Immobilien: Defekte Heizung in kommunalen Wohnhaus in Wulkow

Gesperrter Schornstein und Gasöfen in einem kommunalen Wohnhaus in Wulkow sorgt im Gemeinderat für Diskussionen. Rechts unbewohnt, links wegen defekter Heizung jetzt kalt, die Wohn-Baracke in Wulkows Hauptstraße 6
Cornelia Link-Adam/MOZZur Reparatur sollten die Abgeordneten 20 bis 30 000 Euro aus dem Haushalt freigeben. Davon überrumpelt, verweigerten sie ihre Zustimmung, wollten erst einmal einige Fakten zum Vorfall vorliegen haben. Die Entscheidung darüber kam nun erneut in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung aufs Tableau – und nach einigen Debatten wurde die Entscheidung in den September vertagt.
Die Heizungsanlage mit DDR–Standard erfüllt laut Emmisionsschutzgesretz von 2010 die Werte nicht mehr. Die Sewoba, als zuständiger Wohnungsvermieter, hat die Erneuerung dringend angeraten, da die Anlage zum Jahresende durch den Schornsteinfeger Kai–Uwe Bohne außer Betrieb gesetzt werden muss. Eine Reparatur oder Herrichtung der Heizkessel ist laut Bohne nicht möglich. Die Mieter haben seit Frühjahr keine Heizung mehr in ihren Wohnungen, weil der Schornsteinfeger im April schon den Schornstein und die Öfen in dem Mietobjekt gesperrt hatte. Eine Erneuerung müsste somit schon vor der nächsten Heizperiode – die beginnt im September – vollzogen werden.
Um dies zu finanzieren, gab es nun seitens der Kämmerin grünes Licht. Etliche Angebote wurden eingeholt, für eine Firma sollte sich der Gemeinderat entscheiden. Die gut 20 000 Euro zur Finanzierung stünden aus den Überschüssen aus kommunalen Mieteinnahmen (40 000 Euro gesamt für alle Wohnungen in der Gemeinde) im Haushalt bereit.
Dass man erst jetzt über die Erneuerung der Heizungsanlage informiert wurde, sie defekt bereits gesperrt sei, ärgerte Sven Kloss, Fraktionschef von SPD/Linke, in der Sitzung sichtlich. Er hatte mit dem Schornsteinfeger Rücksprache gehalten. Bekannt sei das Erneuerungsproblem demnach schon seit 2010. „Darüber hätte die Sewoba mal früher schon Bescheid sagen sollen.“ Dass man in das marode Gebäude überhaupt noch eine teure Heizung einbauen wolle, sei wirtschaftlich nicht nachvollziehbar, fand Gabriele Masche (Fraktion Aktiv für Neuhardenberg).
Dass die Mieter nicht ausziehen wollen, kam vom Bürgermeister Mario Eska (Linke). Von einer „Schrottimmobilie“, die man sicher nicht mehr verkauft bekomme, sprach Jürgen Auge (Linke). Fünf Wohnungen gebe es der Holzbaracke. Nur zwei seien noch bewohnt.
Für die Finanzierung zum Kauf einer Heizungsanlage sofort aus den Mietüberschüssen der Gemeinde war Cornelia Korbanek (Aktiv für Neuhardenberg). Ihr Antrag dahingehend fiel allerdings mehrheitlich durch.
EWE–Leasing als Alternative
Stattdessen einigten sich die Abgeordneten mehrheitlich darauf, die Alternative zu wählen: Seitens der Amtsverwaltung war bekannt gegeben worden, dass die Gemeinde mit der EWE einen zehn Jahre laufenden Wärme–Contracting–Vertrag machen könne. Der Wärmeversorger schafft ein modernes, effizientes Heizgerät an, installiert es und sorgt für reibungslosen Betrieb. Die monatlich anfallenden Kosten werden dann auf die Mieter umgelegt. Von 155 Euro pro Mieter war die Rede. Diese hätten dem Vorschlag auch schon zugestimmt.
Das Leasing der Anlage befürworteten die meisten Abgeordneten als sinnvoller als einen sofortigen Kauf einer Heizungsanlage. Es wurde beschlossen, dass das Amt einen Leasingvertrag mit der EWE aushandeln soll, über den in der Gemeinderatssitzung am21. September abgestimmt wird.
