Denkmal
: Schloss und Gästehaus zu verkaufen

Die Brandenburgische Schlössergesellschaft bietet das Diedersdorfer Gutshaus im Internet an und die Gemeinde Vierlinden das benachbarte Gästehaus veräußern.
Von
Cornelia Link-Adam
Diedersdorf
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  • Steht zum Verkauf: Das Schloss Diedersdorf bei Seelow mit seinem neobarocken Portal von 1872 wird im Internet für 850 000 Euro angeboten.

    Steht zum Verkauf: Das Schloss Diedersdorf bei Seelow mit seinem neobarocken Portal von 1872 wird im Internet für 850 000 Euro angeboten.

    Cornelia Link-Adam
  • Präsentierten Konzept fürs Gästehaus: Die Brüder Dzianis und Dzimitry Katsiuba sprachen im Gemeinderat in Alt Rosenthal vor.

    Präsentierten Konzept fürs Gästehaus: Die Brüder Dzianis und Dzimitry Katsiuba sprachen im Gemeinderat in Alt Rosenthal vor.

    Cornelia Link-Adam
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In Diedersdorf stehen sowohl das große Schloss als auch das benachbarte Gästehaus zum Verkauf. Wer den Zuschlag erhält, soll sich zeitnah klären. Das Schloss ist Haus der Beratungen. Hier haben Steuerkanzlei und Rechtsanwälte ihren Sitz, auch Gründungs-Helfer und Versicherer. Alle haben Pachtverträge zu guten Konditionen geschlossen, gleich nach der aufwändigen Sanierung 2002. Das Mitte des 18. Jahrhunderts im Auftrag des preußischen Kriegsrates von Kunow erbaute Herrenhaus ging 1945 in Volkseigentum über. 1994 verkaufte die Gemeinde das baufällige Haus für eine symbolische Mark an die Brandenburgische Schlösser GmbH (BSG). Rund 2,7 Millionen Euro flossen in den einstigen Herrensitz. Einer der größten Geldgeber war die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die mit dem Land zusammen Gesellschafter ist.  Das Haus blieb öffentlich zugänglich, beliebt ist auch der dahinter liegende Park – ebenfalls durch die BSG denkmalgetreu saniert.

Verkaufsabsichten seit Sommer

Viele Diedersdorfer horchten auf, als im Sommer 2017 die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ankündigte, sich aus der BSG zurückziehen zu wollen. Nach 25 Jahren seien viele Häuser saniert. Nun gelte es, diese zu vermarkten. Zehn Häuser, darunter auch das Diedersdorfer, sollen verkauft werden. Davon steht allerdings noch immer nichts auf der Schlösser-Homepage. Dagegen wird auf der Immobilien-Plattform immowelt.de im Internet neuerdings das Diedersdorfer Schloss für 850 000 Euro angeboten. Finanzierbar sei das Objekt ab 2.170 Euro monatlich. Die Courtage beträgt 3,57 Prozent inkl. Mehrwertsteuer. Als Kontakt fungiert aber nicht BSG, sondern das Makler-Unternehmen Engel & Völkers/Schencks Land- und Forstimmobilien GmbH mit Sitz in Hamburg.

Dass das Diedersdorfer Schloss im Internet angeboten wurde, darauf wies Steuerberater Elmar Ziegenhagen in dieser Woche in der Sitzung der Gemeindevertretung Vierlinden hin. Ob die Gemeinde dazu schon informiert wurde, fragte der Hauptmieter. Er sei es nämlich nicht, fügte er sichtlich sauer an.

„Ein Eigentümer-Wechsel hebt ja die Pachtverträge nicht auf“, versuchte ihn der Abgeordnete Hans-Georg von der Marwitz zu beschwichtigen. Vierlindens Bürgermeister Constantin Schütze sagte, er habe vor zwei Tagen davon erfahren, über die Amtsdirektorin Roswitha Thiede. Die betonte, sie wolle darüber jetzt erstmal die Gemeindevertreter informieren – und zwar im nichtöffentlichen Teil der Sitzung.

Alt-Besitzer haben Interesse

Weiter ging es daher mit dem kommunalen Gästehaus neben dem Herrenhaus. Der Gemeinderat beschloss Ende März den Verkauf. Die Brüder Dzinianis (Handwerker, Berlin) und Dzimitry Katksluba (Wirtschaftsinformatiker, Zürich) stellten als Erwerber ihr Konzept vor. Die gebürtigen Weißrussen wollen es als Wohnhaus nutzen, einen Teil auch vermieten. Beginnen wolle man mit Arbeiten an Dach, Fassade und Fenstern. Wohlwollend hörten dies die Abgeordneten. Amtsdirektorin Roswitha Thiede machte klar, dass erst Verträge gemacht werden müssen. Bauen sei 2019 unrealistisch. „Falls der Zuschlag bestehen bleibt.“ Dies ist unwahrscheinlich. Bürgermeister Constantin Schütze erklärte auf Nachfrage zur Sitzung, dass die frühere Schlossbesitzer-Familie Seidel sowohl zum Schloss-Kauf schon mit der BSG verhandele als auch das Gästehaus haben will. Das habe man im März beim Vertrag mit den Brüdern noch nicht gewusst. Denen werde man wohl absagen, so Schützes Eindruck aus der Sitzung. „Aber das entscheidet sich alles noch im Mai.“

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Hier beginnt der Infotext fett und danach wieder normal⇥Autor XXX