Einweihung
: Ein neues Kapitel Bahnfahrt

Das Gelände des Letschiner Eisenbahnvereins war am Himmelfahrtstag das Mekka Hunderter Eisenbahnfans aus der Region.
Von
Ines Weber-Rath
Letschin
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  • Die ersten Fahrgäste: Horst Jermes aus Frankfurt und Justin Pommerening vom Letschiner Eisenbahnverein (v.l.) sorgten für den Antrieb der Draisine, Monika Weiland und Gabriele Kriegel (vorn) genossen die Fahrt.

    Die ersten Fahrgäste: Horst Jermes aus Frankfurt und Justin Pommerening vom Letschiner Eisenbahnverein (v.l.) sorgten für den Antrieb der Draisine, Monika Weiland und Gabriele Kriegel (vorn) genossen die Fahrt.

    Johann Müller
  • Vorgestellt: Tomasz Zolkiewicz (2.v.l.) und Edward Zys (2.v.r.) zeigen Manfred Nickel und Kristy Augustin (MdL, CDU) die neue Ausstellung zur deutsch-polnischen Eisenbahngeschichte in der Region.

    Vorgestellt: Tomasz Zolkiewicz (2.v.l.) und Edward Zys (2.v.r.) zeigen Manfred Nickel und Kristy Augustin (MdL, CDU) die neue Ausstellung zur deutsch-polnischen Eisenbahngeschichte in der Region.

    Johann Müller
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War das ein Trubel! Das Gelände des Letschiner Eisenbahnvereins am Bahnübergang war am Himmelfahrtstag das Mekka Hunderter Eisenbahn– und Partyfans aus der Region. Die Mitglieder des rührigen Vereins hatten eingeladen, dessen 20. Geburtstag mit zu feiern und jede Menge Attraktionen aufgefahren.

So wurde der erste Abschnitt der Draisine–Strecke eingeweiht. Dafür war das in den 90–er Jahren stillgelegte ehemalige Anschlussgleis, das zur einstigen Zuckerfabrik in Voßberg führte, reaktiviert worden. „Da wir das Gleis mit dem Bahnhofsgelände gekauft haben, bot sich die Nachnutzung geradezu an“, sagt Bernd Kutzke, der Co–Vorsitzende des Eisenbahnvereins.

Altgleis aus „Urwald“ befreit

In vielen Arbeitseinsätzen, vor allem an Sonnabenden, haben die rund 40 Vereinsmitglieder das völlig eingewachsene Gleisbett der 1435 Millimeter–Normalspur aus dem „Urwald“ befreit und ans Licht geholt. Küchenchef Arno Pommerening habe die Helfer immer mit Soljanka versorgt, erinnert sich Kutzke.

Er bedankt sich namens des Vereins auch bei den Letschiner Gemeindearbeitern, die mit Technik halfen, die verschütteten Weichen auf der rund 600 Meter langen Strecke zwischen dem Bahnübergang und dem Ende des Bahnsteigs am Bahnhof wieder frei und beweglich zu bekommen. Die von der letzten Weiche in die freie Landschaft und zum Draisinen–Schuppen führenden Gleisabzweige sind der zweite, ebenfalls rund 600 Meter lange Abschnitt, den die Vereinsmitglieder nun reaktivieren wollen.

Wie schön es sich auf der Strecke fährt, erlebten am Himmelfahrtstag als Erste Monika und Karl–Heinz Weiland aus Küstrin–Kietz sowie Gabriele und Horst Jermes aus Frankfurt. Sie hatten im 17–jährigen Justin Pommerening tatkräftige Unterstützung. Der junge Letschiner, der seit seinem 6. Lebensjahr Mitglied im Eisenbahnverein ist, war mit Horst Jermes die treibende Kraft der Draisine — und nach 1200 Metern durchaus etwas außer Puste.

Regina Träber aus Quappendorf und Enkelin Josephin Schmidt (11) hatten beim Glücksrad–Drehen Freifahrten in der Draisine gewonnen, die eine Leihgabe Frankfurter Eisenbahnfreunde aus der Bahnsozialwerk–Gruppe (BSW) war. „Das sind ja hier ein wunderbares Gelände und eine tolle Draisine–Strecke“, schwärmten Irene und Detlef Malzahn. Die Frankfurter waren erstmals Gäste des Letschiner Vereins. Die Draisine sei zu DDR–Zeiten in der Frankfurter Eisenbahn–Lehrwerkstatt instand gesetzt worden, wusste Detlef Malzahn. Der Ex–Eisenbahner ist Mitglied der BSW–Gruppe.

Besuch polnischer Freunde

Die Letschiner wollen mit Hilfe polnischer Eisenbahnfreunde aus Zary (Soran) versuchen, eine eigene Draisine zu bekommen, verriet Bernd Kutzke. 50 der polnischen Freunde, die Partner des Letschiner Vereins in einem geförderten Projekt zur Aufarbeitung der regionalen Eisenbahngeschichte sind, waren Gäste des Jubiläumsfestes am Donnerstag.

Sie hatten den zweiten Teil einer Ausstellung zur deutsch–polnischen Eisenbahngeschichte in der Grenzregion mitgebracht. Der erste Teil war im vorigen Jahr fertiggestellt worden und ist noch etwa zwei Wochen an der Rückseite des Fachwerkhauses am Bahnübergang zu sehen.

Premiere hatte zur Himmelfahrtsparty auch die von Manfred Nickel, dem zweiten Vorsitzenden des Eisenbahnvereins, und einigen Mitstreitern gebaute Gartenbahn – die auch zum Biertransport taugte.