Sondersitzung
: Sanierung des Rathstocker Gemeindezentrums befürwortet

Das heutige Gemeindezentrum Rathstock war einst Schule. Vieles stammt noch aus jenen Zeiten. Es muss dringend saniert werden.
Von
Ingo Mikat
Alt Tucheband
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Rundgang: Vor der Entscheidung sahen sich die Gemeindevertreter im Dorfgemeinschaftshaus Rathstock um.

Ingo Mikat

Es ist außen schick und innen unansehnlich – so fassten die Gemeindevertreter von Alt Tucheband ihre Eindrücke nach der  Besichtigung des Rathstocker Dorfgemeinschaftshauses  zusammen. Sie waren in dem Gebäude, das einst eine Schule beherbergte, zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengekommen, um über einen Beschluss zur Beantragung von Fördergeldern zur Innensanierung des Gebäudes zu beraten.

Ortsvorsteher Marco Schulz führte als Einreicher durchs Haus und erklärte das Anliegen der Rathstocker: „Wir möchten, dass unser Dorfgemeinschaftshaus für alle Bürger wieder ein wirklich attraktives Zentrum der Begegnung und Kultur wird.“

Alle Räume sind verschlissen

Zurzeit nutzen die Senioren einen Raum des Gebäudes für Veranstaltungen. Zwei Zimmer stehen dem Heimatverein zur Verfügung und in einem Raum befindet sich das Klangzimmer, das durch zahlreiche Veranstaltungen und Ausstellungen auch überregionale Bedeutung hat. Alle Aufenthaltsbereiche verfügen über einen mehr oder weniger abgenutzten Linoleumfußboden. Die Heizungsanlage besteht zum größten Teil aus alten Rippenheizkörpern und die Elektroinstallation stammt aus der Zeit, als hier noch Kinder lesen und rechnen lernten. Im Gebäude fehlt zudem ein Telefonanschluss für moderne Medien, an manchen Stellen blättert die Farbe von den Wänden, die Türen sind alt, und es existieren keine behindertengerechten Toiletten. Alle Gemeindevertreter waren sich einig, dass für eine zukünftige weitere Nutzung des Hauses unbedingt Renovierungsarbeiten nötig sind. Gleichzeitig bestanden große Zweifel, ob die Gemeinde den zur Gegenfinanzierung des geplanten Förderantrages von 300 000 Euro erforderlichen Eigenanteil in Höhe von 25 Prozent, verteilt auf zwei Jahre, aufbringen kann. Diese Frage vermochte auch Golzows Amtsdirektor Lothar Ebert nicht eindeutig zu beantworten. Seiner Kämmerei fehlen zu einer genauen Berechnung der künftigen Haushaltssituation der Gemeinde noch wichtige Zahlen. Es könne sein, dass die Gemeinde nach 2020 wieder ein Haushaltssicherungskonzept aufstellen muss.

Marco Schulz argumentierte, dass diese Situation auch ohne die geplanten Kosten für die Sanierung eintreten könne. Es wäre unklug, die Chance, das Projekt noch in einer auslaufenden Förderperiode unterzubringen, zu verpassen. Nicht nur Jürgen Bensch, der letztlich zustimmte, fiel unter dem Eindruck eines drohenden Haushaltssicherungskonzeptes die Entscheidung über den Antrag schwer. Dem Alt Tuchebander Ortsvorsteher Dieter Pichi erschien das Risiko sogar zu groß. Er sprach sich deshalb gegen das Projekt zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus und beantragte eine namentliche Abstimmung.

Amt soll jetzt Antrag stellen

Erörtert wurden nötige Ausweichräume für die gegenwärtigen Nutzer des Hauses. Hans Andreas verdeutlichte, dass ihm eine Teilsanierung ohne Eingriff in das gewachsene Ambiente des Klangzimmers am liebsten wäre. Lothar Ebert, der von Anfang an warnte, dass die Baukosten für das Projekt zu niedrig angesetzt seien, informierte über eine Rücksprache mit Marco Schulz. Der Förderantrag enthalte nun eine Obergrenze der insgesamt in dem Objekt zu verbauenden Summe, die genau einzuhalten sei. Er konstatierte zudem für jeden Raum des Hauses unterschiedlichen Modernisierungsbedarf. Nach einem nochmaligen Plädoyer des Ortsvorstehers von Rathstock stimmten schließlich in namentlicher Abstimmung sechs Gemeindevertreter für die Einreichung des Förderantrages und nur einer dagegen. Drei Mitglieder enthielten sich. Ebert, nahm den Auftrag zu Antragsstellung entgegen. In einem folgenden Schritt werde die Arbeitsgruppe der LAG Oderland das Konzept beraten und eine Stellungnahme abgeben.