Krasse Katzen in Brandenburg
: Mietzi aus Hohenfinow bleibt seinem Revier treu

Der Kater Mietzi wurde mit einem Tracker knapp drei Wochen lang beobachtet. Die Ergebnisse zeigen: Die Katze ist eine treue Seele.
Von
Markus Pettelkau
Hohenfinow
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Mietzi und seine Liebsten: Frauchen Claudia Bowitz und ihr Sohn posieren mit Mietzi im Garten. Dort hält sich der Kater auch am liebsten auf.

Mietzi und seine Liebsten: Frauchen Claudia Bowitz und ihr Sohn posieren mit Mietzi im Garten. Dort hält sich der Kater auch am liebsten auf.

Markus Pettelkau

Was macht eine Katze, wenn niemand hinschaut? Das wollten auch Claudia und David Bowitz aus Hohenfinow wissen und haben ihren Kater Mietzi bei der MOZ-Aktion „Krasse Katzen in Brandenburg“ angemeldet. Dazu wurde das Tier über drei Wochen mit einem Tracker ausgestattet. Eines vorneweg: Der Tracker hat überlebt, das Halsband nicht.

„Er hatte sich vor ein paar Tagen mit ein paar Waschbären in den Haaren, da hat das Halsband was abbekommen“, erzählt David Bowitz, der gespannt ist auf die Ergebnisse der Auswertung. Mietzi ist eine gute alte Dorfkatze. „Manchmal sieht man ihn über Tage nicht, ehe er auch schon mal mit Kampfspuren wieder heimkommt.“

Kater Mietzi aus Hohenfinow bleibt in Hofnähe

Die Auswertung der Daten des GPS-Trackers* ergibt, dass Mietzi in der Nähe des Hauses bleibt – immer auf der Pirsch, aber nie weit weg. Den Großteil der Zeit verbringt der Kater auf dem Hof der Familie. Wenn er unterwegs ist, dann hat er aber sein angestammtes Revier. Am liebsten hält er sich im nahen Kusselweg auf. „Dann werde ich wohl mal die Nachbarn kontaktieren“, so die Reaktion von Claudia Bowitz. „Ich weiß, dass dort in einem Gehöft Hühner sind, vielleicht gefallen die unserem Kater besonders gut - wie bei Petterson und Findus.“ Ein anderes Gehöft im Kusselweg meidet der Kater aber. Dort wohnt laut Claudia Bowitz auch ein Hund. Wahrscheinlich hat Mietzi schon seine Erfahrungen mit dem Hausherren gemacht.

Vom Kusselweg macht er sich oft auf in Richtung Norden bis zur Gabelung Hohenfinower Straße/ Am Struwenberg. Die Siedlung in Richtung Norden scheint sie nicht besonders interessant zu finden. Die Straße am Struwenberg überquert sie extrem selten und bleibt in der Regel immer südlich davon. Von dort marschiert er oft eine Runde entlang des Feldweges, vorbei am nahen Wald und wieder zurück nach Hause.

Katze verlässt Wege kaum

Interessant ist die Orientierung an den Wegen und Straßen. So folgen Mietzis Routen fast exakt dem Verlauf der L29 sowie der Feldwege – die Landesstraße überquert der Kater selten. Von dort aus unternimmt sie kurze Abstecher. Ausgeprägte Ausflüge unternimmt Mietzi insbesondere nach Süden, entlang der Wege und Straßen. Hierbei streicht sie über die Wiesen und Felder und besucht auch die kleinen Waldlichtungen an den Rändern. Auch die Nachbargrundstücke besucht sie oft und ausgiebig.

Mietzis Revier: Auffällig ist, dass sich der Kater an den Wegen und Straßen orientiert.

Mietzis Revier: Auffällig ist, dass sich der Kater an den Wegen und Straßen orientiert.

Lorenz, Frank

Zwischen sechs und sieben Kilometer legt der Kater täglich zurück. Durchschnittlich legen Freigänger-Katzen knapp 12 bis 15 Kilometer am Tag zurück. Das liegt vor allem daran, dass Mietzi einen festgelegten Korridor nutzt, den sie in der Beobachtungszeit nie verlassen hat. Nahezu sieben Stunden war er dabei täglich unterwegs.

Katzen brauchen viel Schlaf

Knapp 13 Stunden am Tag hat er geruht. Im Schnitt schlafen Katzen 16 bis 18 Stunden am Tag, aber alles zwischen 12 und 20 Stunden ist vollkommen normal für die Stubentiger, denn die Tiere brauchen viel mehr Schlaf als Menschen. Katzen legen sich tagsüber immer wieder hin, um ein Nickerchen zu halten. Wenn sie unterwegs sind, dann auch meistens im ruhigen Tempo, solange sie nichts jagen. Im Durchschnitt bewegte sich Mietzi mit knapp über einem Kilometer pro Stunde fort.

MOZ.de Aktion „Krasse Katzen“

Im Rahmen der Kampagne „Krasse Katzen“ werden alle teilnehmenden Tiere mit Trackern der Marke Tractive* ausgerüstet. Bei der Auswahl der Tracker wie auch der Begleitung der Katzenbesitzer orientieren wir uns an Empfehlungen von Tierärzten und Experten. *Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Sollten Sie über den Link einen Kauf abschließen, erhält MOZ.de eine kleine Provision. Die Berichterstattung ist nicht beeinflusst.