Gesundheit: Verein „Specht“ will Gesundheitstreff in Gusow-Platkow aufbauen
Vielmehr gehe es bei dem Projekt mit ganzheitlichem Ansatz um Gesundheit im weitesten Sinne und vor allem auch um die nachrückenden Generationen. Die Ärztin hatte die Vision eines Gesundheitsbahnhofs bereits vor zwei Jahren erstmals den Gemeindevertretern vorgestellt. „Wir wollen die Region einbeziehen, ein gemeinsames Konzept erarbeiten und umsetzen“, sagt sie.
Deshalb waren am Vormittag bereits Vertreter der Vereine des Ortes eingeladen. Unter den 18 Vertretern seien auch Bürgermeister Frank Kraft und Gemeindevertreter gewesen, berichtet Thomas Drewing, Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins Gusow-Platkow. Er führt Gäste durch das 1866 an der Ostbahn errichtete Empfangsgebäude.
Freistellung der Deutschen Bahn liegt vor
Hans Peter Thierfeld, Geschäftsführer der Seelower Wohnungsbaugesellschaft, ist ebenfalls vor Ort. Die Sewoba hat die Immobilie vor neun Jahren erworben, Hülle und Umfeld soweit gesichert. Seit Kurzem liege die Freistellung der Deutschen Bahn vor, so Thierfeld und bezeichnet dies als eine weitere wichtige Voraussetzung, um das Haus mit Leben zu erfüllen.
Ohne Fördermittel wird das allerdings schwierig, hatte er von Beginn an deutlich gemacht. „Wir haben noch erheblichen Sanierungsaufwand in unserem Wohnungsbestand“, sagt er und will mit den Mitstreitern um Berit Meyerrose nun einen langfristigen Mietvertrag angehen. Diese haben im Februar den Verein Specht gegründet. „Um Fördermittel beantragen zu können, benötigten wir eine juristische Person“, erläutert die Medizinerin und fügt hinzu: „Inzwischen haben wir bereits die Gemeinnützigkeit bestätigt bekommen – und das in Corona-Zeiten.“ Der Name Specht stehe für sozialpädagogisch engagiert für chancengleiche Teilhabe. Der Verein will Unterstützung durch ganzheitliche Betreuung im gesundheitlichen wie psychosozialen Bereich und insbesondere in deren beider Verbindung anbieten, heißt es im Konzept.
Für das interessiert sich an diesem Nachmittag auch Bettina Fortunato (Linke), Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Kreistages Märkisch-Oderland. „Das Projekt braucht mehr Befürworter aus der Region, sonst wird es nicht funktionieren“, sagt sie. Johannes Menzel, Mitarbeiter in der vom Internationalen Bund getragenen Gemeinschaftsunterkunft, ist mit einigen Bewohnern ebenfalls gekommen. Den Ansatz, Dorfbewohner und Geflüchtete einzubeziehen, bezeichnet er als er spannend.
Weitere Infoveranstaltungen
Seelows Bürgermeister Jörg Schröder verweist unterdessen auf Hilfe und Unterstützung bis hin zum Landkreis und der Kompetenzstelle Bahnhof im Land Brandenburg, die sich den Gesundheitsbahnhof als Pilotprojekt vorstellen könne. „Jetzt brauchen wir vor allem ein Zeichen aus dem zuständigen Ministerium“, sagt er etwas ungeduldig. Schließlich sei vor neun Jahren der erste symbolische Pinselstrich im Gebäude gemacht worden. „Ich will im nächsten Jahr nicht wieder hier stehen, ohne ein Stück vorangekommen zu sein. Aber ohne Fördermittel übersteigt das unser aller Möglichkeiten.“
Immer wieder ist auch der Wunsch nach einem kleinen Bistro oder Restaurant im Bahnhof zu hören. Noch bis Jahresende will der Verein Specht Meinungen einholen und vor allem Menschen gewinnen, die mitwirken, macht Berit Meyerrose deutlich. Die nächsten Info-Veranstaltungen seien für den 8. August, den 10. Oktober und den 12. Dezember vorgesehen.
Mehr Infos gibt es im Internet unter www.specht-bunt.eu

