Tesla und BER: Großinvestitionen wirken bis ins Oderbruch – so die Hoffnung

Neues Quartier: Die Kreisstadt entwickelt auf dem einstigen SHT-Gelände "Seelow-Süd" mit 295 Wohnungen.
Matthias LubischDas werde eine Sogwirkung auf andere Branchen haben und bis an die Oder zu spüren sein, ist er sich sicher. Auch, wenn sich das Ganze nur schwer prognostizieren lasse. Wirklich bemerkbar mache sich das vielleicht erst in zehn Jahren oder mehr.
Aber so lange dürften sich Gemeinden, die an der Entwicklung teilhaben wollen, nicht Zeit lassen, sagt Schinkel und hält die Bündelung von Kräften, wie sie kürzlich Seelows Bürgermeister Jörg Schröder mit einem regionalen Kompetenzzentrum angeregt hatte, für sinnvoll. Wenn sich mehrere kleinere Verwaltungen im Bereich der Wirtschaftsförderung zusammentun, könne das für alle von Vorteil sein. Die Initiative müsse mit Blick auf die kommunale Selbstverwaltung jedoch von den Gemeinden selbst ausgehen.
Klar sei auch, dass der in den Vorjahren teils heftig kritisierte Landesentwicklungsplan – Gemeinden außerhalb des berlinnahen Raums sahen und sehen sich ihrer Potenziale beraubt – den neuen Anforderungen nicht mehr gerecht werde. Zielabweichungsverfahren könnten solche Probleme etwa bei der Schaffung von Wohnraum lösen.
Aktivitäten zu Tesla laufen
In Bezug auf die Tesla-Ansiedlung laufen, so Schinkel weiter, verschiedene Aktivitäten. Märkisch-Oderland stehe in engem Kontakt mit dem Nachbarkreis Oder-Spree. Innerhalb der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Oderland gebe es monatlich fest vereinbarte Termine, um sich auszutauschen und abzustimmen. So werde beim Thema Verkehrsinfrastruktur gemeinsam der Ausbau der L 38/L 385 und der L 23 gefordert sowie bei der Regionalbahn 26 auch eine bessere Taktung und eine direkte Busverbindung zwischen Strausberg-Vorstadt und Tesla beziehungsweise Erkner.
Steigen werde zudem die Nachfrage nach Gewerbeflächen. So gehe das Land mittelfristig von einem Bedarf aus, der in etwa so groß ist, wie die Tesla-Flächen in Grünheide – also etwa 300 Hektar. Mit der kreisfreien Stadt Frankfurt hätten Oder-Spree und Märkisch-Oderland deshalb einen Förderantrag für ein Regionalmanagement gestellt, das bei der Regionalen Planungsstelle in Beeskow angesiedelt werden und sich Fragen zu wirtschaftlichen Ansiedlungen widmen soll.
Laut Rainer Schinkel sind Altlandsberg, Rüdersdorf und Rehfelde bereits dabei, Gewerbeflächen zu entwickeln. Das Regionalmanagement werde im vierten Quartal arbeitsfähig sein. Über die kreisliche Wirtschaftsförderung seien bereits 110 Flächen erfasst, die bei Anfragen von Investoren präsentiert werden können. Mit dem Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf habe man zum Beispiel eine gemeinsame Gewerbepotenzialanalyse erstellt. Der Beigeordnete verweist darauf, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in den vergangenen zehn Jahren um fast 10 000 auf fast 52 000 gestiegen ist. „Das zeigt die Dynamik, die die Region erfasst hat.“ In den vergangen fünf Jahren hätten zudem knapp 4000 Unternehmen Berlin verlassen.