Die Kosten für die Planung übernimmt der Vorhabenträger, die Naturstrom AG mit Sitz in Senftenberg. Das wird in einem städtebaulichen Vertrag geregelt, den die Gemeinde mit dem Projektentwickler schließt. Und nicht nur das. Vertraglich fixiert werden soll auch, dass die Gemeinde und ihre Bürger, vor allem die Petershagener, etwas von dem "grünen Kraftwerk" vor ihrer Haustür haben.
Die Rede ist von 8000 Euro im Jahr, die aus dem Stromerlös in einen Regionaltarif für Zeschdorfer Stromkunden und in nachhaltige Projekte der Gemeinde fließen sollen. Und von einer Beteiligung der Kommune an potenziell steigenden Stromerlösen der Naturstrom AG aus der Petershagener Anlage. Bei mehr als 5,5 Cent je Kilowattstunde wären das zum Beispiel rund 16 000 Euro im Jahr, erklärte Naturstrom-Projektleiter Torsten Leske. Die Firma hat sich zudem bereit erklärt, eine Photovoltaikanlage auf dem geplanten Neubau der Petershagener Kita zu finanzieren.
Eigentlich sollte es vor der Beschlussfassung im Gemeinderat eine Einwohnerversammlung in Petershagen geben, in der das Projekt vorgestellt wird. Doch das war wegen der Corona-Pandemie nicht möglich. Stattdessen haben alle Petershagener Haushalte eine Info-Broschüre erhalten.
Bei der ersten Information über das Vorhaben im Oktober vorigen Jahres war noch von rund 90 Hektar Solarparkfläche die Rede. Inzwischen habe man sich laut Leske rund 75 Hektar Land minderer Bodenqualität der Agrarproduktion Falkenhagen zur Pacht gesichert. Doch nicht alles soll bebaut werden. Man werde die Module nicht gleich hinter den Häusern, sondern erst hinter der kleinen Anhöhe errichten, so der Projektleiter. Auf einem Teil der Fläche sollen Ausgleichsmaßnahmen, wie eine Streuobstwiese, realisiert werden.
In ihr bislang größtes Projekt wird die Naturstrom AG voraussichtlich bis zu 60 Millionen Euro investieren. Denn sie muss für den Solarpark ein eigenes Umspannwerk bauen. Mit dem Baubeginn rechnet Torsten Leske ab dem Frühjahr 2022.
Firmensitz wird vor Ort sein
Vereinbart haben die Zeschdorfer mit dem Projektentwickler, der auch Betreiber der Anlage sein will, zudem, dass der Firmensitz der zu gründenden Tochterfirma vor Ort, in Petershagen sein wird. Das sichert der Gemeinde die Gewerbesteuereinnahme. Eine Tochterfirma der Naturstrom AG betreibt den Windpark in benachbarten Jacobsdorf.