Fahrradfelgen umfunktioniert

Neben Bockwurst, Waffeln, Quiche, belegten Ciabattas und anderen Snacks bietet sie Regionales und Lebensmittel an – was Radtouristen, Wohnmobilisten oder auch Einheimische auf die Schnelle so brauchen. "Wenn etwas übrig bleibt, kann ich es noch selbst verarbeiten", sagt sie und hat für das Café wieder einiges selbst "gebastelt". Die Theke zum Beispiel oder die Lampen mit Fahrradfelgen.
Zu sehen sind in dem Raum zurzeit ebenfalls eindrucksvolle Schwarz-­Weiß-Aufnahmen aus dem Oderbruch von Heike Zappe aus Neulietzegöricke. Die neue Ausstellung in der Hafenmühle in Kienitz wird ebenso angekündigt wie die Sommergalerie im Neulewiner Moserhof. Daneben wird eine Dachgeschosswohnung mit Blick auf den Fluss angeboten, der in Sichtweite träge dahin fließt. Nur der Kundenstrom will an diesem Nachmittag nicht so recht abreißen. Wenn es danach ginge, könnte sie an manchen Tagen bis in den Abend hinein bleiben, sagt Sabine Brandenburg lachend, schickt niemanden weg, nutzt jedoch die nächste Gelegenheit, die türkisblauen Liegestühle und die Aufsteller reinzustellen. Geöffnet hat sie inzwischen seit Ostern. Anfangs gab es alles nur zum Mitnehmen.
Sabine Brandenburg stammt ursprünglich aus Hannover. 1978 kam sie erstmals ins damals noch geteilte Berlin und lebt seit 2011 im Oderbruch. "Ich wollte nicht mehr pendeln", sagt sie und tüftelt gerade an Pizzawaffeln, die sie demnächst anbieten will. All jenen, die sie beim jüngsten Neustart unterstützten, darunter Ortsvorsteher Jens Elsholz und Stefan Hessheimer von der Galerie "Koch und Kunst", ist sie dankbar.

Öffentliches WC

Die Schwestern Julia und Anna Tille, die das benachbarte Maschinenhaus betreiben, seien nicht nur ihre Verpächterinnen, sondern hätten ihr auch mit Gläsern geholfen. "Ich dachte schon, ich hätte viele, aber jetzt, wo sie länger gespült werden müssen, kam ich an meine Grenzen." Nutzen darf sie in diesen Wochen tagsüber auch die Terrasse des Maschinenhauses. Im Schaukasten werden Gäste über Öffnungszeiten anderer Häuser und Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe informiert. Das gehe ebenso auf die Tille-Schwestern zurück wie die Schaffung einer öffentlichen Toilette, nach der Sabine Brandenburg meist als erstes gefragt wird. Das Hinweisschild ist bereits beantragt, weiß sie.

Kulturhafen Groß Neuendorf

Das Denkmalensemble "Kulturhafen Groß Neuendorf" wurde 2005 durch den Berliner Architekten Jens Plate saniert. Dabei wurde der Verladeturm zu einer Ferienwohnung über die oberen vier Etagen und zum Turmcafé mit einer Ausstellung in den unteren drei Etagen umgebaut. Die einstige Förderbrücke dient als Zugang und Aussichtsplattform. Die dort angebrachten Schaukeln erfreuen sich bei Groß und Klein. Im Maschinenhaus befinden sich heute ein Hotel und Restaurant. Übernachtet werden kann auch in Bahnwaggons, einer wird als Theater genutzt. Es gibt einen Skatepark, Fahrradverleih und weitere Angebote. Mehr dazu: www.gross-neuendorf.de azi