Kreisschau
: Gute Zuchttiere sind gefragt

Eine große Vielfalt an Rassen zeigten am Wochenende die Züchter von Geflügel und Kaninchen in der Ortwiger Turnhalle.
Von
Anett Zimmermann
Ortwig
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Hat vor einigen Monaten mit der Zucht begonnen: Malte Schniegler aus Podelzig, hier mit Wilfried Keil, dem Vorsitzenden des Kreisverbands der Kleintierzüchter in Märkisch-Oderland. Der Zehnjährige war mit Kaninchen, Farbenzwerge, rot, bei der Kreisschau in Ortwig vertreten.

Anett Zimmermann

Paduaner bei den Hühnern sind eher rar, Wyandotten erstmals bei einer Kreisschau dabei, Warzenenten traditionell, Hochbrutflugenten nisten auf höhergelegenen Plätzen – mit Wilfried Keil, dem Vorsitzenden des Kreisverbands der Kleintierzüchter in Märkisch-Oderland, bekommt man am Sonnabend schnell einen Überblick in der Ortwiger Turnhalle. Dort fand die 26. Kreisschau statt.

Nach dem Besucheransturm zu Beginn geht es später zwar ruhiger zu, aber die Nachfrage an guten Zuchttieren ist da. Immer wieder stehen nicht nur Männer mit einem Exemplar des Ausstellungskatalogs in den Händen vor den Käfigen. Nur an einem mit einer Lahore-Täubin ist auch ein Preis für das Tier angegeben. „Der Züchter hat sich noch für den Verkauf entschieden, aber da war unser Katalog schon gedruckt“, erklärt Wilfried Keil. Bei 16 Euro beginnen die Preise für die Tiere, liegen häufig aber darüber und zum Teil auch jenseits der 50-Euro-Marke.

Eigenversorgung nimmt zu

Die Sundheimer bei den Hühnern bezeichnet er als aktuelle Moderasse. Dabei seien sie eine Zeit lang ganz und gar weg gewesen, berichtet Keil. Warum, wisse er nicht. Aber dabei handele es sich um ein Zwiehuhn mit hoher Fleisch- und Eierleistung und das mache sie heute wieder interessant. „Die Eigenversorgung vor allem auf dem Land nimmt wieder zu“, nennt er einen der Gründe. Dafür hat Heinz Ziegelt vom Kleintierzüchterverein D220 Strausberg und Umgebung sogar den Wohnort gewechselt. „Ich bin vor 17 Jahren nach Wuschewier gezogen. Die Tierhaltung im Randberliner Raum wurde da immer schwieriger, Grundstücke wurden geteilt, neu bebaut und plötzlich kamen Klagen der Nachbarn, dass die Hähne zu laut krähen.“

Für Ronny Schniegler aus Podelzig gehören Tiere zum Dorfleben dazu. „Oma hat uns gezeigt, wie geschlachtet wird.“ Hühner, Kaninchen und Co. seien Nutztiere, fügt der Hufschmied hinzu. Was sich zur Zucht nicht eigne, lande irgendwann im Topf. „Das ist der normale Kreislauf.“ Seinen Sohn Malte, der wie er Mitglied im Letschiner Verein D155 ist, lasse er auch mit zur Jagd. Der Zehnjährige züchtet unter anderem Zwerg-Rhodeländer, also Hühner, sowie Blaue Wiener und damit Kaninchen.

Der zwei Jahre jüngere Till drängt bereits nach. „Ich habe mir gerade einen Zwergwidder, rhönfarbig, gekauft“, berichtet dieser stolz. Bisher habe es mit seiner Zucht aber noch nicht so geklappt. „Der Nachwuchs war nicht lebensfähig.“ Schwester Phebe (17) züchte ebenfalls, sagt der Junge. Rote Neuseeländer und damit Kaninchen, fügt er hinzu. Papa Ronny erzählt unterdessen, dass ihn einst sein Vater zur Zucht gebracht habe. „Er hatte sich auf Tauben spezialisiert und die kamen bei uns dann auch häufiger auf den Tisch.“ Schniegler vermisst Gänse und Puten in der Schau. „Wo es doch früher so viele davon im Oderbruch gab.“

Wilfried Keil nickt, aber da fehle eine ganze Züchtergeneration. Und bei den jungen Leuten in den Vereinen sei es eine große Frage, ob sie dabeibleiben. „Da kommen die Ausbildung, erste Schritte im Beruf, auch Freund oder Freundin.“ Wenn diese nicht mitziehen, sei es mit der Zucht als Hobby schnell wieder vorbei.

Für Karl-Heinz Wittig (Mondain, weiß) und Wilfried Keil (Zwerg-Holländer-Haubenhühner, Weißhaube, weiß) gab es jetzt übrigens die silberne Tierzuchtmedaille des Landesministeriums für Landwirtschaft und für Alexander Hübner (Havannakaninchen) die Ehrenplakette des Bundes Deutscher Rassekaninchen. Anlass ist das 100-jährige Bestehen der Vereine D782 Müncheberg und D6 Bad Freienwalde.

Ausgezeichnete                           Züchter

Bundesmedaille der Rassegeflügelzüchter: Karl-Heinz Wittig (Zwerg-Sachsenhühner, schwarz)

Ehrenpreise des Landesverbandes der Rassegeflügelzüchter: Heino Teichmann (Australorps); Karl-Heinz Wittig (Sachsenhuhn, schwarz); Chris Schübler (Mittelhäuser, weiß); Bernd Müller (Pfautaube, agate rot), Jugendehrenpreis: Julius Kalk (Federfüßige Zwerge, isabell-porzellanfarbig)

Ehrenpreis des Landesverbandes der Rassekaninchenzüchter: Martin Hirseland (Kleinsilber, silber); Gerald Haack (Hermelin, Rotauge)

Ehrenpreis des Landrates: Klaus-Peter Zander (Kingtaube, weiß); Eckhard Steinhardt (Holländerkaninchen, schwarz-weiß), des Landwirtschaftsamtes: Dieter Müller (Deutsche Schautaube, schwarz-getigert); Dennis Tempel (Zwerg-Vorwerkhühner)

Weitere Ehrenpreise: des Kreisverbands für Jürgen Falkenhagen (Cayugaente, schwarz); Philippe Gross (Altsteirer, wildbraun); Brigitte Keil (Seidenhuhn, wildfarbig); Karl-Heinz Wittig (Mondain, weiß); Heiko Teichmann (Strasser blau ohne Binden); Andreas Gädeke (Großchinchilla) und Kai Rademacher (Lohkaninchen, schwarz), des Bürgermeisters für Heribert Carius (Deutsche Zwerg-Wyandotte, rebhuhnfarbig-gebändert und Michel Braatz (Mittelhäuser, weiß), der Ortsvorsteherin für Michel Braatz (Show Racer, rotfahl mit Binden)