Energiepark in Golzow
: Windräder vor den Seelower Höhen – jetzt kommt der Landrat ins Spiel

Zum geplanten Windpark in Golzow gab es bisher zwei Info-Veranstaltungen. Die Einwohner kritisieren den Austausch als nicht unabhängig genug und erhoffen sich den nun von MOL-Landrat Gernot Schmidt.
Von
Katja Gehring
Golzow
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Zum geplanten Windpark in Golzow gab es bisher zwei Info-Veranstaltungen. Die Einwohner kritisieren den Austausch als nicht unabhängig genug und erhoffen sich den nun von MOL-Landrat Gernot Schmidt. (Symbolbild)

Jan Woitas/dpa

Die Flächenziele der Bundesregierung für den Ausbau erneuerbarer Energien und der nicht mehr gültige Regionalplan für Windkraft machen den Menschen in Golzow zu schaffen. Plötzlich bekunden wieder Investoren Interesse an Flächen in der Gemeinde. Um Projekte von außen zu verhindern, haben Gemeinde und Verantwortliche der Odega-Gruppe eigene Pläne entwickelt und den Golzowern vorgestellt. Zwei Info-Veranstaltungen waren dazu einberufen worden. Zu wenig, sagen Anwohner. Sie hätten sich mehr unabhängigen Austausch gewünscht, bevor Ende Juni ein erster Beschluss dazu gefasst wurde und bringen deshalb MOL-Landrat ins Spiel.

Gernot Schmidt (SPD) und Wolfgang Rump, Leiter der Regionalen Planungsgemeinschaft, haben sich bereit erklärt, Interessierten am Mittwoch, 27. September, ab 18 Uhr im Gemeindezentrum Rede und Antwort zu stehen. „Damit wir vor richtungsweisenden Abstimmungen aus verschiedenen Perspektiven über unsere Rechte und Pflichten aufgeklärt sind“, heißt es in der Einladung von Sabrina Schönfelder, Rita Kosa, Annette Nielsen, Ulrike Wagner und Peter Tiedke.

Fragen beantworten und Bedenken einordnen

In dem Aushang erinnern die Initiatoren noch einmal daran, dass während einer Informationsveranstaltung eine Energiepark-Idee der Odega-Gruppe mit mehreren zirka 260 Meter hohen Anlagen vorgestellt wurde. „Diese Anlagen werden raumprägend die Landschaft gestalten, möglicherweise auch die Lebensqualität der Menschen im Dorf beeinträchtigen“, warnen sie und haben dabei Lärm und Schattenwurf im Fokus. Die Initiatoren kritisieren außerdem, dass es bisher keine Antworten auf Fragen zu alternativen Standorten auf weniger wertvollem Ackerboden gab.

Vielmehr wurde durch die Gemeinde „das Investitionsvorhaben der Odega-Gruppe als alternativlos günstig für uns dargestellt“. Die Golzower, die zur Einwohnerversammlung am 27. September einladen, erklären weiter: „Wir fühlen uns nicht umfänglich und unabhängig informiert.“ Die Veranstaltung im Gemeindehaus soll dazu beitragen, offene Fragen zu beantworten und die unterschiedlichen Bedenken einzuordnen. Ihr Aufruf lautet: „Lassen Sie uns konstruktiv miteinander über dieses wichtige Thema sprechen.“