Katastrophenschutz in Märkisch-Oderland: So lief die Übung mit THW für den Ernstfall

Übung für den Ernstfall einer Katastrophe: DLRG, DRK und THW führten erstmalig eine gemeinsame technische Ausbildung durch.
Uwe Gaede/THW SeelowOb Unwetter, Großbrände oder andere Krisensituationen – wenn eine Katastrophe eintritt, muss jeder Handgriff sitzen. Neben Feuerwehr und Rettungsdienst sind die Katastrophenschutzeinheiten eine zentrale Säule für die öffentliche Sicherheit.
Um im Ernstfall schnell und effizient reagieren zu können, sind regelmäßige gemeinsame Übungen unverzichtbar. Sie ermöglichen es, die Abläufe zu optimieren, die Zusammenarbeit zu stärken und die Einsatzbereitschaft der Technik zu überprüfen. Am Samstag (15.02.) trafen sich Teile der Schnelleinsatzeinheit Sanität (SEE-SAN) und der Schnelleinsatzeinheit Versorgung/Energie (SEE-VE), zu einer gemeinsamen Ausbildung in Seelow.
Ausbildungsziel: Überprüfung der technischen Geräte
Neben dem Technischen Hilfswerk (THW) in Seelow, das sein Gelände und die Fahrzeughalle für die Übung zur Verfügung stellte, nahmen ehrenamtliche Kräfte der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) aus Hennickendorf, vom DRK Keisverband MOL Ost aus Seelow sowie vom DRK Kreisverband Märkisch-Oder-Havel-Spree aus Strausberg teil.
„Ziel des gemeinsamen Ausbildungstags ist die Einweisung, Überprüfung und Inbetriebnahme aller auf den Fahrzeugen mitgeführten Notstromaggregaten, Heizungen und gegebenenfalls der Lichtmasten“, erklärt Einsatzleiterin Sabine Joeks, Zugführerin der Katastrophenschutzeinheit SEE-San.
Großer Vorteil sei hierbei, dass, trotzt der Beteiligung mehrerer Hilfsorganisationen, die gleichen Geräte auf den verschiedenen Fahrzeugen verwendet werden. „Das ist ein großer Vorteil“, sagt Sabine Joeks, „denn so können wir im Einsatz noch besser als Team agieren, da jeder Kamerad und jede Kameradin die Technik kennt und bedienen kann.“
Darüber hinaus seien diese gemeinsamen Übungen immer eine sehr gute Gelegenheit, sich kennenzulernen. „Die Einladung vom THW-Seelow haben wir sehr gern angenommen“, sagt die Zugführerin.
Technische Ausbildung: THW erstmalig dabei
„Das Technische Hilfswerk ist bei dieser Art der gemeinsamen technischen Ausbildung zum ersten Mal dabei“, sagt Uwe Gaede vom THW-Ortsverband: „Bereits im Mai des vergangenen Jahres haben wir an einer Übung zum Fahren im Verband teilgenommen.“ Als jüngstes Mitglied in der „Katschutz-Familie“ begrüßt er sehr die gemeinsamen Ausbildungen, damit im Ernstfall sowohl Technik als auch die Einsatzkräfte im Team funktionieren.

Mike Trafnick vom THW-Seelow startet die mobile 50-kVA-Netzersatzanlage, die im Einsatzfall die Stromversorgung sicherstellt.
Peter GrenzUwe Gaede vom THW freute sich sehr, dass seine Kameraden zum einen die anderen Einheiten kennenlernen und zum anderen ihre eigene Einheit, die für die autarke Stromversorgung zuständig ist, vorstellen konnte. Damit könnte der Aufwand der Feuerwehren und der Sanitätseinheiten reduziert werden. Geplant sei, dass derartige gemeinsame Ausbildungen und Übungen mindestens zweimal im Jahr stattfinden. Darüber hinaus solle themenbezogenen kleinere Ausbildungen und Workshops verabredet werden.
THW kann auch bei Unfällen helfen
Neben dem gegenseitigen Kennenlernen der einzelnen Katastrophenschutzeinheiten sei vor allem bei potenziellen Einsatzleitern, aber auch bei der Polizei, noch einiges an Aufklärungsarbeit erforderlich, so Einsatzleiterin Sabine Joeks. Sie sagt: „Wir werden noch viel zu selten alarmiert, obwohl wir die Feuerwehren und den Regelrettungsdienst durchaus unterstützen können. Oftmals würde ein Anruf ausreichen, um abzuklären, wo und wie wir helfen können.“
Aber bei polizeilichen Einsätzen, wie zum Beispiel Sucheinsätze, könne die Sanitätseinheit mit Personal und Fahrzeugen unterstützen. Sabine Joeks regt eine Art Fähigkeitenkatalog an, wo Einsatzleiter einfach und schnell herauslesen können, was die ehrenamtlichen Katastrophenschutzeinheiten leisten können. Auch regelmäßiger Austausch, wenn auch nur über Videokonferenzen, wären ihrer Meinung nach hilfreich.
Ähnlich äußert sich auch Uwe Gaede vom THW. Er sagt: „Die Hauptaufgabe von Feuerwehren und Rettungsdiensten sind die Menschenrettung und die Bekämpfung von akuten Gefahrenlagen. Wenn diese vorüber sind und die Zeit etwas in den Hintergrund rückt, können wir mit dem THW sehr gut unterstützen und letztendlich auch entlasten.“
Als Beispiel nennt er die Unterstützung nach Wetterereignissen wie Sturm oder Regen. Dort könne das THW mit Technik, aber auch mit Personal unterstützen. „Und für überschwemmte Keller haben wir leistungsfähige Pumpen“, sagt er und ergänzt: „Wir haben sogar Hebekissen, sowie Spreiz- und Schneidwerkzeug, die bei Verkehrsunfällen zum Einsatz kommen. Doch bislang werden wir nur sehr selten alarmiert.“





