Die Lehmbautagung sei bereits im März geplant gewesen, berichtet Oehley. "Wir hatten 45 Anmeldungen, jetzt sind 16 Teilnehmer dabei." Zum Beispiel Nicolas Hammerschlag. Er ist über Freunde auf das durch ELER-Mittel geförderte Angebot aufmerksam geworden. "Ich bin neugierig und lerne gern neue Sachen", sagt er. In einem der Bottiche hat der Berliner gerade Lehm gerührt, bis Gerhard Bocian ihn stoppte. Der Baubiologe aus Sabrodt mahnt auch, die Brote gleich groß zu formen und antwortet immer wieder auf Fragen. So sei der vorgesehene offene Pizza-Ofen nicht fürs Brotbacken geeignet, erläutert er und erinnert an die vielerorts entstandenen Dorfbacköfen. "Für Brot braucht man etwa 200 Grad Celsius und das 50 Minuten lang, danach kann Kuchen und als Letztes auch Pizza rein."
Jörg Oehley freut sich bereits auf den neuen Ofen, der am Nachmittag noch ausprobiert werden soll. Der Vorgänger von 2006 ist von der Witterung ziemlich mitgenommen und zu klein, um ihn bei Veranstaltungen wie dem Sommerfest einzusetzen. Letzteres soll im Rahmen des Umwelttheaterfestes Anfang September stattfinden, informiert Inga Brandt nach ihrer Rückkehr. Sie macht zudem auf noch freie Plätze bei den Naturerlebnistagen für Kinder Ende August aufmerksam.
Bei Kartoffeln mit Quark geht der stets gewollte Austausch weiter. Alfred Haas aus Alt Rosenthal wohnt selbst in einem Haus, dessen Innenwände aus Lehm bestehen. Als Gasthörer zur Imkerei am OSZ Seelow hat er mitbekommen, dass es dort das Wahlpflichtfach Lehmbau gibt. "Das ist mir neu", sagt Stefan Picht aus Neuenhagen bei Berlin anerkennend. Er spricht in Lietzen über Lehmputze und Wärmedämmung. Mit dabei ist auch Irmela Fromme von der Europäischen Bildungsstätte für Lehmbau in Wangelin. Der Lehmbau, eigentlich seit den 1990er-Jahren bereits ein Thema, rücke durch die Nachhaltigkeitsdiskussion jetzt wieder stärker in den Fokus. Sie gibt Einblicke zu gestalterischen Elementen und zu natürlichen Farben.
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