Radlerkirche: Schmucker Begegnungsort in Sietzing
Dieser besteht seit 2015 und zählt 14 Mitglieder. Auf der jüngsten Mitgliederversammlung konnten zwei Neue aufgenommen, sagt Ines Zochert Köhn, die einst mit Burkhard Baer, dem Vorsitzenden des Bauausschusses der Kirchengemeinde, zu einem Gedankenaustausch in die Bauernstube im Gemeindehaus eingeladen hatte. „Wir wollten erst einmal Ideen sammeln und nicht gleich in einen Verein drängen“, blickt die 52-Jährige zurück. Wissend, dass die Sanierung des 1883 um einen Turm ergänzten Betsaals ohne einen solchen aber aussichtslos wäre. Aber Sietzinger, Alteingesessene wie Zugezogene, hätten sich mit vielen guten Gedanken eingebracht. Vor allem Letztere seien sehr präsent gewesen, erinnert sie sich und an dann elf Gründungsmitglieder. Also mehr als nötig.
In der Kirche riecht es noch nach frischer Farbe. Die Tafeln, die an den Staatsminister und Grafen Heinrich von Itzenplitz (1799–1883), Begründer und Patron der Sietzinger Pfarre, beziehungsweise die Gefallenen von 1870/71 sowie beider Weltkriege erinnern, stehen auf dem Boden, sollen wieder an der Wand befestigt werden. Vor den Holzbänken bis hin zum Altar ist nun Platz. Arno Leye weist auf das unterschiedliche Pflaster im Boden, zieht gedanklich noch einmal die Trennwand ein, die im Zuge der Sanierung entfernt worden ist.
Kirchengemeinde und Förderverein wollten mehr Raum, jedenfalls den, den die Kirche ursprünglich einmal hatte. Der soll auch nicht mit Bänken verstellt werden, war man sich einig und hat sich stattdessen für 24 Stühle entschieden, die bei Bedarf in zwei Reihen aufgestellt werden sollen. Die Bemusterung sei bereits erfolgt, berichtet Arno Leye. Allerdings müsse die Denkmalschutzbehörde noch zustimmen. „Aber da haben wir keinen Zeitdruck.“
Fünf Veranstaltungen im Jahr
Das Jahresprogramm des Freundeskreises stehe, so Ines Zochert-Köhn, auf fünf Säulen. Zwei davon sind coronabedingt diesmal leider ausgefallen: Sietzing als Station des Kreuzwegs am Gründonnerstag und das PflanzenCafé zu den Kunst-Loose-Tagen oder zum Gartentag. Zu Letzerem seien schon bis zu 95 Besucher gezählt worden. Neben den von Vereinsmitglied Angelika Plett selbst gezogenen Pflanzen, die gegen eine Spende abgegeben werden, können sich dann auch Anbieter aus der Region präsentieren, gibt es natürlich eine Andacht sowie Kaffee und Kuchen. Hin und wieder erklinge das Harmonium, das auch schon als klanglich besonders schönes Instrument gelobt worden sei. Die Kinderkirche zu verschiedenen Themen – im Vorjahr drehte sie sich um die Bauphase – ist ein weiterer Baustein und der krönende Abschluss dann der Sonnabend vor dem dritten Advent.
Ines Zochert-Köhn kommt gern auf einen Schatz zu sprechen: die Menschen an diesem besonderen Kulturerbe-Ort. Als Beispiel nennt sie Ekkehard Lothar, Tischlermeister im Ruhestand. Er ersetzte unter anderem Fehlstücke am Altar.
Bläsergottesdienstein vier Orten
Der Stephanus-Posaunenchor um Martin Leue ist auch in diesem Sommer per Rad im Oderbruch unterwegs. Vorgesehen sind vier Bläsergottesdienste. Diese stehen unter dem Motto "Zu Gottes Ehre". Auftakt ist am 28. Juli in der Kirche Bliesdorf. Als nächste Station folgt am 29. Juli die Fachwerkkirche Sietzing. Im Anschluss werden dort Gegrilltes und Getränke angeboten. In Neutrebbin sind die Radposaunisten dann am 30. Juli in der Kirche zu Gast. Am 31. Juli gestalten sie den Bläsergottesdienst in der Klosterkirche in Altfriedland. Beginn ist jeweils um 19 Uhr.
Mehr über den Freundeskreis Fachwerkkirche Sietzing ist im Internet unter https://fachwerkkirchesietzing.wordpress.com zu finden.




