Katzen in MOL
: Pflicht zur Kastration – Tierschützer schaffen Anreiz für Gemeinden

Straßenkatzen vermehren sich in Märkisch-Oderland unkontrolliert, eine Kastrationspflicht wurde bisher abgelehnt. Jetzt setzt der Tierschutzverein auf Wettbewerb.
Von
Katja Gehring
Seelow
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Ein wenige Wochen altes Kätzchen ist auf einem Weg in einem Garten auf Erkundungstour. +++ dpa-Bildfunk +++

Dramatische Lage: Weil frei lebende Katzen sich unkontrolliert fortpflanzen, kämpft der Tierschutzverein Seelow und Umgebung für eine Kastrationspflicht – bisher ohne Erfolg. Jetzt gibt es einen erneuten Versuch. (Symbolbild)

Patrick Pleul/dpa
  • Tierschutzverein Seelow fordert Kastrationspflicht für Katzen in Märkisch-Oderland – bisher erfolglos.
  • Unkontrollierte Vermehrung von Straßenkatzen führt zu Überpopulation und Tierleid.
  • Zum Welttierschutztag appellieren Tierschützer an Katzenhalter, Tiere kastrieren zu lassen.
  • Deutsche Tierschutzbund bietet 5000 Euro Zuschuss für erste Gemeinde mit Kastrationspflicht.
  • Spendenaktion „Katzenschutz“ unterstützt Kastrationsprojekt – Infos unter IBAN DE1717054040.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nicht in Talkshows, sondern in Sitzungen von Gemeindevertretern und Stadtverordneten ist Giny Feldhahn Dauergast. Die Vorsitzende des Tierschutzvereins Seelow und Umgebung appelliert in den vergangenen Jahren immer und immer wieder an Entscheidungsträger im Landkreis Märkisch-Oderland eine Kastrations- und Registrierungspflicht für frei laufende Katzen einzuführen. Bisher ohne Erfolg. Dabei ist die Lage dramatisch.

„In unserem Tierschutzverein versorgen wir immer wieder überzählige Katzen und geraten damit natürlich an die Grenzen unserer räumlichen und finanziellen Kapazitäten“, berichtet Giny Feldhahn, Vorsitzende des Tierschutzvereins Seelow und Umgebung. „Die Ursache von solchen Katzenschwemmen sind gleichwohl unkastrierte Kater und Katzen aus Privathaushalten als auch frei lebende Straßenkatzen, die sich unkontrolliert fortpflanzen und so für ständigen Zuwachs sorgen.“ Zum Welttierschutztag am 4. Oktober wollen die Tierschützer Katzenbesitzer erinnern, verantwortungsvolle Tierhalter zu sein, und ihre Tiere, egal ob weibliche Katze oder Kater, kastrieren zu lassen, um ein weiteres Populationswachstum zu verhindern.

Tierschutzverein startet Kastrationsaktion

„Straßenkatzen leiden unter Krankheiten und Hunger“, erklärt Giny Feldhahn. „Besonders die jungen Katzen haben es schwer, viele überleben nicht.“ Nur durch die behördliche angeordnete Kastration der Tiere – wie es sie in Frankfurt (Oder) schon seit vielen Jahren gibt – lasse sich der Teufelskreis der unkontrollierten Vermehrung durchbrechen. Doch an dieses Thema will die Politik nicht ran, verweist auf die fehlende Kontrollmöglichkeit wegen Personalmangels, wie zuletzt in Lebus und Seelow. Giny Feldhahn nicht nachvollziehbar, denn andere Pflichten – wie beispielsweise das Anschnallen während der Autofahrt – werden auch nicht ständig kontrolliert. „Und trotzdem machen es die allermeisten“, gibt sie zu bedenken.

Um die Zahl der Straßenkatzen in Märkisch-Oderland in den Griff zu bekommen und das Leid der Tiere zu mindern, führt der Tierschutzverein Seelow und Umgebung derzeit eine Kastrationsaktion durch. Die Tierschützer versorgen die frei lebenden Katzen an eingerichteten Futterstellen mit Nahrung, können sie dort zur Kastration einfangen und nach einer Erholungszeit wieder in ihrem Revier freilassen. Die Tiere werden zudem gekennzeichnet und registriert. Um den Anreiz für Gemeinden zu erhöhen, eine Kastrationspflicht einzuführen, gibt es jetzt Unterstützung vom Deutschen Tierschutzbund. Wer jetzt im Landkreis Märkisch-Oderland zuerst eine Kastrations- und Registrierungspflicht erlässt, erhält einen Zuschuss von 5000 Euro. Die Spenden tierlieber Menschen, die das Projekt unterstützen möchten, können helfen, diese Summe noch zu erhöhen.

Der Tierschutzverein Seelow und Umgebung freut sich über Spenden unter Angabe des Kennworts „Katzenschutz“ auf das Spendenkonto mit der IBAN DE1717054040 3000389848; BIC WELADED1MOL (Sparkasse Märkisch-Oderland).