft über die Elternvertretung an alle Eltern wenden. Wichtig sei, die bekannten Spielregeln ernst zu nehmen und einzuhalten. „Wenn es jemanden gibt, der von Covid-19 betroffen ist, müssen wir dafür sorgen, die Kontakte zu unterbrechen.“
Zwei Lehrer hätten nach der Nachricht über den erkrankten Schüler die Aufgabe übernommen, die Eltern der Siebtklässler anzurufen, damit diese sicher nach Hause kommen. Er hoffe, dass die betroffenen Schüler schnell durchgetestet werden und in den Unterricht zurückkehren können. Sowohl für sie als auch die Lehrer sei der Präsenzunterricht einfach schöner.
Durch das vorbildliche Hygieneregime des Gymnasiums sei es nicht notwendig, die gesamte Schule zu schließen, teilte Kreissprecher Thomas Berendt später per Pressemitteilung mit. Der letzte Kontakt zu Mitschülern beziehungsweise Lehrern bestand demnach zum Teil am Sonntag sowie am Montag. Das positive Testergebnis sei dem Gesundheitsamt des Landkreises Märkisch-Oderland seit Mittwochabend bekannt. Es habe für die bereits genannten insgesamt 35 Personen die häusliche Isolation angeordnet. „Eine zusätzliche Isolation der Familien der Kontaktpersonen ist nicht notwendig“, informierte Berendt auf Nachfrage.
Abstriche aller Kontaktpersonen seien für Anfang kommender Woche in Vorbereitung. „Ein früherer Termin ist aufgrund der Zeitschiene in diesem Fall nicht sinnvoll und birgt nur die Gefahr von gegebenenfalls falsch-negativen Testergebnissen“, so der Pressesprecher weiter.
Landrat Gernot Schmidt erklärte: „Ich bin mir sicher, dass wir mit den schnellen und gezielten Maßnahmen die Infektionsketten in diesem Fall unterbrechen und die Risiken für andere minimieren konnten. Das Gesundheitsamt des Landkreises hat in den vergangenen Monaten immer wieder unter Beweis gestellt, dass Besonnenheit und umsichtiges Handeln der Schlüssel zur Beherrschung des Corona-Geschehens sind.“
Seit dem 10. März sind mit Stand Donnerstag insgesamt 231 Personen im Landkreis Märkisch-Oderland an Covid-19 erkrankt. 220 Betroffene gelten als genesen. Vier Risikopatienten waren im April gestorben. In den vergangenen sieben Tagen gab es acht Neuerkrankungen. Aktuell befinden sich 78 Menschen in Quarantäne.
Punktuelles Handeln
Nachfragen zu Auswirkungen der Corona-Pandemie hatte es am Mittwoch bereits im Kreisausschuss gegeben. „Wir werden punktuell handeln, wenn es notwendig ist“, hatte Landrat Gernot Schmidt angekündigt. Zudem sagte er eine Auflistung der Mittel zu, die der Kreis zum Ausgleich von Mehrausgaben von Land und Bund erhalten hat. Bußgeldverfahren seien erst nach entsprechenden Anzeigen eingeleitet worden, erklärte der Beigeordnete Friedemann Hanke.
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