Sturmfolgen: Wulkows Schlosspark wieder offen

Parktor, öffne dich: Der Leiter des Lebuser Bauhofes, Mike Golze, sein Kollege Detlef Krauter (v.l.), Wulkows Ortsvorsteher Wolfgang Gerlach und Baumkletterer Christian Rau (hinten, v.r.) öffnen im Beisein von Kindern der Kita "Grashüpfer" eins der Tore, mit dem der Wulkower Schlosspark abgesperrt war.
Johann MüllerMehr als ein Jahr lang war der Schlosspark gesperrt, weil viele Bäume sturmgeschädigt und nicht mehr sicher waren. Am Donnerstag ist das Gros der Baumpflegearbeiten abgenommen und der Park wieder frei gegeben worden.
„Morgen können wir an unserem Wandertag wieder in den Park gehen! Als erstes sollten wir Robert, unsere Rotbuche, begrüßen“, sagt Kathleen Balke, als die „Grashüpfer“ das große Gittertor neben dem Schloss erreichen, mit dem der große Parkweg abgesperrt ist. Seit über einem Jahr! Die „Großen“ aus der benachbarten Naturkita haben am Donnerstag ihren Mittagsschlaf verkürzt, um mit ihrer Betreuerin dabei sein zu können, wenn das Gitter verschwindet und der Weg in den geliebten Park wieder frei ist.
„Auf der großen Wiese haben wir das Tau–Treten im Rahmen unserer Kneipp–Anwendungen gemacht, der kleine Naturspielplatz im Park war Ziel vieler Spaziergänge. Und im Kräutergarten haben wir mit den Kindern gegärtnert“, erklärt Kathleen Balke die Bedeutung des Schlossparks für die „Grashüpfer“.
Als der Park vor über einem Jahr dicht gemacht wurde, schrieben Eltern Protestbriefe, baten um die rasche Freigabe wenigstens eines Teils des Parkes. Doch die Baumpflege brauchte ihre Zeit. Denn das Ausmaß der Schäden war enorm, wie sich beim genauen Hinsehen herausstellte. Mehr als 100 Bäume galten als nicht mehr standsicher, sollten gefällt werden. Letztlich mussten nur 89 fallen.
„Durch umfangreiche Baumpflegemaßnahmen konnten wir einige retten“, erklärt Melanie Reich. Die Mitarbeiterin des Lebuser Ordnungsamtes hat am Donnerstag gemeinsam mit dem Lebuser Bürgermeister Peter Heinl und Ortsvorsteher Wolfgang Gerlach die Pflegearbeiten im denkmalgeschützten Schlosspark abgenommen.
Das Gros der Arbeiten haben Christian Rau und seine Baumkletterer der Firma Baumpatrouille sowie die Lebuser Stadtarbeiter übernommen. 88 500 Euro hat sich die Stadt Lebus, zu der Wulkow gehört, die Baumpflege im Park kosten lassen. Doch es wäre noch mehr Zeit bis zur Wieder-Öffnung des Parks vergangen, wenn die Wulkower nicht selbst mit angepackt hätten.
„Seit Anfang Januar waren wir jeden Sonnabend im Park im Einsatz“, sagt Wolfgang Gerlach. Der Ortsvorsteher dankt nicht nur den Wulkowern, sondern auch den Vätern der „Grashüpfer“. Sie haben vor allem geholfen, Unmengen an Schnittgut aus dem Park zu holen, dessen aufgeweichte Wege nicht befahren werden dürfen. „Euer Kräutergarten ist jetzt ein bisschen kleiner. Und ein kleiner Teil des Parks muss gesperrt bleiben. Über die Benjeshecke und die Baumstämme, die da liegen, dürft ihr nicht rüber klettern“, ermahnt Melanie Reich die Kita–Kinder nach ihrer Abnahme–Runde. Das Biotop um den Teich im hinteren Bereich müsse aus naturschutzrechtlichen Gründen unverändert bleiben, erklärt sie der Betreuerin.
Auch die Stämme einiger gefällter Bäume sind bis in zehn Meter Höhe stehen geblieben — als so genannte Habitat–Stubben, die vor allem Vögeln und Fledermäusen Quartier geben sollen, erklärt Reich. Sie macht darauf aufmerksam, dass die Aufräumarbeiten noch eine Weile dauern werden.
Außerdem müssen Ausgleichs– und Ersatzmaßnahmen umgesetzt werden, die die Naturschutzbehörde angeordnet hat. So sollen 14 junge Laubbäume im Wulkower Park und weitere 53 im gesamten Stadtgebiet gepflanzt werden.