Die Anfragen kommen vor allem per E-Mail und Telefon. "Dabei kann man auch ohne Anmeldung anreisen", sagt Heike Hundertmark. Vor dem Start in die Saison hatte die Gemeinde den Sanitärcontainer für Männer saniert, so dass die Bedingungen bestens sind.

Oderbruch statt Italien

Nicht jeder, der sich erkundigt, kommt tatsächlich. Aber der Zuspruch auch von Dauercampern steigt. "Gerade hat eine Hamburger Familie erzählt, dass sie geplant hatte, nach Italien zu reisen. Nun lernen sie das Oderbruch kennen", erzählt Heike Hundertmark weiter. Die Suche nach inländischen Ferienangeboten ist natürlich für das Oderbruch eine große Chance.
Problematisch waren für die Camper jedoch die Bauarbeiten an der Landesstraße 33, der Ortsdurchfahrt von Zechin. Bis auf eine Ausnahme aber konnten auch dank der guten Zusammenarbeit mit dem Baubetrieb Oevermann Lösungen gefunden werden. Nur ein Camper ist abgereist, weil er nicht auf das Gelände fahren konnte. "Freitagnachmittag waren wir hier wieder zugänglich und nun stehen auch die Parkplätze zur Verfügung", so Heike Hundertmark.
Schon seit der Eröffnung des Freibades erlernen viele Oderbrücher dort das Schwimmen. Das ist auch in der Corona-Zeit so. Die beiden Rettungsschimmer Jeannette Dahlke vom DRK MOL-Ost und Bodo Giering, der in Letschin Sportlehrer ist, haben die beiden Kurse mit jeweils elf Kindern betreut. "Wir sind den Eltern der Schwimmkursteilnehmer sehr dankbar für ihr Verständnis, das sie während der Straßenbauarbeiten gezeigt haben", betonte Heike Hundertmark. Sie hatten die Schwierigkeiten, einen Parkplatz zu finden, oder weite Umleitungswege in Kauf genommen. Nicht anders auch die Letschiner Hortkinder. Sie reisten für ihre Ferienspiele in Zechin über Basta an.

Erlebniscamp in der Wagenburg

Am Montag hat ein Erlebniscamp mit zwölf Ferienkindern begonnen. Die Teilnehmer wohnen im urigen Bauwagenlager. Jeder Tag bietet ihnen Spannendes. Beim Projekt "Oderbruch erleben" sind sie in den ersten Tagen auf dem Ökologischen Hof der Arbeitsinitiative Letschin aktiv. Sie bauen dort unter Anleitung fünf überdachte Sitzgelegenheiten, so genannte Raufen, für den neuen Radweg, der zwischen Wollup und Zechin nun zwei Radwegenetze vereint. Geplant sind weiterhin Besuche in den kleinen Museen und Heimatstuben der Region. Das deutsch-polnische Feriencamp, das auch schon Tradition ist, muss in diesem Jahre leider ausfallen, erklärte Heike Hundertmark.
Die philosophische Frage ist übrigens leicht zu beantworten: Das Wasser des Hautgrabens fließt bei Hohensaaten zwar wieder in die Stromoder. Aber im Freibad kann man sogar mehrmals täglich ins Wasser steigen. Und das ist kein Widerspruch.