Müll in Märkisch-Oderland
: Warum Farbreste am Schadstoffmobil abgeben jetzt kostet

Nicht jeder Farbeimer gehört noch zum Schadstoffmobil. Im Landkreis Märkisch-Oderland gelten neue Regeln – und falsche Entsorgung kann nun Geld kosten.
Von
Peter Grenz
Seelow
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Die Abgabe von bestimmten Farbresten am Schadstoffmobil im Landkreis MOL kostet ab sofort Geld. Warum das so ist und welche einfache Alternative es gibt.

Die Abgabe von bestimmten Farbresten am Schadstoffmobil im Landkreis MOL kostet ab sofort Geld. Warum das so ist und welche einfache Alternative es gibt.

Maurizio Gambarini/dpa
  • MOL: Neue Regeln für Farbreste am Schadstoffmobil seit diesem Jahr.
  • Wasserbasierte Dispersionsfarben sind kein Schadstoff, in den Hausmüll erlaubt.
  • Voraussetzung: Reste an der Luft trocknen oder mit Sand abbinden.
  • Entsorgung ungefährlicher Farbreste am Schadstoffmobil kostet 15 Euro.
  • GHS-Piktogramm auf Verpackung: weiterhin Schadstoffmobil, keine Pauschalgebühr.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wer nach dem Streichen, Malern oder Lackieren noch angebrochene oder leere Farbeimer oder Lackdosen im Keller stehen hat, brachte diese bislang oft selbstverständlich zum Schadstoffmobil. Doch dafür gelten im Landkreis Märkisch-Oderland seit diesem Jahr neue Regeln.

Nicht jeder Farbrest gilt noch als Schadstoff und sollte über das Schadstoffmobil entsorgt werden – und wer trotzdem diese Entsorgungsmöglichkeit wählt, muss ab sofort mit zusätzlichen Kosten rechnen. Für Haushalte lohnt es sich deshalb, zuvor einen genauen Blick auf Inhalt und Kennzeichnung der Produkte zu werfen, bevor sie entsorgt werden.

Schadstoffe entsorgen: Nichtbeachtung kostet 15 Euro

Wie der Landkreis Märkisch-Oderland mitteilt, sind wasserbasierte Farben, Kunstharze und Lacke (Dispersionsfarben) keine Schadstoffe. Sie enthalten keine Lösemittel und gelten laut Abfallrecht als ungefährlich. Daher müssen sie auch nicht gesondert entsorgt werden, sondern können in den normalen Hausmüll. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Farbreste an der Luft getrocknet oder mit Sand abgebunden werden. Vollständig entleerte und getrocknete Farbeimer und -dosen sollen über die Gelbe Tonne dem Recycling zugeführt werden.

Die Einordnung von Dispersionsfarben als Schadstoffe stamme aus einer Zeit, als Restabfall überwiegend auf Deponien verbracht worden ist, informiert der Entsorgungsbetrieb MOL auf seiner Internetseite www.abfallberatung-mol.de. Heutzutage sei durch die thermische Verwertung des Hausmülls in modernen Müllverbrennungsanlagen eine umweltgerechte Entsorgung ausgehärteter Farb- und Lackreste problemlos möglich. „Wer dennoch diese ungefährlichen Farbreste am Schadstoffmobil entsorgen möchte, muss jetzt eine Pauschalgebühr in Höhe von 15 Euro vor Ort zahlen“, heißt es in der Pressemitteilung.

Hinweise auf der Verpackung geben Aufschluss

Ungefährliche Dispersionsfarben sind an fehlenden Gefahrstoffhinweisen auf der Verpackung zu erkennen. Manche Farbeimer sind auch mit einem Umweltsiegel, wie dem „Blauen Engel“, versehen. Sofern sich jedoch an der Verpackung von Farben, Lacken und Harzen ein GHS-Gefahrenpiktogramm (rot umrandetes Symbol) befindet, muss diese weiterhin über das Schadstoffmobil entsorgt werden. Dafür fällt dann jedoch keine Pauschalgebühr an, teilt der Landkreis mit.

Die rot umrandeten Gefahrenpiktogramme zeigen an, ob gefährliche Stoffe enthalten sind. In diesem Fall gehört diese Farbspraydose nicht in den Hausmüll, sondern muss über das Schadstoffmobil entsorgt werden.

Die rot umrandeten Gefahrenpiktogramme zeigen an, ob gefährliche Stoffe enthalten sind. In diesem Fall gehört diese Farbspraydose nicht in den Hausmüll, sondern muss über das Schadstoffmobil entsorgt werden.

Peter Grenz

Die Termine für die Schadstoffsammlung im Landkreis MOL (Frühjahrs- und Herbstsammlung) sind in der „AbfallApp MOL“ und auf der Webseite des Entsorgungsbetriebes Märkisch-Oderland unter folgender Adresse hinterlegt: www.maerkisch-oderland.de/tourenplan