Naherholung
: Ernten im Akkord

Kleingärtner in der Seelower Anlage „Sonnenschein“ ernten derzeit viel Obst und Gemüse. Allerdings trüben Engerlinge im Boden die Erträge.
Von
Cornelia Link-Adam
Seelow
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  • Wächst und gedeiht: Heinz Ewert erfreut sich im Gewächshaus an seinen vielen Tomaten. Schon seit fast 20 Jahren hat der Seelower mit seiner Frau Käthe eine Parzelle in der Kleingartenanlage Sonnenschein am Rande der Kreisstadt.

    Wächst und gedeiht: Heinz Ewert erfreut sich im Gewächshaus an seinen vielen Tomaten. Schon seit fast 20 Jahren hat der Seelower mit seiner Frau Käthe eine Parzelle in der Kleingartenanlage Sonnenschein am Rande der Kreisstadt.

    Cornelia Link-Adam
  • Heute gibt’s Hähnchen zum Mittagessen: Rosemarie Kutzner aus Letschin brutzelt Geflügel auf dem Freiluft-Herd an ihrem Bungalow.

    Heute gibt’s Hähnchen zum Mittagessen: Rosemarie Kutzner aus Letschin brutzelt Geflügel auf dem Freiluft-Herd an ihrem Bungalow.

    Cornelia Link-Adam
  • Bunte Blumen: Bei Jürgen Oppermann blüht’s farbenfroh.

    Bunte Blumen: Bei Jürgen Oppermann blüht’s farbenfroh.

    Cornelia Link-Adam
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Der Name ist Programm. In der Kleingartenanlage „Sonnenschein“ am Rande von Seelow brennt die Sonne vom Himmel. 30 Grad zeigte das Thermometer am Dienstag schon am Vormittag. Grund genug, sich Schatten zu suchen. Doch es wirbelt und werkelt auf der größten Anlage des Landes mit gut 350 Parzellen. Schließlich ist Sommerzeit. Und somit Hochsaison für Kleingärtner. So sitzt auch Käthe Ewert an ihrem Bungalow und schält Kartoffeln, macht Gurkensalat. Alles aus eigener Ernte. Und zwischendurch wird noch Weintrauben–Gelee eingekocht. Seit 18 Jahren, seit sie von Neuhardenberg nach Seelow zogen, haben sie in der Kleingartensparte ihre Parzelle. Früher waren mehr Leute hier, heutzutage sind immer mehr Berliner da, auch Ausländer. Etliche machen Party, andere sind ganz nett, erzählt ihr Heinz. In der Wohnung halte man es ja im Sommer nicht aus. "Und es gibt nichts Schöneres als einen Garten“, sagt Käthe Ewert.

Erträge werden eingekocht

Sie sorgt für viele Blumen auf den 600 Quadratmetern, ihr Heinz ist fürs Obst und Gemüse zuständig. Und davon gibt es wieder reichlich. Gut gelaufen sei die Ernte der Erdbeeren, auch der Gurken. Die Tomaten hängen voll, bald werden auch Möhren, Paprika und Bohnen vom Feld geholt sowie die Pfirsiche vom Baum. Den ganzen Tag werkeln sie auf ihrer "Scholle“, fühlen sich pudelwohl. Gläserweise wird eingekocht. „Darüber freuen sich auch die Kinder und Enkel.“ Viel haben Ewerts dieses Jahr wieder gegossen, damit alles grünt und blüht. Und zwischendurch wird sich auf der Hollywood–Schaukel ausgeruht und mit Nachbarn geschwatzt. Etliche hätten hervorragende Gärten, andere seien im schlechten Zustand und es gebe auch Leerstand, sagen Ewerts über die Anlage. „Das war früher besser. Aber wir werden ja alle älter.“ Und was viele trifft, sei noch ein großes Problem im Boden: "Die Engerlinge fressen die Blumenzwiebeln und Kartoffeln an“, berichtet Ewert. Er hat Hunderte ausgegraben und an seine Hühner verfüttert.

Von Engerlingen berichtet auch Manfred Elsner auf seiner Parzelle und zeigt auf eingegangene Erdbeerpflanzen. „Wenn ich die Würmer ausgrabe, sitzt immer schon die Amsel neben mir“, sagt der einstige Seelower Tischler lachend. Zweimal am Tag ist er auf dem Grundstück, dann laufen die Sprenger. Es gibt statt Beeten viel Rasen. Toll bunt blühen die Blumen, rankt sich Wein am Bungalow und zappeln 30 Goldfische im Teich. „Als Rentner muss man sich ja beschäftigen“, sagt Elsner. Schmuckes Grün, das will auch bald wieder Jürgen Oppermann. Mit Rosemarie Kutzner hat der Letschiner seit 15 Jahren eine Parzelle in Reihe 2. „Ich hatte über Wochen leider Rückenprobleme, daher ist hier viel zugewachsen“, sagt Oppermann mit Blick auf die Beete, die er bald wieder fitmachen will. Aktuell kochen sie Pflaumenmus ein — auch für die Kinder.

Die Kleingartenanlage „Sonnenschein“ ist am 7. September wieder beim Stadt– und Schützenfest mit Infos über freie Parzellen und Verkaufsstand dabei. Der Vorstand ruft seine Kleingärtner auf, Obst– und Gemüsespenden am 6. September  von 15 bis 18 Uhr im Vereinshaus abzugeben.