Oder-Versalzung: Nach Fund toter Fische in Polen – Kreis MOL sperrt Zuleiter ins Oderbruch

Durchleiter in Reitwein: Martin Porath von Gewässer und Deichverband Oderbruch hatte nach der Katastrophe im Ausgust 2022 den Zulauf ins Oderbruch reguliert.
Ulf GriegerDas Landesumweltamt und der Landkreis Märkisch-Oderland haben am Freitag, 21. April, die Zuleiter und Heber von der Stromoder in die Oderbruch-Gewässer geschlossen. Das betrifft den Heber Kienitz sowie die beiden Durchleiter in Güstebieser Loose und Reitwein. Diese Zuflüsse versorgen eigentlich das tiefer gelegene Oderbruch mit Frischwasser.
Es bestehe jedoch die Gefahr, dass sich mit den für das Wochenende erwarteten höheren Termperaturen erneut die für Wasserlebewesen gefährliche Goldalge ausbreitet. „Der Salzgehalt der Oder ist unverändert hoch“, erklärt Gregor Beyer, Leiter des Amtes für Umwelt und Landwirtschaft des Landkreises MOL, gegenüber MOZ.de. „Deshalb haben wir zu dieser sofortigen Vorsichtsmaßnahme gegriffen.“

Heberbauwerk in Kienitz: Diese Anlage ist erst im vorigen Jahr komplett saniert worden.
Ulf GriegerOderbruchgewässer gefährdet
Man habe noch keine toten Fische im Oder- oder Oderbruchbereich entdecken können, so Gregor Beyer. Es handele sich um eine prophylaktische Maßnahme. Eine allerdings, die nicht auf Dauer durchgeführt werden kann.
Denn die Erfahrung aus der Oderkatastrophe im vorigen Jahr hatte gezeigt, dass nach der Absperrung der Zuleiter in den Altgewässern des Oderbruchs zu Sauerstoffmangel gekommen war, an dem ebenfalls zahlreiche Fische, vor allem im Mittelbruch, verendet waren. „Die Absprachen mit dem Landesamt für Umwelt und dem Deichverband Oderbruch laufen dieses Mal gut“, erklärte Beyer, man arbeite gut zusammen.
Es wird davon ausgegangen, dass aufgrund der relativ hohen Oderwasserstände viel „sauberes“ Grundwasser ins Oderbruch einströmt (sogenanntes Drängewasser), welches die Wasserqualität in den Oderbruchgewässern verbessert und die Salzkonzentration deutlich reduziert.

