Kritik an Superwahljahr
"Das Ehrenamt, die Politik und das Amt sind und bleiben fest miteinander verbunden. Sie sind Teil der kommunalen Familie und gehören zueinander", erklärte Amtsdirektor Lothar Ebert und ging auf das Superwahljahr 2019 ein. Er verwies auf den Artikel 20 des Grundgesetzes und die besondere Rolle der ehrenamtlichen Wahlhelfer. Die Konzentration an Wahlterminen – Kommunal-, Kreistags- und Europawahl im Mai sowie die Landtagswahl im September – bezeichnete er jedoch als kontraproduktiv und vermeidbar.
Für Detlef Baar, den verstorbenen Bürgermeister von Alt Tucheband, sowie Uwe Bräuning, Ortsvorsteher von Manschnow und Gemeindevertreter in Küstriner Vorland, bat der Amtsdirektor um eine Minute der Einkehr und des Andenkens.
Eine verlässliche Brücke, die alle Gemeinden eng miteinander verbindet, nannte Lothar Ebert die Amtsfeuerwehr, die im Vorjahr zu 16 Bränden und 30 technischen Hilfeleistungen ausgerückt sei. Mit der Überführung des gesamten Anlagevermögens in die Zuständigkeit des Amtes sei ein wichtiger Schritt nach vorn gemacht worden. Nach der Fertigstellung des Gerätehauses in Genschmar werde nun der Neubau in Manschnow vorbereitet. Der Amtsdirektor verurteilte aber auch die Diebstähle und Übergriffe auf Hilfs- und Rettungskräfte.
Spannende Entwicklung
Die Zukunft mitzugestalten, sei, so Ebert weiter, gemeinsame Verpflichtung. Die Erschließung des Amtes durch Verkehrsadern wie die B 1 und B 112 sowie der Ostbahn, der Vorzug eines verlässlichen Grenzübergangs mit einem künftig neuen Schienen- und Straßenbrückenbauwerk sowie die allgemeine konjunkturelle Lage hätten zur Stabilisierung der Einwohnerentwicklung beigetragen. Nach dem Scheitern von Verbandsgemeinde und Kragenamt bleibe es spannend, wie es bei der Verwaltungsreform weitergeht. Die Kommunen des Amtes sähen den Schlüssel dafür in der verlässlichen Verankerung der Verwaltung im ländlichen Raum.
Als Erfolgsgeschichte hob der Amtsdirektor das ehrenamtliche Engagement der 52 Vereine in den Gemeinden hervor. Sein Dank gehörte in dem Zusammenhang auch den Unternehmen, die diese Vereinsarbeit unterstützen.

Mit Ehrennadeln ausgezeichnet


17 Wahlhelfer des Amtes Golzow waren bereits bei mindestens fünf aufeinander folgenden Bundestags- oder Europawahlen seit 2002 ehrenamtlich im Einsatz und erhielten dafür die Ehrennadel des Bundes: Jürgen Willmann, Rosemarie Standfuß, Joachim Zinke und Jana Pichi (alle Alt Tucheband), Ingrid Pötsch, Werner Zäh, Astrid Ostermeyer und Jörg Behlendorf (alle Bleyen-Genschmar), Margit Lehmann (Golzow), Werner Schütze und Lothar Heimlich (beide Küstriner Vorland), Annelies Perst, Karin-Maria Langer, Gundula Nieguth, Birgit Glatzer, Gabriela Thomas und Volker Masch­ler (alle Zechin).

Für ihr ehrenamtliches Wirken im Bereich des Amtes Golzow, darunter in Vereinen, Einrichtungen und in der Kommunalpolitik, wurden Joachim Zinke, Angelika Thiedemann (beide Alt Tucheband), Ehrenfried Bresch (Golzow), Torsten Schrödter, Marko Berger, Kerstin und Torsten Viedt, Herwig Pohl, Hans-Joachim Baumstark, Astrid Bialek, Gudrun Wurl sowie Elisabeth Valentin (alle Küstriner Vorland) und Michael Spiegler und Mario Glatzer (beide Zechin) mit der Ehrennadel des Amtes Golzow gewürdigt.