Firmenumzug: Seelower LTG ist jetzt ein Berliner Unternehmen
Die LTG Seelow hat ihre Präsenz in der Kreisstadt beendet. Seit zwei Monaten befindet sich der komplette Firmensitz in Berlin-Marzahn. „Das ist ein Prozess gewesen, der sich im Laufe der Jahre vollzogen hat“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Adnan Abali im MOZ-Gespräch. Die Leitungs- und Tiefbaugesellschaft Seelow mbH entstand 1990 nach der Übernahme der Mehrheitsanteile an der einstigen Meliorationsgenossenschaft „Oderbruch“ Seelow durch die L.T.G. Leitungs- und Tiefbaugesellschaft mbH & Co. KG Neuss. Daraus resultierte letztlich der Name. Bis heute sei das Unternehmen Mitgesellschafter, erklärt Abali, es gebe ein gutes Miteinander.
Kaum noch Aufträge vor Ort
„Das operative Geschäft führen wir seit mehr als zehn Jahren von Berlin aus“, erklärt er. Denn die Aufträge in und um Seelow reichten längst nicht mehr zum wirtschaftlichen Überleben des Unternehmens. In den ersten Jahren nach der politischen Wende hatten die Tiefbauexperten reichlich zu tun. Doch nachdem Wasser-, Abwasser- und Telekommunikationsleitungen verlegt waren, musste sich die LTG in anderen Regionen Aufträge suchen. Der Bau der Chip-Fabrik in Frankfurt/Oder war der letzte große Auftrag im unmittelbaren Umfeld.
In einer Übergangszeit versuchten sich die Tiefbauer auch im Häuserbau. In Seelow entstand das Wohngebiet „Am Spring“. "Das war nur eine Zwischenetappe“, blickt Adnan Abali zurück. „Unser Kerngeschäft ist der Tiefbau.“ Und da hätten die 75 Mitarbeiter nach wie vor in und um Berlin viel zu tun. Mitgenommen in die Hauptstadt hat die Firma Namen und Logo. Und das soll auch so bleiben, versichert der Geschäftsführer. In den zurückliegenden Jahren hatte die LTG in Ahrensfelde ihren Hauptsitz. Jetzt sind Geschäftsführung und Verwaltung weiter ins Zentrum gerückt. Schon zu Ahrensfelder Zeiten sei der Hauptteil der Gewerbesteuern dorthin geflossen, sagt Abali. Die Leitungs- und Tiefbaugesellschaft Seelow mbH erwirtschaften mittlerweile einen Jahresumsatz von rund zehn Millionen Euro.
Die Verbindung zum einstigen Stammsitz blieb dennoch bestehen, betont Abali. „Schon dadurch, dass gut 70 Prozent unserer Belegschaft nach wie vor aus dieser Region kommen. Sie bilden die Stützen unseres Unternehmens.“ Er freut sich, wenn über Mund-zu-Mund-Propaganda viele Fachkräfte den Weg ins Unternehmen finden. Gerade habe er wieder drei Mitarbeiter einstellen können, die viele Jahre im Ausland auf Montage arbeiteten. Inzwischen gebe es kaum noch Lohnunterschiede zu den im Ausland tätigen Monteuren, weiß der Geschäftsführer. Und letztlich sei es auch ein Stück mehr Lebensqualität, wenn die Betreffenden eben nicht mehr ständig auf Achse sind, sondern auch neben ihrer Arbeit am Familienleben teilhaben können. „Wir suchen immer Fachkräfte“, ermutigt Abali die Märkisch-Oderländer, die über über einen Arbeitsplatzwechsel nachdenken. Er sieht das Unternehmen gut aufgestellt, um auch künftig gesicherte Arbeitsplätze bieten zu können. Seit Jahren gibt es einen Rahmenvertrag mit den Berliner Wasserbetrieben, der Aufträge sichert.
Gefragte Tiefbauspezialisten
Reichlich zu tun haben die LTG-Mitarbeiter zudem für die Berliner Flughäfen. Auch dort sind auf allen Baustellen die Fahrzeuge mit dem LTG-Logo im Einsatz. Die Spezialisten für den Leitungs- und Tiefbau realisieren für Großinvestoren auf vielen Bauplätzen Erschließungsarbeiten, auch über Berlin hinaus, so wie derzeit zum Beispiel für ein Wohngebiet am Dämmeritzsee im benachbarten Landkreis Oder-Spree.
Man bleibe Seelow jedoch nicht nur im Firmennamen verbunden, versichert Adnan Abali. Er verweist auf die Immobilien in der Kreisstadt wie den Sitz der Agentur für Arbeit und des Jobcenters in Seelow. Auch Wohnhäuser gehören nach wie vor zum Bestand. Er selbst hat zudem im Oderbruch auch für sich privat einen Rückzugsort gefunden, „weil ich die Menschen und diese Landschaft mag“.

