Diebstahlschutz: Polizei codiert mehr E-Bikes in Letschin
Viel gefahren seien sie damit noch nicht. Dazu habe bei Haus, Hof, Garten, Bienen und zu versorgender Mutter bisher einfach die Gelegenheit gefehlt. „Vielleicht waren es an die 200 Kilometer“, berichtet der stolze Besitzer nach kurzem Überlegen über zwei schöne Fahrten, eine nach Zollbrücke, die andere nach Golzow zum Eisessen.
Etwa eine halbe Stunde später ist der 68-Jährige wieder da – diesmal mit dem E-Bike seiner Frau. „Sie muss ja arbeiten“, sagt er und muss nun warten. Zwei Frauen sind kurz zuvor gekommen, mit ihren „normalen“, aber auch noch recht neuen Rädern. Sigrid Enderlein, die für Letschin zuständige Revierpolizistin, und ihre Kollegin Claudia Pirke, sonst Ansprechpartnerin für das Amt Golzow, sind ebenfalls vor Ort, helfen bei der Suche nach den Rahmennummern – dieses Mal etwas versteckt auf der unteren Stange – und den Schreibarbeiten. So muss Martin Reinitz nicht lange warten. Weil er jedoch nur den eigenen Personalausweis dabei hat, enthält die Codierung des Damenrads nun seine Initialen.
Die beiden Frauen sprechen ihn auf sein „Schummelrad“ an und staunen nicht schlecht, als sie hören, dass er an diesem Tag bereits zum zweiten Mal am Schinkelturm ist und überlegt, auch noch mit einem dritten Rad, allerdings ohne Antrieb, vorbeizukommen. „Alle Achtung, er wohnt ja doch ein Stück weg“, sagt eine der Frauen, die mit dem „Reserverad“ für das Enkelkind vorgefahren ist. Zwei Radler – offenbar Ausflügler – kurven am Aufsteller zur Aktion vorbei, fahren dann aber weiter.
Rüdiger Wantzlöben hatte am Vortag bereits 141 Fahrräder – darunter auch mehr E-Bikes – in Neuenhagen bei Berlin mit einem Diebstahlschutz versehen. „Viele Leute haben sich coronabedingt neue Räder angeschafft“, hat er den Gesprächen entnommen. In Letschin rechnet er mit etwa 50 Rädern. Das wäre für die Aktion auf dem Land eine gute Zahl.
Nur wenige Leute tragen Helm
Martin Reinitz hätte sich von ihm ja gern ein paar Tipps für den Umgang geben lassen, aber beim Thema Taglicht muss Wantzlöben passen und rät, noch einmal in die Bedienungsanleitung zu schauen. Das Codier-Team habe stets im Blick, ob die Räder verkehrssicher sind, sagt Dörte Kammann vom Sachgebiet Prävention, aber da sei nur wenig zu beanstanden. Aufgefallen ist ihr allerdings, dass in Letschin kaum einer der Radler einen Helm trägt. Der sei zwar keine Pflicht, aber doch wünschenswert.
Laut Rüdiger Wantzlöben sind in nächster Zeit keine weiteren Codier-Aktionen in der Region vorgesehen. „Wir haben jetzt erst einmal die Termine nachgeholt, die coronabedingt oder aus anderen Gründen ausgefallen sind.“ So sei der in Letschin eigentlich schon im vergangenen Herbst vorgesehen gewesen. An diesem Vormittag habe auch eine Mutter das Fahrrad ihres erwachsenen Sohnes mit dem Diebstahlschutz versehen lassen. „Es war nagelneu, gerade für 400 Euro gekauft“, erinnert sich Wantzlöben und auch daran, dass die Frau erzählt hat, dass zwei Fahrräder der Familie bereits gestohlen worden seien. „Deshalb wollte sie jetzt unbedingt die Codierung.“


