Vernissage: Abstraktes im Trafo

Vernissage im Sonnenschein: Am Trafo in Regenmantel erklang zum Saison-Start auch Musik.
Heike MildnerEin seltsamer Anblick, der fröhlich stimmt und mittlerweile Wiedererkennungswert hat: Gut zwei Dutzend Gestalten stehen mit Glühwein in den Händen am Dorfrand von Regenmantel neben einem Trafo-Backsteinturm am Feuer und hören der Musik zu. Dagmar Heinzelmann, wochentags Geigenlehrerin in Senftenberg, begleitet von Siegfried Jablonski am Akkordeon, spielt den Walzer Nummer Zwei von Dimitri Schostakowitsch. Ein Ohrwurm, der überspringt – auch auf Sabine und Michael Pommerening, die nach der Winterpause die Ausstellungssaison in ihren drei Minigalerien einleiten, und auch auf Erika Stürmer-Alex, deren Bilder bis zum 11. April in den Trafohäuschen in Regenmantel und Reitwein sowie im historischen Wiegehäuschen in Dolgelin entdeckt werden können.
Kunst dort zu zeigen, wo sie keiner vermutet, ist das Konzept der Ausstellungen des Vereins Kunstregen. Und wirklich muss man eine Weile suchen, bis man beispielsweise in Reitwein das Trafo-Häuschen an der Kreuzung Fischerstraße - Schmiedegang findet. Die Überraschung allerdings ist dann um so größer: Einen Knopf gedrückt, und im Innenraum geht nicht nur das Licht, sondern auch ein Monitor an. Erika Stürmer-Alex erzählt, wie sie über das Kneten von Figuren aus Oderbruchlehm schon als Kind zur Kunst gekommen ist.
Spiel- und Entdeckerfreude aus dieser Zeit hat sich die Künstlerin aus Lietzen bis heute bewahrt. Auch in ihren neuesten Bildern probiert sie Materialien aus, genießt das Experimentieren, provoziert mit ihrem Beharren auf Kunst, die abstrakt und sinnlich zugleich ist. Zum zweiten Mal stellt die Lietzenerin in den „kleinsten Galerien der Welt“ aus und genießt den Eröffnungsnachmittag im Nachbardorf – Ohrwurm inklusive.
Mehr Infos: www.kunstregen.eu