Schul-/Bethaus: Schau erinnert an Gabriele Koerbl
Wenn sie zeichnete, konnte sie die Welt vergessen, verwechselte, tief in ihre Arbeit versunken, auch schon mal das Pinselwasser mit dem Weinglas, erinnerte zur Ausstellungseröffnung schmunzelnd Jörg Michael Koerbl an seine 2007 verstorbene Frau Gabriele.
Deren langjährige Künstler-Freundin Sylvia Hagen bereitete die Gedenkausstellung der vielseitigen Malerin und Bühnenbildnerin vor. Sie sichtete die Arbeiten, übernahm das Hängen und andere organisatorische Aufgaben. „Gabriele Koerbl hat lange in der Region gearbeitet und gelebt und sich viele Jahre in unseren Förderverein eingebracht“, nennt sie ein gewichtiges Argument für die Ausstellung. Bis zum 14. Juli ist noch Gelegenheit, Arbeiten von Gabriele Koerbl anzusehen.
Karibik brachte kein Glück
Etwa ihre Zeichnungen zu Heinrich von Kleists „Penthesilea“. Einige davon schmücken das Kleist-Buch, sind Literaturfreunden bestens bekannt. Ansonsten ist die lange Zeit im Oderbruch lebende Künstlerin in Vergessenheit geraten. Ihre Mutter drängte sie einst zum Studium an der Kunsthochschule Weissensee. Bei Prof. Heinrich Kilger erhielt sie die Ausbildung als Bühnenbildnerin, konnte schon während des Studiums Proben für Stücke am Deutschen Theater Berlin fertigen. Je mehr sie als Bühnenbildnerin arbeitete, desto stärker entwickelten sich ihre malerischen und zeichnerischen Ambitionen. 1978 belegte sie ein Zusatzstudium Malerei und Plastik in Weissensee, suchte und fand in jener Zeit ihr Atelier in Kienitz, zog 1982 dann auf einen Hof in Altlangsow. Sie stellte in Treptow und in Altlangsow aus, beteiligte sich als Bühnenbildnerin an Ausstellungen im In- und Ausland, sei es in Prag, in New York oder Sydney.
Eine Reise nach Kuba 1982 habe ihr neue Impulse für die Malerei gegeben, so Jörg Michael Koerbl. Sie entdeckte die Karibik, konnte nicht mehr von ihr lassen. 2002 zog sie mit Mann und all ihrem Hab und Gut nach Martinique. Es entstanden viele Arbeiten, deren Motive sie in ihrem neuen Lebensumfeld fand, wie der Zyklus „Kreolische Masken“ aus den Jahren 2004 und 2005. Er ist in der Schau in Altlangsow ebenso zu sehen wie ihr letztes Selbstbildnis (2006).
Die französischen Antillen sollten ihr jedoch auf Dauer kein Glück bringen. Als Künstlerin blieb sie dort fast unbekannt. Sie erkrankte an Malaria, an deren Folgen sie 2007 starb.
Gedenkausstellung Gabriele Koerbl, Altlangsow, Sa und So 13 bis 16 Uhr, Finissage am 14. Juli

