Tesla
: Dorfbewohner im Oderbruch befürchten polnische Pendlerströme

Die Bürgerinitiative „B1“ erwartet durch den Bau der Gigafactory bei Grünheide noch mehr Verkehr auf der Bundesstraße.
Von
Cornelia Link-Adam
Diedersdorf
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Berichtete zur BI "B1" im Gemeinderat Vierlinden: Bernd Baier. Die Bürgerinitiative erwartet durch den Bau der Gigafactory bei Grünheide noch mehr Verkehr auf der B1.

Cornelia Link-Adam

„Der Grenzverkehr wird ab 2025 mit dem Neubau der Küstriner Brücke ohne Tragfähigkeitsbeschränkung auf der Bundesstraße rapide ansteigen“, begann Bernd Baier mit wenig positiven Nachrichten. Die B1 sei schon jetzt die wichtigste Tangente gen Westen. Betroffen seien ja nicht nur Diedersdorf — wo die Gemeindevertreter den dauernden Verkehr bei ihrer Sitzung direkt vor der Tür beobachten konnten — sondern auch viele andere Dörfer entlang der Bundesstraße. In Mitleidenschaft gezogen werden jetzt schon die Anrainer–Dörfer, deren Bewohner sich kaum auf der Hauptstraße einordnen können. „Und kommen dann die Lkw–Kolonnen wird’s noch komplizierter werden“, so Baier.

Anschließend spannte er einen großen Bogen um Zuständigkeiten seit den 90er–Jahren, erwähnte auch, dass Bürgerproteste den Ausbau des Grenzübergangs von Hohenwutzen stoppten. „Mit den Anwohnern der B1 sprach niemand“, so Baier. Die Brücke in Küstrin sei in polnischer Zuständigkeit und seit 2013 kämpfe die BI B1 dafür, dass der geplante Neubau der Brücke nicht zu Lasten der Anwohner der B1 geht, zudem die Infrastruktur des Schwerlastverkehrs in sechs Anliegerorten (Manschnow, Diedersdorf, Jahnsfelde, Hoppegarten, Lichtenow und Tasdorf) entwickelt werde. Gefordert werden Umgehungsstraßen, Überholspuren, Parkplätze und die Ertüchtigung der Rettungskräfte.

„Der Schwerlastverkehr auf der A12 wächst jährlich um fünf Prozent. Dort fahren die Lkw bereits Stoßstange an Stoßstange. Jede Störung oder Baustelle führt zu großen Staus.“ Da der sechsspurige Ausbau der A12 noch immer nicht vorgesehen sei, sich erst in der Vorplanungsphase befinde, würden viele 40–Tonner auf die B1 ausweichen. „Immerhin werden 65 Kilometer bzw. über eine Stunde Fahrzeit auf der B1 gegenüber der Benutzung der A12 eingespart.“

Schon jetzt zeige sich, dass bei 14 Kilometern Einsparung sehr viele Lkw die B5 von und nach Frankfurt nehmen und damit die Bewohner von Treplin, Petershagen und Heinersdorf belasten. „Der Lkw–Fahrer nutzt wegen des Kosten– und Wettbewerbsdrucks immer den schnellsten Weg“, so Baier. Hinzu kämen aber auch ansteigende Pendler–Ströme auf der B1. „Und die geplante Tesla–Gigafactory in Grünheide sucht polnische Arbeiter. 2800 pro Schicht. Das wird den Druck noch verstärken.“ Darüber hinaus werde der Warenfluss weiter eine Rolle spielen, sei es durch Gewerbegebiete in Polen oder Lieferungen vom neuen Amazonlager bei Hoppegarten gen Osten.

Insgesamt habe die BI bei vielen Behörden vorgesprochen, im Vorjahr auch beim Landrat und Ministerpräsidenten. Man wolle Gehör finden, schließlich erwarte man künftig 2400 Lkw statt bislang 400 bis 500 pro Tag. Dem Landesbetrieb Straßenwesen habe man einen Maßnahmenkatalog übergeben. „Er soll nun eine Auslastungsprognose für die B1 erstellen“, so Baier. Vom Gemeinderat erwarte man weitere Unterstützung. Die wurde zugesichert. Aber bei Tesla habe MOL kein Mitspracherecht, nur über den Wasserverband, erklärte Hans–Georg von der Marwitz und empfahl der BI, ihre Fragen betreffend der Wege im Kreistag zu stellen.