Die deutsche Kriegsgräberstätte auf dem Alt Zeschdorfer Friedhof sei dringend sanierungsbedürftig, meint Heidemarie Rust aus dem Lebuser Bau- und Ordnungsamt. Sie hatte Landschaftsarchitekt Andreas Kittner mit einer Grobplanung für die Rekonstruktion der Anlage beauftragt. Als diese jetzt den Zeschdorfer Gemeindevertretern vorgestellt wurde, gab es heftige Diskussionen.

Die alte Hecke soll weg kommen

Während der Planer die teils vertrocknete Tujahecke für zu alt und zu hoch empfindet und das Entfernen empfiehlt, meinte der Abgeordnete Frank Fries: Der Charme der Anlage bestehe gerade darin, dass die Hecke den Blick auf die nahe Landstraße und den Landhandel verdecke. Die Hecke dürfe nicht weg, bevor eine Neupflanzung gesichert sei, fordert Fries.

Die Mauer kippt nach hinten um

Problematisch sei zudem die Feldsteinmauer, vor der die Hecke wächst: „Die kippt nach hinten weg“, sagt Bürgermeister Uwe Köcher. Andreas Kittner vermutet, dass die Tujabäume das Fundament der Mauer unterhöhlt haben. Den Zustand der Mauer könne man erst richtig einschätzen, wenn die Hecke weg sei, so der Planer. Die Sanierung der Mauer hält er für zu kostspielig und empfiehlt stattdessen eine Gabionenwand.
Mit einer solchen Mauer habe man im Amtsbereich gute Erfahrungen gemacht, zuletzt auf der Reitweiner Kriegsgräberstätte erklärte Heidemarie Rust. Peter Birkholz, sachkundiger Einwohner im Bauausschuss, sprach sich zunächst für eine Probeschachtung an der Mauer aus. In besagtem Abschnitt habe es zum Kriegsende einen Bombeneinschlag gegeben, der aber repariert worden ist, so der Alt Zeschdorfer. Birkholz hält den Zustand der Friedhofsmauer auf der gegenüberliegenden Seite für „viel schlimmer“.

Wasserentnahmestelle in der Nähe

Doch gefördert bekäme die Gemeinde nur den Mauerbau an der Kriegsgräberstätte. Und zwar aus der Pflegepauschale des Landkreises für solche Anlagen, wie Heidemarie Rust erklärte. Sie hat den Antrag auf Mittel für die Rekonstruktion der Alt Zeschdorfer Anlage eingereicht.
Er beinhaltet auch die Erneuerung und Ergänzung der Zuwegung: Die bisherige Sackgasse soll zu einem von zwei Seiten aus begehbaren Rundweg und mit Betonpflaster ausgebaut werden.
Damit das Gießwasser künftig nicht mehr über so lange Wege heran geführt werden muss, habe er das Verlängern der Zuleitung und den Bau einer Wasserentnahmestelle an der Anlage geplant, erklärte Andreas Kittner.
Die Abgeordneten waren sich letztlich einig, dass das Vorhaben nur umgesetzt werden kann, wenn die 100-pozentige Förderung gesichert ist. Wie Frank Fries hätte sich auch der Alt Zeschdorfer Axel Buggisch gewünscht, dass man vorm Einreichen des Förderantrages über das Projekt informiert worden wäre.