Kultur in Wulkow: Benefiz-Konzert in der Kirche – wer singt und warum

Ein Benefiz-Konzert wird am 20. Oktober in der Kirche von Wulkow veranstaltet. Dabei treten Künstler auf, die in dem Ort bei Lebus keine unbekannten sind.
Katja GehringEin Neuanfang sollte das 670-jährige Jubiläum von Wulkow bei Lebus in diesem Jahr sein. „Es wurde Zeit, alle aus der Corona-Lethargie zu erwecken“, sagt Ortsvorsteher Wolfgang Gerlach. Bereits vor einem Jahr haben sich die Akteure im Dorf – Mitglieder des Ortsbeirats, der Vereine „Die Wulkower“ und „Ökospeicher“ sowie der Evangelischen Kirchengemeinde Frankfurt (Oder)-Lebus – darüber Gedanken gemacht.
Unter dem Motto „Ein Dorf im Wandel der Zeit“ ist ein Dorfgeschichtspfad entwickelt worden, bei dem historische Gebäude in den Fokus gerückt sind. Davon hat Wulkow viele zu bieten: Das Schloss aus dem 17. Jahrhundert, die alte Schmiede, die 1887 erstmals erwähnt wurde und auch die Kirche, die seit 1687 genutzt wird.
„Ave Maria“ von Schubert und Volkslieder
In diesem Zusammenhang ist auch die Idee entstanden, ein Benefiz-Konzert in der Kirche zu veranstalten, wie es im Jahr 2012 schon einmal stattgefunden hatte. „Mit den gleichen Künstlern“, kündigt Wolfgang Gerlach an. Dem Ortsvorsteher und seinen Mitstreitern ist es tatsächlich gelungen, Jürgen-Michael Bacher – Konzertsänger, Moderator und Dichter – sowie Maestro Fabio Costa – Pianist, Dirigent und Komponist – für einen Abend in das kleine Wulkow zu holen.
Ab 18 Uhr werden die beiden am Freitag, 20. Oktober, in der Kirche auftreten. Sie präsentieren dann ein umfangreiches Programm mit Stücken wie „Ave Maria“ von Franz Schubert, „Preghiera“ von Francesco Paolo Tosti oder „Da geh ich zu Maxim“ aus „Die lustige Witwe“ von Franz Lehar und „Auf der Heide blühn die letzten Rosen“ von Robert Stolz. „Volkslieder und was Lustiges“, beschreibt der Ortsvorsteher das Repertoire von Costa und Bacher.
Erfolg aus dem Jahr 2012 wiederholen
Kennengelernt hatte Wolfgang Gerlach die Künstler schon vor Jahren während eines Besuchs im hessischen Betzenrod. Mit dem Ortsteil von Schotten verbindet Wulkow eine Partnerschaft. „Jürgen-Michael Bacher war damals Bürgermeister von Schotten“, so Gerlach sich. „So ist der Kontakt entstanden.“ Im Jahr 2012 wurde Bacher dann zum Wulkower Dorffest eingeladen, wo er „eine Dreiviertelstunde lang italienische Arien im Park gesungen hat“, könne sich der Ortsvorsteher noch gut erinnern. Die Kirche des Orts befand sich zu dieser Zeit in einer Bauphase.
„Pfarrerin Seehaus bat mich, den Künstler zu fragen, ob er ein Benefiz-Konzert zur Unterstützung der Arbeiten geben könnte.“ Gerlach konnte ihn überzeugen. „Das war ein überragender Erfolg“, schwärmt er noch heute. Nachdem alle Unkosten abgezogen waren, blieben von dieser Veranstaltung noch 500 Euro für die Kirche übrig. „Aus dem Stegreif“, so der Ortsvorsteher. „Warum soll uns das nicht noch einmal gelingen?“

Thomas Drescher von der Evangelischen Kirchengemeinde Frankfurt (Oder)-Lebus (l.) und Wolfgang Gerlach, Ortsvorsteher von Wulkow, gehören zu den Organisatoren des Benefiz-Konzerts am 20. Oktober um 18 Uhr.
Katja GehringKirchengemeinde will Kolumbarium anlegen
Wieder wird das gespendete Geld an die Evangelische Kirchengemeinde Frankfurt (Oder)-Lebus fließen, die es zweckgebunden für das Grufthaus auf dem Friedhofsgelände zurücklegen möchte. „In dem 1695 gebauten Gebäude soll ein Kolumbarium entstehen“, erklärt Thomas Drescher von der Kirchengemeinde. Das ist ein Bauwerk, in dem – hinter Plexiglas – Urnen angereiht und jederzeit besichtigt werden können.
„Die Nachfrage nach Möglichkeiten zur Urnen-Bestattung in Wulkow ist groß“, sagt Drescher. „Der Raum im Grufthaus steht zur Verfügung und würde perfekt passen.“ In dem Gebäude waren bis 1922 die Särge der Familie von Burgsdorff aufgebahrt. „Und bis Mitte der 1990er Jahre konnte man dort am offenen Sarg Abschied von den Verstorbenen nehmen“, ergänzt Wolfgang Gerlach.

Den Erlös aus dem Benefiz-Konzert will die Kirchengemeinde Frankfurt (Oder)-Lebus für ein Kolumbarium im Grufthaus, das auf dem Friedhof steht, zurücklegen.
Katja GehringPlatz für 60 Gäste in der Dorfkirche
Wer das Konzert am 20. Oktober in der Wulkower Dorfkirche miterleben möchte, muss dafür keinen Eintritt zahlen, wird aber um eine Spende gebeten. Ungefähr 60 Gäste passen in den Kirchraum. „30 Reservierungen haben wir schon registriert“, so Gerlach. Sollte der Platz nicht ausreichen, haben die Organisatoren vorgesorgt. „Direkt vor der Kirche wird ein Zelt mit Sitzgelegenheiten aufgebaut und die akustische Übertragung des Konzerts nach draußen gewährleistet“, verspricht der Ortsvorsteher.
Im Anschluss an den Musikgenuss bietet sich allen Interessierten im gegenüberliegenden Ökospeicher die Gelegenheit, den Abend gemütlich ausklingen zu lassen und vielleicht schon wieder neue Vorhaben zu besprechen. Ginge es nach Wolfgang Gerlach, würden Konzertabende dieser Art zur Tradition werden. „Alle zwei Jahre, immer Ende Oktober“, könne er sich vorstellen. Er wolle Jürgen-Michael Bacher auf jeden Fall darauf ansprechen.
Reservierungen für das Benefiz-Konzert am 20. Oktober um 18 Uhr in der Dorfkirche Wulkow werden unter der Rufnummer 0162-1338944 entgegengenommen. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Vorherige Zuwendungen können auf das Konto mit der IBAN: DE10 170550504202163597; Verwendungszweck „Benefiz Kirche Wulkow“ überwiesen werden.




