Die Gemeindevertreter hatten das Vorhaben abgelehnt. Es wurden Unterschriften gesammelt und Stellungnahmen erarbeitet. Vor zwei Wochen gab es eine Demonstration gegen das Vorhaben. Die Argumente dagegen fasste die Bürgerinitiative noch einmal zusammen. Und wies darauf hin, dass die industrielle Mast in Golzow, Sachsendorf und Alt Tucheband im Zusammenhang gesehen werden müsse. Es komme vor, das Putenmist aus Alt Tucheband in Reitwein gelagert wird. Am 3. Juni hat der Kreis  die Genehmigung erteilt. Am 12. Juni wurde sie ausgereicht. "Unsere Gemeinde wird gegen die Genehmigung Widerspruch einlegen und notfalls auch klagen", betonte Bürgermeister Schieberle auf Nachfrage.
Bereits im Vorfeld der Kreistagssitzung hatte Burkhard Petzold, Fraktionschef von B90/Grüne-Pro Zukunft den Landrat schriftlich gefragt, warum die Genehmigung für die Putenanlage erteilt wurde, obwohl die Gemeinde zwei Mal einstimmig das Einvernehmen versagt hatte. "Wir sehen es als Aufgabe des Kreistages an, für die Regionalentwicklung bedeutende Vorhaben politisch zu begleiten." Darauf hatte Kreissprecher Thomas Berendt geantwortet, dass das Erteilen von Baugenehmigungen ein "klassisches Geschäft der laufenden Verwaltung sei und auch die Kreistags-fachausschüsse keinen Impuls gezeigt hätten, das Thema zu behandeln.
Als Jan Sommer (B90/Grüne) die Verantwortlichkeit des Kreistages zur Kontrolle von Verwaltungshandlungen erfragte, erklärte SPD-Fraktionschef Ronny Kelm, dass der Kreistag keine Handhabe habe, in solchen Einzelfällen mitzuwirken. Landrat Grenot Schmidt (SPD) verwies darauif, dass Landwirtschaft zum ländlichen Raum gehört und ein Sankt-Florians-Prinzip wenig hilfreich sei.