Landwirtschaft
: Vielversprechender Testlauf in Jahnsfelde

Die Öko Agrar GmbH Jahnsfelder Landhof hat mit der Kartoffelernte begonnen. Gestartet wird damit die Direktvermarktung.
Von
Cornelia Link-Adam
Jahnsfelde
Jetzt in der App anhören
  • Direktvermarktung: In großen Abpackungen gehen die Bio-Kartoffeln zu Terra-Läden nach Berlin, erhältlich sind sie aber auch im Hofladen.

    Direktvermarktung: In großen Abpackungen gehen die Bio-Kartoffeln zu Terra-Läden nach Berlin, erhältlich sind sie aber auch im Hofladen.

    Cornelia Link-Adam
  • Erwartet eine gute Ernte: Der Jahnsfelder Bio-Landhof-Chef Frank Prochnow zeigt am Dienstag auf seinem Feld in Richtung Obersdorf die Kartoffeln der Sorte Ballerina, frisch gerodet tags zuvor. Aus dem Boden geholt wurden auch Linda-Knollen.

    Erwartet eine gute Ernte: Der Jahnsfelder Bio-Landhof-Chef Frank Prochnow zeigt am Dienstag auf seinem Feld in Richtung Obersdorf die Kartoffeln der Sorte Ballerina, frisch gerodet tags zuvor. Aus dem Boden geholt wurden auch Linda-Knollen.

    Cornelia Link-Adam
1 / 2

Am Montag, trotz des Regens, gab es einen Testlauf auf dem Acker in Richtung Obersdorf. Mitarbeiter des Jahnsfelder Landhofs prüften in zwei langen Reihen den Ertrag. Die Ernte war durchaus vielversprechend, wie Chef Frank Prochnow am Dienstag auf dem Acker berichtete. „3,5 Tonnen Kartoffeln haben wir gerodet.“ Die Knollen der Sorten Linda (festkochend) und Ballerina (vorwiegend festkochend) gehen nun nach Berlin und werden im Jahnsfelder Hofladen verkauft.

Anbaufläche erhöht

„Der Kartoffelanbau ist in den Vorjahren zurückgegangen“, erklärt der Landwirt. Wurden zu DDR–Zeiten im Landkreis noch Knollen auf mehr als 10 000 Hektar Fläche angebaut, sind es aktuell nur noch gut 100 Hektar. Rund um Jahnsfelde standen die Kartoffelpflanzen 2019 auf zehn Hektar Fläche in fünf Sorten. In diesem Jahr hat Prochnow die Fläche auf zwölf Hektar erhöht. „Wir sehen es als Chance, im Biobereich vernünftiges Geld zu verdienen.“ Der Getreide–Anbau sei befriedigend gelaufen, vergleichbar mit dem Vorjahr. Aber Knollen bringen pro Hektar mehr ein als Getreide, erzählt er.

Geplant ist ein Drittel der Kartoffeln über das Lager und den Hofladen in Jahnsfelde zu verkaufen, den Rest über die Terra–Läden in Berlin. Mit Blick auf die schon in verschieden großen Säcken verpackten Knollen am Dienstag sagt Frank Prochnow glücklich. „Die Erträge werden wohl besser als 2019.“ Ohne extra Beregnung wachsen die Pflanzen auf dem Feld, zugute kam der Ernte der satte Regen im Juni.

Breit aufgestellt ist das Unternehmen seit fast 30 Jahren. Gut angenommen worden sei jüngst auch das Angebot der Selbst–Pflücke bei Kirschen. „Es kamen viele Interessierte zu uns, sogar aus Fürstenwalde und Bad Freienwalde.“ Viele Besucher hätten gleich noch Wurst und Fleisch — geschlachtet wird regional bei Fleischer Lehmann — sowie Honig vom Trebnitzer Imker mitgenommen. Je 300 Rinder und  Schweine stehen in den Ställen der Öko Agrar GmbH Jahnsfelder Landhof. Regional einzukaufen, das schätzen immer mehr Kunden, so Prochnow, der Vorstandsmitglied des Landesverbandes Bioland ist. Zu Gast hat er jetzt auch mehr Camping–Touristen, denen er Stellflächen auf Wiesen am Graben anbietet. „Viele staunen über unsere freilaufenden Herden, die sind ja eher selten.“

Fest im September fällt aus

Mit elf Angestellten hat Prochnow auf 750 Hektar inklusive Wald gut zu tun. Bald gibt es auch wieder einen Azubi. Vor Jahren hatte er mit Robin Bahro sogar schon den Besten im Land. Die Kartoffelernte wird noch acht Wochen andauern. Handlich sehen die Knollen aus, „ideal für den Kunden“. Abgesagt hat Prochnow dagegen das für September geplante große Kartoffelfest — die Abstände seien nicht einzuhalten, auch nicht bei der Traktortour zum Acker. „Wir machen aber wohl noch einen Termin zum Nachstoppeln.“

Hofladen–Kontakt: Tel. 033477 240