Vor zwölf Jahren war das Verfahren eröffnet worden, das 2900 Hektar in den Gemarkungen Golzow, Friedrichsaue, Gorgast, Manschnow, Neu- und Alt Tucheband sowie Langsow betrifft. 1200 Grundstücke, die 415 Teilnehmern gehören, werden dabei so geordnet, dass die Eigentümer auf Wegen zu ihren Grundstücken kommen. Inzwischen wurden die Grundstücke bewertet und getauscht. Eine Feld- und Absteckkarte zeigt die neuen Grenzen, die nun auch vor Ort mit Holzpflöcken markiert werden. Auch im August und September wird es dafür Termine mit den Eigentümern geben. Um diese Punkte zu finden, nutzen die Vermesser ein GPS-Gerät. "Das zeigt bis zu drei Zentimeter genau die Koordinaten an", erklärt Rainer Zache vom Vermessungsbüro. Nicht immer werden dort auch Grenzsteine gesetzt. Denn die würden, wenn sie mitten in der Feldmark liegen, bei der Bodenbearbeitung hinderlich werden.
Abschluss in fünf Jahren
Man sei etwa in der Mitte des Verfahrens; rechne damit, bis  2025 alles abgeschlossen zu haben, sagt Simone Luther. Sie ist knapp 30 Jahre schon bei solchen Verfahren im Land dabei; seit 2004 für den Verband tätig.
Die Zusammenarbeit mit den Eigentümern im Verfahren schätzt Petra Stahl, Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft, als sehr gut ein. Und das von Beginn an. In den Jahren 2014/15 hatten die Plan-Wunsch-Gespräche stattgefunden, bei denen die Weichen zur Neuordnung der Flurstücke gestellt worden waren.
Aus Sicht der Gemeinde Golzow ist dieses Verfahren eine sehr gute Möglichkeit, überhaupt Entwicklung zu ermöglichen, erklärte Bürgermeister Frank Schütz. Dabei gehe es vor allem um die im Wege- und Gewässerplan festgelegten Investitionen im ländlichen Wegebau, von denen auch die Gemeinde stark profitiert hat und noch profitieren wird. Er erinnerte dabei an die Sanierung des Dammweges, des Mittelweges, der Zufahrt zur Baggerseesiedlung und nicht zuletzt die Bodenordnung im Zusammenhang mit dem Bau des Entwässerungsgrabens der Kriegerheimstättensiedlung. Denn in den ersten Jahren des Verfahrens waren die Auswirkungen des Binnenhochwassers 2010/11 vorrangiges Thema im Oderbruch. Ausgebaut wurde der Gorgast-Golzower Weg. Die Trassen für die noch zu bauenden Radwege zum Bahnhof und weiter zur B1 sowie nach Gorgast wurden gesichert. Und intensive Gespräche laufen auch zur möglichen Neuordnung des Sportplatzbereiches. "Da engagiert sich der Sportverein momentan sehr", erklärte der Bürgermeister.
Durchlass zum Gutshof im Plan
Im Rahen der Flurneuordnung wird auch ein weiteres, drängendes Problem der Gemeinde Golzow gelöst: die Zufahrt zum Gutshof. Die marode Brücke über den Strom kurz vor dem Wehr Richtgraben soll nun im Rahmen des Verfahrens durch einen Durchlassbau ersetzt werden. Auch die Wege von der L33 zum Strom und zwischen der Genschmarer Straße und Gorgast werden saniert. "Dank der Förderung im Rahmen der Bodenneuordnung werden für uns Investitionen ermöglicht, die wir  sonst gar nicht hätten stemmen können", so Schütz.