Virus-Pandemie
: Was Leser in der Corona-Krise bewegt

Mehrere Leser haben sich mit ihren Fragen und Sorgen an die Seelower Redaktion gewandt. Die MOZ ist diesen nachgegangen.
Von
Anett Zimmermann
Seelow
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  • Packt gerade ein: Barbara Terhardt am Freitagnachmittag vor der Kaufland-Filiale in Seelow. "Ich fahre nur einmal in der Woche einkaufen", sagte die Golzowerin. Meist zu Zeiten, in denen nicht so viel los sei. Wirkliches Gedränge habe sie bisher nicht erlebt.

    Packt gerade ein: Barbara Terhardt am Freitagnachmittag vor der Kaufland-Filiale in Seelow. "Ich fahre nur einmal in der Woche einkaufen", sagte die Golzowerin. Meist zu Zeiten, in denen nicht so viel los sei. Wirkliches Gedränge habe sie bisher nicht erlebt.

    Anett Zimmermann
  • Selbstgefertigter Mund-Nasen-Schutz: Auch beim Dorfverein MöHRe in Reichenow-Möglin gibt es Frauen, die in der Corona-Zeit eifrig einfache Masken für verschiedene Empfänger nähen.

    Selbstgefertigter Mund-Nasen-Schutz: Auch beim Dorfverein MöHRe in Reichenow-Möglin gibt es Frauen, die in der Corona-Zeit eifrig einfache Masken für verschiedene Empfänger nähen.

    privat
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„Auch wenn der Ansteckungsgrad verhältnismäßig niedrig ist, ist zu erkennen, dass eine kontinuierliche Zunahme erfolgt“, schrieb Thomas List und auch, dass er sich vorstellen kann, dass ein Infizierter, der davon nichts weiß, „eine ganze Gruppe von Menschen, die sich gerade in einem Discounter aufhält, anstecken kann.“ Und so fragt der Altreetzer: „Wäre es da nicht geboten, freiwillig eine Aktion zu starten, die gerade diese Ansteckungsgefahr verringert und zum Tragen von Masken beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln verpflichtet?“

Nach der thüringischen Stadt Jena vor mehr als einer Woche habe das Bundesland Sachsen die Maskenpflicht eingeführt, meldete sich List am Freitagnachmittag sogar noch einmal. „Die Grundidee ist richtig“, hatte Steffen Hampel, Amtsarzt in Märkisch-Oderland, zuvor schon gegenüber dieser Zeitung erklärt. Problem sei bisher die Verfügbarkeit auch bei selbstgenähtem Mund-Nasen-Schutz. Wenn aber jeder eine Maske tragen würde, so erhöhe dies den Fremd- und Eigenschutz. „Unser Gegenüber profitiert dann ja immer mit.“ Zu beachten sei jedoch, dass die selbstgenähten Masken mindestens einmal am Tag gewaschen werden müssen. „Auch sollte man diese beim Tragen nicht immer wieder anfassen und auf die Handhygiene achten“, mahnte Hampel.

Mehrere Leser forderten zudem, dass der Landrat bei der Kinderbetreuung nachsteuert. Wie könne es sein, dass Erzieher in der Notbetreuung arbeiten, ihre Kinder aber keinen Anspruch darauf haben, fragten sie. Der Beigeordnete Friedemann Hanke, kann den Unmut nachvollziehen und verwies am Freitag auf Weisungen des Landes. So sollen künftig auch Alleinerziehende und Familien, in denen nur ein Elternteil in einem systemrelevanten Beruf tätig ist, ihre Kinder in die Notbetreuung geben dürfen. „Allerdings erst ab 27. April“, sagte Hanke sichtlich verärgert. Viele Landkreise müssten ihre bis zum 19. April befristete Allgemeinverfügung nun verlängern. „Zum Glück läuft unsere bis auf Widerruf“, fügte der Beigeordnete hinzu und weiß, dass vor Ort oft unbürokratische Entscheidungen im Sinne der Eltern getroffen werden. Das gelte auch für junge Mütter, die als Erzieherinnen in der Notbetreuung tätig sind.

Eine Kundin des Seelower Kauflands meldete sich ebenfalls per E-Mail. Sie sei am Ostersonnabend mehr als entsetzt über die Menschenmengen dort gewesen, vor allem aber darüber, dass sich niemand um den Mindestabstand gekümmert habe. Weil ihr Mann lungenkrank sei, achte sie besonders auf Schutz- beziehungsweise Vorsichtsmaßnahmen, schrieb die Frau. Und, dass sie sowohl eine Beschwerde an die Kaufland-Zentrale geschickt als auch die Seelower Polizei informiert habe.

Andrea Kübler aus der Unternehmenskommunikation antwortete: „In Seelow unterstützen uns von 7 bis 20 Uhr Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes. Gemeinsam mit unseren Mitarbeitern steuern sie den Kundenstrom und achten auf die Einhaltung der Abstandsregeln. Zudem steuern wir durch die Reduzierung der Einkaufswagen die Kundenanzahl im Markt. Die Umsetzung und Einhaltung dieser Maßnahmen wird in Seelow alle zwei Tage vom Ordnungsamt kontrolliert. Das Feedback war bisher positiv.“

Selbst etwas tun

Kunden könnten zudem aktiv mitwirken, indem sie die gesamte Länge der Öffnungszeiten bis 22 Uhr nutzen und insbesondere montags, dienstags und mittwochs einkaufen. „Unsere Filiale wird laufend und zu unterschiedlichen Uhrzeiten beliefert, sodass auch zu einer späteren Tageszeit die Warenversorgung sichergestellt ist.“ Kunden seien gebeten, auf die Einhaltung der geforderten Abstände zu achten und – soweit möglich – alleine oder nur zu zweit einkaufen zu gehen.