Kultur: Museen im Oderbruch auf Betreuersuche
„Museumsteam sucht Verstärkung“ heißt es beim Filmmuseum „Kinder von Golzow“. Das Museum, das im vorigen Jahr mehr als 1700 zahlende Besucher hatte, wird vom Verein „Golzower für Golzow“ getragen. Die Einrichtung musste bereits die Öffnungszeiten reduzieren, weil die Betreuung durch das Auslaufen von Stellen Bundesfreiwilliger schwieriger wird. Allein mit den freiwilligen, ehrenamtlichen Kräften, der Verein ist sehr glücklich drei Golzower dafür gewonnen zu haben, ist die Museumsarbeit nicht zu stemmen, so Ines Mischker. „Am besten wäre eine feste Kraft für das Museum. Die Stelle könnten wir als Verein zufinanzieren. Aber es müsste dafür eine Förderung durch das Jobcenter oder die Arbeitsagentur geben.“ Ansonsten bittet sie jeden, der sich das zutraut, sich im Museum für die Annahme einer Bufdi–Stelle zu melden.
Bärbel Seeger, Bundesfreiwillige bei der Arbeitsinitiative Letschin, kümmert sich seit August um die Besucher des Museums „Haus Lebuser Land“. So sei deren Zahl gegenüber dem Vorjahr wieder gestiegen, berichtet Günter Fehling, Vorsitzender des Heimatvereins Lebus. Wermutstropfen sei jedoch, dass der Freiwilligendienst auf ein Jahr beschränkt ist. Hinzu komme, dass das Haus nur verkürzt geöffnet werden kann. „Das hängt nicht nur mit der Stundenzahl zusammen. Es sind ja auch Büroarbeiten und Recherchen zu erledigen.“ Jetzt im Winter falle das weniger auf, da dann die Öffnungszeiten ohnehin reduziert sind. Darüber, wie es dann ab Sommer weitergehen kann, mache sich der Verein zurzeit Gedanken. „Wir werden mit der Arbeitsinitiative sprechen, vielleicht ist ja doch auch eine Verlängerung möglich.“ Sonst müsste versucht werden, die Öffnungszeiten wieder aus eigener Kraft zu betreuen. Ältere Mitglieder seien dazu oft aber nicht mehr in der Lage und die Jüngeren tagsüber meist noch beruflich unterwegs.
„Bei den Letschiner Heimatstuben handelt es sich um eine Einrichtung der Gemeinde“, erläutert Leiter Edgar Petrick. Deshalb seien die Öffnungszeiten im Haus Birkenweg stets abgesichert. Zumal es mit Gabriele Axmann noch eine Mitarbeiterin gibt. So könne man sich auch gut auf individuelle Anfragen einstellen. „Wir öffnen bei Bedarf außerhalb unserer festen Zeiten“, sagt Edgar Petrick. Voraussetzung sei nur die vorherige Absprache. Das Angebot werde gern von Gruppen genutzt. Einzelpersonen würden eher versuchen, sich dann doch auf die regulären Zeiten einzustellen.
Im Neuhardenberger Dorfmuseum (Alte Schule) sichern die Ausstellungen vorrangig sieben Aktive vom Heimatverein ab. „Aktuell haben wir aber auch zwei MAE–Kräfte vom Jobcenter und zwei Mitarbeiter von der Arbeitsinitiative Letschin, die uns personell unterstützen“, erklärt Dietmar Zimmermann, 1. Vorsitzender des Heimatvereins. Während der Winterpause öffne man werktags, ab März gehe es dann sogar sieben Tage die Woche. „Das klappt ganz gut“, so Zimmermann. Die Zeiten, wo man viel Personal bekam, seien leider vorbei, fügt er an. Das gelte auch fürs Flugplatz–Museum, dass derzeit von zwei MAEs unterstützt wird. Auch hier habe sich der Verein „Neuhardenberg 2000“ das Personal besorgt. Zimmermann fügt auch noch dankend an, dass die Gemeinde dem Verein das Dorfmuseum kostenfrei überlasse und die Betriebskosten bis 1500 Euro übernimmt. „Durch Eintrittsgelder allein wäre das kaum zu finanzieren.“ Aktuell bereitet der Heimatverein schon sein Jahrhundertdatum für Neuhardenberg vor — am 15. März soll passend zur Postleitzahl 15320 ein großes Event am Schloss stattfinden und am 31. März wird noch eine Ausstellung anlässlich des diesjährig 200. Geburtstags von Friedrich Engels im Dorfmuseum eröffnet.




