Jubiläum: Podelzig feiert 665. Jahrestag der Ersterwähnung

Impression vom winterlichen Podelzig: Kirche und Dorfteich sowie die neu gestalteten Ortsdurchfahrt der B112 geben dem Dorf am Rande der Oderbruchs das besondere Flair. Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Wuhden (ohne Wuhdener Loose) eingegliedert.
Matthias LubischAm 23. Februar begehen die Einwohner des Ortes den 665. Jahrestag der Ersterwähnung ihres Dorfes. Die Koordinierung der Vorbereitung des Jubiläums liegt in den Händen von Iris Marggraf. Wie die Sozialausschussvorsitzende informierte, findet diesmal kein Dorffest, sondern zwei Events in der Turnhalle des Ortes statt. Im Einzelnen sind eine Festveranstaltung, auf der auch Ehrungen für besonders aktive ehrenamtliche Bürger erfolgen sollen, und ein anschließender Tanzabend geplant. Gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Mix berieten die Mitglieder des Sozialausschusses des Ortes nochmals den Ablauf der geplanten Veranstaltungen sowie die Vorbereitung von Einladungen und Vorschläge für Auszeichnungen. Thomas Mix teilte mit, dass er bereits ein Saxophonquintett der Musikschule Frankfurt(Oder) für den musikalischen Rahmen der geplanten Festveranstaltung gewinnen konnte. Nach bisheriger Konzeption soll die Feier um 15 Uhr mit einer Festrede beginnen. Es folgen Auszeichnungen und ein Beitrag der Geschichtsfreunde des Ortes. Zudem bieten die Podelziger im Anschluss an die erste Veranstaltung allen Gästen gegen einen kleinen Unkostenbeitrag ein gemeinsames Abendbrot in Büfettform an. Die für den Abend vorgesehene öffentliche Tanzveranstaltung gestaltet „DJ Schluchtie“.
Der slawische Name „Podolzk“ deutet auf eine vorherige slawische Besiedlung, vermutlich mindestens seit dem 8. Jahrhundert. Archäologisch nachgewiesen ist eine Besiedlung seit dem 11. Jahrhundert. Das Dorf Podelzig wurde zuerst 1354 urkundlich erwähnt. Zugleich mit dem Städtchen Lebus wurde Podoltzgk von Markgraf Ludwig II. an Bischof Heinrich II. übergeben.
Am 4. April 1563 wurde der 1515 geborene Hans von Burgsdorff Rittergutsbesitzer; er erwarb später einen zweiten Rittersitz, zwei Schäfereien und eine Windmühle in Podelzig sowie etliche Dörfer in der Umgebung. 1594 kaufte er für 13 000 Taler ein Drittel des ganzen Ortes Podelzig von seinem entfernten Verwandten Levin Burgsdorff. Nachdem 1539 die Reformation in der Mark Brandenburg eingeführt wurde, erhielt Mitte des 16. Jahrhunderts auch Podelzig einen evangelischen Prediger. In der Folge wurden auch Umbau– und Instandsetzungsarbeiten an der Kirche durchgeführt, heißt es in der Dorfchronik.