Hochwasser an der Oder
: Deichwachdienst – Gemeinden suchen noch Freiwillige

In den Gemeinden und Ämtern entlang der Oder reichen die gemeldeten Deichläufer nicht aus. Wie sie entschädigt werden und was auf sie zukommt.
Von
Ulf Grieger
Seelow
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Einweisung der Deichläufer im Sommer 2010 in Reitwien: Martin Porath vom Deichverband gibt die Hinweise für die Einsatzkräfe

Einweisung der Deichläufer im Sommer 2010 in Reitwein: Martin Porath vom Deichverband gibt die Hinweise für die Einsatzkräfte. (Archivfoto)

Michael Märker
  • Kommunen an der Oder suchen Freiwillige für Deichwachdienst bei Hochwasser.
  • 204 Deichläufer überwachen Deiche in 17 Abschnitten; weitere Helfer benötigt.
  • Schulungen am 18. und 19. September in Küstrin-Kietz und Hohenwutzen.
  • Kommunen zahlen Ausgleich für Verdienstausfall; Einsatz in 12-Stunden-Schichten.
  • Sandsack-Füllplätze werden wie 1997 vorbereitet; Bürger aus anderen Kommunen willkommen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Kommunen entlang der Oder in Märkisch-Oderland suchen weitere Freiwillige zur Unterstützung in der Hochwassergefahrenlage. Darüber informierte Johanna Seelig, Sprecherin der Kreisverwaltung.  Die Bereitschaft sei zwar bereits hoch. Um aber eine lückenlose Schichtablösung zu gewährleisten, bestehen noch vereinzelt Bedarfe in Lebus, Bad Freienwalde, Golzow und anderen Gemeinden.

Insgesamt 204 Deichläufer kontrollieren bei Hochwasser die Deiche in 17 Abschnitten. Interessierte können sich bei den Ämtern Lebus, Golzow, Barnim-Oderbruch, der Gemeinde Letschin und der Stadt Bad Freienwalde melden.

Ausgleich für Verdienstausfall zahlen die Kommunen

Die Deichläufer sollten körperlich in der Lage sein, längere Fußmärsche zu bewältigen. Kenntnisse über die Deiche und baulichen Besonderheiten der Bauwerke sowie alle Informationen rund um die Kontrollgänge der Deichwachen werden von Fachleuten vermittelt. Die dazugehörigen beiden Schulungen werden am Mittwoch, (18. September) um 18 Uhr im Kulturhaus Küstrin-Kietz, sowie am Donnerstag, (19. September)  um 18 Uhr im Dorfgemeinschaftszentrum Hohenwutzen stattfinden.

Hochwasser 2010 bei Genschmar: Für die 70 Deichläufer des Amtes Golzow, von denen immer jeweils 48 im Einsatz waren, gab es zum Dank Kuchen, den die Seniorenvereine Rathstock und Gorgast gebacken hatten.

Hochwasser 2010 bei Genschmar: Für die 70 Deichläufer des Amtes Golzow, von denen immer jeweils 48 im Einsatz waren, gab es zum Dank Kuchen, den die Seniorenvereine Rathstock und Gorgast gebacken hatten.

Johann Müller

Die Deichläufer werden in 12-Stunden-Schichten eingesetzt. Die nötige Ausrüstung und schützende Bekleidung stellt der Landkreis MOL zur Verfügung. Ebenso die Nachrichtentechnik. Für den finanziellen Ausgleich des Verdienstausfalles des Freiwilligen muss die jeweilige Kommune aufkommen. Dabei gelten dieselben Regeln wie bei den Einsatzkräften der Feuerwehr, so Johanna Seelig.

Auge und Ohr der Deichverteidigung

Die Deichläufer sind das „Auge und das Ohr“ der Deichverteidigung. Das heißt, dass sie die Ersten sind, die wasserseitigen möglichen Schäden am Deich durch Biber oder Scharrlagen durch Treibgut melden. Landseitig geht es um mögliche Sickerstellen mit oder ohne Materialaustrag.

Jeder Schaden am Deich muss sofort behoben werden, um die Standsicherheit des Deichkörpers während dieser angespannten Hochwassersituation gewährleisten zu können. Auch Bürgerinnen und Bürger aus anderen Kommunen können gern als Deichläufer unterstützend tätig werden, so Johanna Seelig.

Oderdeich bei Reitwein: Deichläufer werden dort ab einer Hochwasseralarmstufe III eingesetzt.

Oderdeich bei Reitwein: Deichläufer werden dort ab einer Hochwasseralarmstufe III eingesetzt.

Peter Grenz

Sandsackplätze werden vorbereitet

In Märkisch-Oderland werden ähnlich wie beim Hochwasser 1997 Sandsack-Füllplätze vorbereitet. Für die private Vorsorge der Bürger gibt es noch keine Angebote des Landkreises. Eine Ausnahme besteht für die Altstadt Lebus, wo das Amt und die Stadt die Hilfe bereits organisieren.