Oder-Lausitz-Trasse: Zeschdorf und Lebus fordern Ersatzwege, Wildschutzzäune und einen Radweg
Das für das Verfahren federführende Landesamt für Bauen und Verkehr hat die Stellungnahmen zum 2018 vorgelegten Entwurf für die Trassenführung ausgewertet und die Planung geändert. „In Sachen Lärmschutz sind sie auf uns zu gekommen“, sagt Frank Fries.
180 Meter neben Neu Zeschdorf
Zeschdorfs Vize-Bürgermeister war, ebenso wie Bürgermeister Uwe Köcher, die Ortsvorsteher, der Chef des Alt Zeschdorfer Landwirtschaftsbetriebes PdA, Herrmann Roeber, und Yvonne Petzold aus dem Bauamt des Amtes Lebus Teilnehmer einer Beratung mit Vertretern des Landes zur Planung. „An Wulkow und Schönfließ wird die Trasse relativ weiträumig vorbeigeführt. Am nächsten kommt sie der Siedlung Neu Zeschdorf“, sagt Yvonne Petzold. Sie hat die erneut gemeinsame Stellungnahme der Gemeinde Zeschdorf und der Stadt Lebus zur geänderten Planung verfasst. Die erste gab es vor zwei Jahren zum ursprünglichen Entwurf.
Die wichtigste Forderung damals: Lärmschutz für Neu Zeschdorf. Die Trasse verläuft teils nur 180 Meter von der Siedlung entfernt. Die Planer des Landesamtes erkennen den Schutzwert des Wohngebietes nun an und wollen die Grenzwerte durch den Einbau von lärmminderndem, so genanntem Flüsterasphalt einhalten.
Umstritten war und ist zum Teil noch immer die Gewährleistung der Erreichbarkeit landwirtschaftlicher Flächen und die Sicherung des Brandschutzes. Denn die Trasse durchschneidet mehrere Wirtschaftswege. „Die Wege durch den Wald von Schönfließ nach Alt Zeschdorf und von Neu Zeschdorf in Richtung Wulkow sollen mittels Brücken über die Trasse geführt werden. Unsere Forderung, sie für den Begegnungsverkehr und Katastrophenschutz auf 5,50 Meter auszubauen, lehnt der Landesbetrieb ebenso ab wie den Ersatzbau von Wirtschaftswegen. Es soll nur Ausweichstellen vor den Brücken geben“, sagt Yvonne Petzold. Gefordert wird vor allem Ersatz für den gekappten Weg von Schönfließ zur L 38 vor Alt Zeschdorf, der als Umleitungsstrecke für Linienbusse ebenso wichtig ist wie als Rettungsweg für die Feuerwehr. „An der Forderung halten wir fest“, erklärt Petzold.
Drei neue Ampelkreuzungen
Ihre zur geänderten Planung für die beiden Kommunen verfasste Stellungnahme enthält zudem die Forderung nach Wildschutzzäunen auf einem rund 1,5 Kilometer langen Abschnitt am Alt Zeschdorfer Mühlenfließ, an dem es einen starken Wildwechsel gibt.
Weil sie Radfahrer in der Bauzeit auf der L 38 einer erhöhten Gefahr ausgesetzt sehen, fordern die Zeschdorfer Vertreter, dass der Radweg, der derzeit an der B 167 von Lebus bis zum Bahnübergang Schönfließ gebaut wird, sofort bis nach Alt Zeschdorf weiter geführt wird.
Sorgen macht man sich im Amt Lebus über das erwartete „Ampel-Chaos“ im Einmündungsbereich der B 112n zur B 167 und L 38 sowie der Kreisstraße nach Niederjesar vor dem Bahnübergang Schönfließ. Dort sollen drei neue Ampel-Kreuzungen entstehen. „Unsere Anregung, Kreisverkehre zu bauen, wurde abgelehnt. Wir befürchten beim Zusammenspiel von vier Ampeln auf engstem Raum Stau- und andere Probleme“, so Yvonne Petzold.

