Beim Sommerhochwasser 1997 hatten sie in Märkisch-Oderland ihren letzten großen Einsatz – die öffentlichen Warnsirenen in den Kommunen. Dann wurden sie als für die abgeschätzte Gefahrenlage in MOL als nicht mehr so nötig eingestuft. Schon vor rund 30 Jahren waren in Seelow die Sirenen demontiert worden. In Werbig hingegen, das damals noch zu Seelow-Land gehört hat, blieben sie in Betrieb. Unter dem Eindruck der Erkenntnisse aus dem ersten bundesweiten Warntag vom 10. September 2020 und verstärkt durch die Auswirkungen des Starkregenereignisses Mitte Juli 2021 in Rheinland-Pfalz beabsichtigen Bund und Länder jetzt wieder den Ausbau der bestehenden Warninfrastruktur als zentrale Bestandteile eines wirksamen Bevölkerungsschutzes. Die Ereignisse in Rheinland-Pfalz haben darüber hinaus deutlich werden lassen, dass auch über den Bevölkerungsschutz hinaus auch für die Belange des Katastrophenschutzes oder für herausgehobene Großschadensereignisse eine funktionierende Warninfrastruktur Menschenleben retten kann.
Zur technischen Aufwertung und Neubeschaffung von Sirenen gibt es seit 2021 die „Sirenen-Richtlinie Brandenburg“ des Ministeriums des Innern und für Kommunales.

Wo werden die vier Sirenen montiert?

„In Seelow wurden die Sirenen in den 1990er-Jahren leider abgebaut“, informiert Stadtbrandmeister Candy Schmiedeke. Um die Seelower besser warnen und die Feuerwehr alarmieren zu können, wurde die Förderung von vier Sirenen beantragt und genehmigt. Die erste Sirene wurde am Dienstag, 20. September, auf dem Dach des Feuerwehrgerätehauses installiert und in Betrieb genommen. „Bis Jahresende werden eine Sirene auf dem Bahnhofsgebäude, eine auf dem Dach des ehemaligen Sparkassengebäudes sowie eine Sirene auf einem Mast am Anger in Zernikow installiert“, so der Feuerwehrchef weiter. Die Sirenen sind bundesweit über das Programm „TETRA BOS“ von den Bundesbehörden für die Warnung der Bevölkerung ansteuerbar. Die Geräte sind auch geeignet, Durchsagen auszustrahlen (z.B. Schließen der Fenster aufgrund hoher Rauchentwicklung, Bombenentschärfung, etc.).
„Die Wehrführung hat sich entschieden, die Sirenen bei herausragenden Einsatzstichworten parallel zu den Funkmeldeempfängern (Pieper) für die Alarmierung der Wehr mit anzusteuern“, so Candy Schmiedeke. Auch die Leitstelle Oderland kann die Sirenen ansteuern. „Wir wollen aber nicht bei jedem kleinen Einsatz die Sirenen ertönen lassen“, so Schmiedeke. Im Landkreis MOL gibt es jeden ersten Mittwoch im Monat um 18 Uhr einen Probealarm, bei welchem die Sirenen ausgelöst werden.
Schema der Sirenensignale in Deutschland
Schema der Sirenensignale in Deutschland
© Foto: Ulf Grieger
Der Warnton einer Sirene hat in erster Linie eine Weckfunktion. Mit einem einminütigem auf- und abschwellende Ton soll die Bevölkerung auf eine Gefahr aufmerksam gemacht werden. Sie soll sich über Radio, Fernsehen, im Internet oder über Warn-Apps (NINA, KATWARN) weitergehend über die Art der Gefahr und mögliche Verhaltenstipps informieren. Entwarnung gibt es über den Dauerton. Feuerwehralarm wird mit zweimal unterbrochenem Dauerton signalisiert.