Nachgefragt
: Peddigrohr mit Seegras-Einlage

Der Verein „Schönfließer Mitte“ bietet Korbflecht-Workshops an / Kursleiter sind zwei Neubürger / Kurse sind ausgebucht.
Von
Ines Weber-Rath
Schönfließ
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  • Material-Vorbereitung: Lutz und Sabine Kobert haben das Peddigrohr auf die richtige Länge für ihre geplanten Körbe geschnitten und bündeln es fürs anschließende Wasserbad.

    Material-Vorbereitung: Lutz und Sabine Kobert haben das Peddigrohr auf die richtige Länge für ihre geplanten Körbe geschnitten und bündeln es fürs anschließende Wasserbad.

    Matthias Lubisch
  • Seegras: Corinna Kullick bereitet es fürs Einflechten vor.

    Seegras: Corinna Kullick bereitet es fürs Einflechten vor.

    Matthias Lubisch
  • Verdichten: Kursleiter Thomas Friedrich mit dem Schlageisen.

    Verdichten: Kursleiter Thomas Friedrich mit dem Schlageisen.

    Matthias Lubisch
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Die Mitglieder des jungen Vereins „Schönfließer Mitte“ entwickeln immer wieder neue Ideen, um das Dorfleben zu bereichern. Derzeit wird in der Alten Schule das traditionsreiche Korbmacherhandwerk gepflegt. Zwei Neu-Bürger sind die Kursleiter.

Die Faustregel für die Länge der Rohrabschnitte sei: gewünschte Korbhöhe plus 25 Zentimeter – 20 nach oben und fünf nach unten für die Abschlüsse, erklärt Thomas Friedrich den um den langen Tisch im Jugendklubraum versammelten Kursteilnehmern. Acht sind es beim ersten  Wochenendseminar „Körbe flechten für Jung und Alt“, sieben Frauen und ein Mann.

Thomas Friedrich ist einer der Kursleiter. Der Zollbeamte ist seit 2005 Schönfließer. – Und der Ausgangspunkt für das neue Mitmachangebot des Vereins „Schönfließer Mitte“. Er sei 2011, bei der Reha-Maßnahme nach einer Operation auf den Flecht-Geschmack gekommen, berichtet Friedrich.

Seine Begeisterung hat sich auf Lebensgefährtin Corinna Kullick übertragen. Beide haben Flechtwerk aller Art bislang vor allem als Geschenke hergestellt. – Und schon mit Kindern aus dem Dorf Körbe geflochten. Zum Beispiel bei der Premiere des Schönfließer Naturcamps im Sommer vorigen Jahres.

„Danach haben uns Vereinsfreunde gefragt, ob wir nicht auch mal einen Kurs für Erwachsene anbieten könnten“, erklärt Corinna Kullick (52, Bahn-Mitarbeiterin), wie es zu den jetzigen Workshops gekommen ist.  Sie und Thomas Friedrich sind Gründungsmitglieder des Vereins „Schönfließer Mitte“.

Am kommenden Wochenende gibt es den zweiten Flecht-Kurs. Auch der sei schon ausgebucht, sagt Friedrich, während er Dorothea Janz und Jutta Pappelbaum beim Vorbereiten der Böden für ihre Körbe hilft. Die beiden Lebuserinnen sind die einzigen „Auswärtigen“ in der Runde.

Der Kurs solle Einblick in das Jahrhunderte alte Korbmacherhandwerk geben, hatten die Initiatoren in der Ankündigung geschrieben. Allerdings arbeiten Corinna Kullick und Thomas Friedrich nicht mit Weidenruten, sondern mit Peddigrohr. Es handelt sich dabei um die Triebe der an Rattan-Palmen im tropischen Regenwald wachsenden Rotang-Liane. Die meterlangen Abschnitte, die über den Zimmertüren in der Alten Schule hingen, gaben einen Eindruck, wie lang die Triebe werden können.

Der Schönfließer Lutz Kobert übernahm an dem Abend das Schneiden der Rohrabschnitte, die dann erst einmal eingeweicht werden mussten, damit sie biegsam werden. „Das geht ganz schön schwer“, sagt Verena Herrgoß dennoch. Die Schönfließerin hat Mühe, das etwas dickere Rohr, das sie für den größeren Korb braucht, den sie herstellen will, um das Stab-Grundgerüst zu winden.

Ursel Mann, die mit 74 Jahren Älteste in der Runde, hat es etwas leichter. Ihr Korb soll kleiner werden, dafür reicht dünnes Rohr. Besonders hübsch mache sich eine „Einlage“ aus Seegras, empfiehlt Corinna Kullick und schneidet selbiges vor. Auch „geräuchertes“, also dunkles Peddigrohr verwendet mancher Kursteilnehmer für seinen Korb oder sein Tablett. „So was wollte ich schon immer mal machen, das macht echt Spaß“, freut sich Andrea Bernau.