Noch sind keine durch den Staat organisierte Flüchtlingsströme aus der Ukraine in Seelows Partnerstadt Kostrzyn/Küstrin angekommen. Die Verteilung von Flüchtlingen, aktuell sind es rund 604.000, laufe auf der Regierungsebene, informiert Ryszard Skalba, Direktor des Küstriner Festungsmuseums, wo bereits eine Sammelstelle für Sach-Spenden eingerichtet ist. Zunächst werden die Menschen aus der Ukraine in den östlichen Teilen Polens einquartiert. Allmählich geht es nach Westen.
Hilfe für Flüchtlinge: In der zentralen Sammelstelle in Kostrzyn arbeiten Freiwillige aus Polen, der Ukraine, Belarus und Deutschland eng zuammen.
Hilfe für Flüchtlinge: In der zentralen Sammelstelle in Kostrzyn arbeiten Freiwillige aus Polen, der Ukraine, Belarus und Deutschland eng zuammen.
© Foto: Ulf Grieger

Viele Flüchtlinge durch private Vermittlung einquartiert

Bisher sind aber bereits Menschen aus der Ukraine im Rahmen von Privatinitiativen in Küstrin einquartiert worden: Verwandte, Bekannte, Freunde der hierin Kostrzyn/Küstrtin wohnenden und arbeitenden Ukrainer. „Die ukrainischen Männer haben dagegen Kostrzyn verlassen und fuhren zum Krieg in die Heimat“, erklärt Skalba. In Polen läuft zudem eine groß angelegte humanitäre Hilfskampagne, um Flüchtlingen aus der Ukraine zu helfen. Die Stadt Kostrzyn beteiligt sich aktiv an der Organisation der Sammlung von Sachgütern, die von dort aus in die östlichen Teile des Landes und in die Ukraine transportiert werden. Eine zentrale Sammelstelle in Kostrzyn ist das Kulturzentrum „Kręgielnia“ in der Fabryczna-Straße 1. Eine andere in der Straße Gorzowska 116, eine große Fabrikhalle der Firma Filus. Von dort wurde am Freitag ein Lkw mit 34 Paletten beladen und abgeschickt. Am Sonntag geht der Nächste auf die Reise.

Viele Freiwillige packen mit an

In der Sammelstelle in der Filus-Halle sind auch Olja Homza-Knies und Vadzim Subach aus Belarus vom Neutrebbiner Verein Mara anzutreffen. Sie unterstützen die Aktion dort, die von polnischen, ukrainischen und einigen deutschen und belarussischen Freiwilligen getragen wird. Zum einen werden Spenden entgegengenommen und sortiert. Es kommen aber auch die bereits in Kostrzyn einquartierten Flüchtlinge, um sich dort zu versorgen. Am Samstag herrschte dort noch reges Treiben. Am Sonntag ist aber geschlossen.
Helfen gemeinsam: Die Bürgermeister der Partnerstädte Seelow und Kostrzyn/Küstrin, Andrzej Kunt und Jörg Schröder, haben für die Ukrainehilfe eine Kooperation vereinbart.
Helfen gemeinsam: Die Bürgermeister der Partnerstädte Seelow und Kostrzyn/Küstrin, Andrzej Kunt und Jörg Schröder, haben für die Ukrainehilfe eine Kooperation vereinbart.
© Foto: Ulf Grieger

Seelow unterstützt mit Geldspenden

„Die Stadt Seelow hat sich entschieden, mit der Partnerstadt Kostrzyn/Küstrin etwas gemeinsam zu machen. Wir werden Geldspenden in Sachspenden umsetzen. Gerade Medikamente, Hygieneartikel, Esskonserven und Schuhwerk werden gebraucht. Wir als Stadt möchten das gerne koordinieren und brauchen dafür Geldspenden“, ruft Bürgermeister Jörg Schröder (parteilos) zur Spenden-Aktion am 8. März in Seelow auf. Unter dem Motto „Hilfe und Unterstützung für die Ukraine“ hat die Stadt Seelow ein Spendenkonto eingerichtet. Die IBAN-Nummer lautet DE 96 1705 4040 2008 2531 23, Verwendungszweck: Spende Ukraine. Bei Angabe der Adresse werden auch Spendenquittungen ausgestellt. Mitarbeiter der Stadt stehen am Dienstag, 8. März, von 10 bis 16 Uhr auch direkt mit einem Spendenstand auf dem Marktplatz, um Geld zu sammeln.
Packen , sortieren, spenden: Auch Einwohner des deutschen Umlandes von Küstrin bringen bereits Sachspenden nach Kostrzyn.
Packen , sortieren, spenden: Auch Einwohner des deutschen Umlandes von Küstrin bringen bereits Sachspenden nach Kostrzyn.
© Foto: Ulf Grieger
Kindereinrichtungen der Stadt sind zudem aufgerufen, für Kinder in der Ukraine Bilder zu malen. Willkommen sind Werke von den Kita- und Hortkindern, die Hoffnung, Frieden und Freundschaft vermitteln, so Petra Stadler von der Stadtverwaltung. Die Bildermappen der Einrichtungen können am Dienstag beim Spendenstand abgegeben werden und werden dann weitergeleitet.

Frankfurt (Oder)/ Cottbus

Info: Die Sammelstellen im Kulturzentrum, in der Filus-Halle in der Straße Gorzowska 116 (letzte Halle stadtauswärts) und im Festungsmuseum sind von montags bis freitags von 8 bis 15.30 Uhr geöffnet.
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