Sonderausstellung
: Waldlager der Roten Armee

Es gab mindestens 50 davon rund um Berlin. Dennoch ist nur wenig bekannt über die Waldlager der Roten Armee.
Von
Doris Steinkraus
Podelzig
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Waldhütten: Die Soldaten nutzten das Material der Natur. Viele hausten in Zelten, die in Löchern aufgebaut wurden.

Doris Steinkraus/MOZ

Es war der 2017 verstorbene Müncheberger Regionalhistoriker Klaus Stieger, der das einstige Waldlager der Roten Armee in den Wäldern vor Müncheberg in den Fokus rückte. Das Landesamt nahm sich der Thematik an, gestaltete 2015 eine Wanderausstellung. Neben zahlreichen Informationstafeln und Alltagsgegenständen gehört ein achtminütiger Film, der sich mit den Ausgrabungsarbeiten in Hoppegarten beschäftigt, zur Ausstellung. „Aus dieser Zeit gibt es so gut wie keine offiziellen Dokumente“, erklärt Vereinsvorsitzender Thomas Drewing. Freiwillige haben über Wochen im Wald nach Zeugnissen gesucht und eine Fülle gefunden.

Rund 30 000 Rotarmisten lebten allein im Waldlager Hoppgearten. Mit Beendigung des Krieges waren plötzlich gut zwei Millionen Soldaten in Berlin. Die mussten untergebracht und ihre Rückkehr vorbereitet werden. Über Monate hausten die Soldaten in den Waldlagern, manche in Erdhütten — für die es extra eine Bauanleitung gab — und andere wiederum in tief eingegrabenen Zelten. Aus Geschosshülsen wurden mit Öl gefüllte Lichtquellen und aus Blech–Wasserfässern Öfen gebastelt. Die Ausstellung ist bis zum 5. Mai an den Wochenenden zu sehen. 60  ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger, die in Platkow einen Lehrgang absolvierten, gehörten zu den ersten Besuchern.

Sonderausstellung „Waldlager der Roten Armee“, Museum alte Schule Platkow, Sa und So jeweils 14 bis 16 Uhr geöffnet, Kontaktunter Tel. 016091878753