Schulentwicklung
: Alle Schulstandorte in Märkisch-Oderland sind gesichert

Mit Blick nicht nur auf die Bevölkerungszahlen schreibt der Landkreis die Schulentwicklungsplanung fort.
Von
Anett Zimmermann
Seelow
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Die alte Polizeiwache in Strausberg: Auf dem Areal an der Wriezener Straße soll bis 2024/25 ein neues Gymnasium entstehen. Dem Kaufvertrag müsse der Landesfinanzauschuss noch zustimmen, hieß es in der jüngsten Sitzung des Kreis-Bildungsausschusses.

Gerd Markert

„Heißt das, dass wir künftig ganze Züge ablehnen müssen?“, wollte er wissen und ob es langfristig Überlegungen zu anderen Standorten gibt.

Der Entwurf war von der Verwaltung zur Sitzung vorgelegt worden, um darüber in einer der nächsten Sitzungen des Bildungsausschusses zu diskutieren. Dass 60 Schüler möglicherweise abgelehnt werden müssten, ließ nicht nur Gumpricht um Fassung ringen. Da half selbst der Einwand von Sandra Haake aus dem Schulverwaltungsamt nicht, dass es sich um eine Prognose handelt, die Zahlen stark schwanken und natürlich nach Lösungen für die gymnasiale Oberstufe gesucht wird.

Karin Klinger (Linke), ebenfalls Lehrerin, hakte zu Problemen im kommenden Schuljahr nach. Norbert Thefs vom Staatlichen Schulamt in Frankfurt (Oder) verwies darauf, dass das Anwahlverfahren ja noch nicht beendet ist. Könne der Erstwunsch nicht berücksichtigt werden, würden die Unterlagen an die Zweitwunschschule weitergeleitet. Zudem werde in Rüdersdorf bereits gebaut und sei in Strausberg ein Neubau geplant. Für Letzteren sollen, so Tobias Sey­farth, Leiter des Schulverwaltungsamtes, in diesem Jahr die planerischen Voraussetzungen geschaffen werden. Die Fertigstellung sei für 2024/25 vorgesehen.

Das variable Anwahlverfahren sei starken Schwankungen unterworfen, machte Seyfarth ebenfalls deutlich. Sandra Haake erinnerte zudem daran, dass es am Ende der sechsten Klasse eine Bildungsempfehlung für die Kinder gibt. Letztlich sei die Auswahl der weiterführenden Schule aber die freie Entscheidung der Eltern.

„Wie können wir die Abiturientenzahlen senken?“, wollte Reinhold Patzer (AfD) wissen und fügte hinzu: „Wir brauchen doch auch Handwerker.“ Steuern ließe sich das Anwahlverhalten über die Ausstattung und günstige Schulbedingungen, sagte Tobias Seyfarth und erinnerte an das Oberstufenzentrum Märkisch-Oderland (OSZ). „Da machen wir als Schulträger mehr, als wir müssten“, sagte er und nannte als Beispiel den Bereich Bau am Standort in Seelow. Nicht ohne Grund habe Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) kürzlich den ersten Zuwendungsbescheid im Rahmen der Ausstattungsförderung für Schulen aus dem DigitalPakt Schule des Bundes an das OSZ in Strausberg übergeben.

Hinzu kämen die Anstrengungen der Oberschulen in der Berufsorientierung und berufsfördernde Angebote, darunter der Produktionsschule. Friedemann Hanke (CDU), zuständiger Beigeordneter, sah unterdessen das Land in der Pflicht. „Wir brauchen eine Regelung nach Leistung“, forderte er.

Auf die Frage, ob Schulstandorte in Märkisch-Oderland gefährdet seien, hatte Norbert Thefs bereits mit einem knappen „Nö“ geantwortet. Außerdem sei im Koalitionsvertrag festgelegt, dass alle Schulen in Brandenburg erhalten bleiben sollen, auch einzügige weiterführende Schulen. Gebraucht würden ebenfalls die freien Träger, reagierte er auf eine Frage des Ausschussvorsitzenden Stephan Schwabe (Linke), der sich Gedanken darüber machte, was passiert, wenn einer dieser Anbieter in wirtschaftliche Schieflage geraten sollte. Die als Beispiel genannte und teils fünfzügige FAW-Gesamtschule in Petershagen sei nicht in Gefahr, hieß es von mehreren Seiten. Die Einrichtung sei eine Bereicherung der Schullandschaft, der Standort sehenswert, ja sogar perfekt.

Die Idee einer Oberschule mit gymnasialer Oberstufe im Randberliner Raum wurde nach Hinweis auf die in Brandenburg geltende Oberstufenverordnung und ein gefordertes attraktives Fremdsprachenangebot nicht weiter diskutiert. Im Entwurf der Fortschreibung zur Schulentwicklungsplanung ist die Möglichkeit zur Errichtung einer gymnasialen Oberstufe und die bereits geschlossene Kooperationsvereinbarung mit der Stadt Altlandsberg allerdings zu finden.

Zu anderen freien Trägern, die in Hoppegarten und Müncheberg agieren, hatte sich Norbert Thefs nach seinem Bericht zum aktuellen Schuljahr nicht geäußert: „Da habe ich zurzeit zu wenig beziehungsweise keine Informationen.“ Doch auch darauf wird in dem 70-seitigen Entwurf der Kreisverwaltung zum Teil bereits ausführlicher eingegangen, ebenso auf Grund- und Förderschulen.