Der Frankfurter Hobby-Fotograf Horst Drewing, den viele aus seiner langjährigen Arbeit in der Seelower Kreisverwaltung kennen, hat ein Büchlein heraus gegeben, das sich mit einem historischen Bau-Phänomen beschäftigt: Den geheimnisvollen Schachbrettsteinen an mittelalterlichen Kirchen beiderseits der Oder.

Um die Steine ranken sich Legenden

Um diese Steine ranken sich Mythen und Legenden. Eine davon lautet: Der Teufel habe mit Gott um den Bau der jeweiligen Kirche Schach gespielt. Wo er verlor, kam sein Schachbrett an die Kirchenwand.
Wahrscheinlicher ist die Theorie, dass es sich um Zunftzeichen von Maurern oder Steinmetzen handelte. Horst Drewing hat die Schachbrettsteine an 14 Kirchen in den Landkreisen Märkisch-Oderland und Oder-Spree sowie vier in der Wojewodschaft Lebuser Land  fotografiert. An Frankfurter Kirchen gibt es keine Schachbrettsteine.

Gleich drei Steine an der Kirche in Friedersdorf

An der Friedersdorfer Dorfkirche hingegen sind gleich drei grau gemusterte Schachbrettseine erhalten. Die meisten der Steine finden sich an den Kirchen in Herzberg (8) und Grunow (7). Gewiss ist: Für ihre Herstellung brauchte es viel Ausdauer und Können.
Erstaunlich ist die Vielzahl der Formen und Größen der geheimnisvollen Schachbrettsteine. Und auch ihre Platzierung ist verschieden. Am häufigsten befinden sie sich an südöstlichen Außenecken sowie im Bereich der Haupt- und Seitenportale. Auch an der Mallnower Kirchenruine ist ein Schachbrettstein erhalten.

Künstlerisches I-Tüpfelchen

Künstlerisches I-Tüpfelchen des Büchleins sind die Aquarelle der 18 Kirchen, die der Frankfurter Maler Wolfram-Werner Kipsch beigesteuert hat.
Das Buch im A5-Format sei auf Anregung seines Neffen Thomas Drewing entstanden, der Mitglied im Geschichtsverein Gusow-Platkow ist, sagt Horst Drewing. Es wurde in einer Auflage von 200 Stück gedruckt und ist zum Preis von fünf Euro in der Frankfurter Lukas-Buchhandlung zu haben