In der Tourist-Information „Oderbruch und Lebuser Land“ sind zurzeit eher Handwerker anzutreffen. Thomas Giering zum Beispiel, der am späten Mittwochnachmittag dort den neuen, strapazierfähigen Teppichboden verlegt. Der Seelower will die Arbeiten spätestens am Morgen darauf beenden. Angelika Voigt ist während des Umbaus viel unterwegs – in der Stadt, aber auch zur Geschäftsstelle des Tourismusverbandes Seenland Oder-Spree in Bad Saarow, um die eigenen Bestände an Broschüren, Karten und Prospekten wieder zu ergänzen. „Dafür ist jetzt doch eine gute Zeit“, meint sie und freut sich bereits auf Dienstag, wenn alles fertig sein soll.

Sitzecke und Riesensmartphone

Gespannt ist sie selbst unter anderem darauf, wie der digitalen Touchpoint (Berührungspunkt) der Tourismusregion Seenland Oder-Spree von Einheimischen wie auswärtigen Gästen angenommen werden wird. Die Geräte, von denen es unter anderem bereits ein Exemplar in der nahegelegenen Kreisverwaltung gibt, sind so etwas wie ein überdimensionales Smartphone, an denen sich Interessierte über Angebote vor Ort und darüber hinaus informieren können. Per QR-Code können sie sich die Tipps auch auf das eigene Handy speichern.
Eine Sitzecke sei künftig ebenfalls vorhanden, erläutert Angelika Voigt und verweist darauf, dass eine solche in anerkannten Tourist-Informationen Pflicht ist. „Genauso wie Stifte und Papier für Kinder auf dem Tisch.“ In zwei Jahren stehe die nächste Überprüfung für das bundesweit einheitliche und bekannte rote „i“ als Zeichen für Qualität in Tourist-Informationen des Deutschen Tourismusverbandes an.

Telefonberatung und Citygutscheine

Die Seelower Tourist-Info sei auch im Frühjahr während des coronabedingten Lockdowns besetzt gewesen. „Wir waren telefonisch erreichbar und hatten viele Nachfragen zu Citygutscheinen“, blickt sie zurück. „Die Gutscheine sind immer eine gute Geschenkidee und in der Zeit hatten die Läden ja geschlossen.“ Im Zuge der Lockerungen im Mai hätten sich dann zunehmend Tagestouristen gemeldet. „Sie wollten Rad fahren, wandern oder auch angeln. Und wissen, was man sich unterwegs anschauen kann, was vielleicht schon offen ist, wo sie eine Kleinigkeit zu essen bekommen. Einige Gastronomen hatten ja Angebote zum Mitnehmen. Wir haben wirklich viel telefoniert, um auf dem aktuellen Stand zu sein.“

E-Bikes gefragt

Die meisten Ausflügler kämen per Auto nach Seelow und hätten oft Fahrräder dabei. „Inzwischen häufiger E-Bikes, da spielen dann auch Entfernungen nicht mehr die Rolle“, erzählt Angelika Voigt. In der Kreisstadt stehe die Gedenkstätte Seelower Höhen immer an erster Stelle. Nach offenen Kirchen in der Region werde ebenfalls gefragt. Fischer Schneider in Küstrin-Kietz und einen Abstecher in die einstige Altstadt auf heute polnischer Seite empfiehlt sie ebenfalls gern. Das Museum Kostrzyn gehöre zu den 52 Mitgliedern des Vereins, der die Tourist-Information trägt.
Die beiden dort zur Verfügung stehenden E-Bikes seien in diesem Jahr oft mehrere Tage lang vermietet. „Im Moment werden sie durch Gäste der Oderbruchhütte in Karlsbiese genutzt“, sagt Angelika Voigt und empfiehlt als weitere Ziele gern den Kunstspeicher Friedersdorf, die Wassermühle Worin und das Platkower Mühlenfließ bei Falkenhagen zum Wandern. Insbesondere junge Familien seien auch auf den Bauernhöfen aufgehoben, darunter bei Familie Schinkel in Jochenshof oder auf dem Erlenhof in Kienitz-Nord. „Das ist Natur pur.“